Telekom-Chef Obermann – Ermittlungen gehen weiter

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Verwirrung um die Ermittlungen gegen Telekom-Chef Rene Obermann. Die Rheinische Post hatte berichtet, dass die Ermittlungen gegen den Manager wegen Korruptionsverdacht eingestellt werden – die Bonner Staatsanwaltschaft dementierte das kurze Zeit später.

“Wir sind mit den Ermittlungen noch nicht fertig” zitiert der Nachrichtensender n-tv Staatsanwalt Friedrich Apostel. Allerdings hätten die bisherigen Nachforschungen “kaum große neue Erkenntnisse” zutage gefördert. Wie lange die Untersuchungen noch andauern werden, sei derzeit nicht absehbar. Als nächster Schritt sei Anfang 2011 ein Treffen mit dem in der Sache ebenfalls aktiven Bundeskriminalamt geplant, um die Erkenntnisse beider Seiten zusammenzutragen, sagte er.

Zuvor hatte die Rheinische Post berichtet, dass die Ermittlungen gegen Obermann wegen des Verdachts der Beteiligung an Korruption in Osteuropa eingestellt würden. Es seien bisher keine brauchbaren Beweise gefunden worden, die einen anfänglichen Verdacht der Verstrickung von Obermann in frühere fragwürdige Praktiken der Telekom in Osteuropa belegten.

Auch wenn die Schmiergeld-Vorwürfe gegen Obermann offiziell noch nicht ausgestanden sind, ist es inzwischen ausgemacht, dass der 47-Jährige noch länger Chef bleibt. “Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat auf seiner heutigen Sitzung beschlossen, den Vertrag von René Obermann als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens um weitere fünf Jahre zu verlängern”, teilte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag mit. Der aktuelle Vertrag läuft am 31. Oktober 2011 aus. Der neue Kontrakt gilt bis Ende Oktober 2016.

Das Kontrollgremium hatte Obermann bereits vor drei Monaten den Rücken gestärkt, als publik wurde, dass die Bonner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen der angeblichen Bestechung auf dem Balkan ermittelt. Damals begann der Aufsichtsrat vorzeitig mit den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Offiziell konnte das aber erst an diesem Donnerstag beschlossen werden, ein Jahr vor dem Ende des laufenden Vertrags. Das schreibt das deutsche Aktienrecht vor.