Oracle Hardware: “So lala”

CloudEnterpriseServerSoftware

Mit den aktuellen Quartalszahlen stellt Oracle vor allem starkes Wachstum im Bereich Software unter Beweis. Möglicherweise geht die Strategie des One-Stop-Shops doch noch auf.

21 Prozent legte Oracle in den vergangenen drei Monaten mit dem Verkauf neuer Software zu. Im zweiten Quartal, das mit dem November zu Ende ging, setzte der Datenbank-Gigant hier 2 Milliarden Dollar um.

Vor drei Monaten prognostizierte das Unternehmen noch ein Wachstum in diesem Bereich zwischen 6 und 16 Prozent. Mit dem Exadata-Portfolio nähere sich Oracle ebenfalls der Zwei-Milliarden-Marke, teilt das Unternehmen mit. Mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 1,87 Milliarden Dollar ist Oracle der drittgrößte Software-Hersteller im Markt. Die 8,6 Milliarden Dollar entsprechen einem Umsatzwachstum von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Für das dritte Quartal geht das Unternehmen von einem Wachstum im Bereich Software zwischen 10 und 20 Prozent aus. Der Umsatz soll sogar um 31 Prozent bis 35 Prozent wachsen.

“Wir glauben, dass IBM-Hardware und -Software sehr konkurrenzfähig ist. HPs Server aber sind langsam, teuer und bieten kaum oder gar keine zusätzliche Wertschöpfung bei Software. Das macht HP extrem verwundbar”, erklärte ein gewohnt selbstbewusster Larry Ellison bei der Vorstellung der Zahlen.

Im vergangen Jahr habe Oracle neue Server-Familien wie Exadata, Exalogic und den neuen SPARC Supercluster vorgestellt. “All diese High-End-Server sind für den Betrieb unserer Datenbanken konstruiert. Und wir erwarten, dass wir mit diesen neuen Generationen von Sun-Rechnern signifikante Marktanteile im Servermarkt gewinnen können”, so Ellison weiter. Ellison will zunächst HP bei Servern im High-End-Segment überholen und dann IBM vom Thron stoßen. Das sind ehrgeizige Ziele.

Die nächsten Monate werden, glaubt man den Marktbeobachtern von Gartner, auch trotz Oracles vollmundiger Ankündigung, im Unix-Markt nicht gerade rosig sein. Insgesamt, so Gartner, werde dieser High-End Markt 2011 nur um 0,8 Prozent wachsen. Im dritten Quartal 2010 gingen die Umsätze im High-End-Markt im Vergleich zum dritten Quartal 2009 um rund 21 Prozent zurück.

Nimmt man in diese Betrachtung auch noch den x86-Servermarkt mit hinein, sprechen die Zahlen ebenfalls nicht gerade für Oracle. Oracle hatte im dritten Quartal 2009 noch 15.611 Server abgesetzt. Im dritten Quartal 2010 waren es laut Gartner jedoch nur noch 10.098, was einem Rückgang von minus 35,3 Prozent bedeutet. Der Marktanteil sank im gleichen Zeitraum von 3 auf 1,7 Prozent. Damit ist Oracle der einzige Hersteller der im Jahresvergleich einen Rückgang hinnehmen muss. Gartner-Analyst Adrian O’Connel erklärt dazu: “Im Zuge der Übernahme von Suns Hardware-Business, muss sich das Unternehmen jetzt der Herausforderung stellen, weitere Rückgänge im Hardware-Segment zu verhindern.”

Ellisons Antwort auf diese Herausforderung heißt Exadata, Exalogic und Supercluster. Oracle wolle sozusagen zum iPhone für High-End Enterprise Hardware werden. Und deshalb setzt Oracle auf die Integration von Hardware und Software. Und Oracle-Präsidentin Safra Catz erklärte: “Der Geschäftsbereich Sun erholt sich weiter.” Die Bruttomarge der Sparte sei laut Catz auf 53 Prozent gestiegen.

Oracle President Mark Hurd erklärte, dass Oracle Exadata bei den 295.000 Datenbank-Anwendern absetzen will. “Anwender können die Leistung um den Faktor 15 bis 50 steigern. Wir sehen viel Begeisterung.” Im nächsten Quartal werde Exalogic für SPARC und Intel verfügbar sein.

Oracle meldete für das zweite Quartal Hardware-Verkäufe in Höhe von 1,08 Milliarden Dollar. Und bleibt damit leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die von 1,1 Milliarden Dollar ausgegangen waren.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters kommentierte Peter Goldmacher, Analyst bei Cowen & Co, Oracles Server-Business: “Hardware war so lala.” Man wird also, auch wenn Oracle mit Software blendenden verdient, weitere Oracle-Quartalsabschlüsse abwarten müssen, um zu sehen, ob der integrierte Ansatz tatsächlich die in Aussicht gestellten Umsätze bringt.

Noch einige Zahlen im Überblick: 21 Prozent Wachstum mit neuen Software-Lizenzen, 12 Prozent Wachstum mit Updates und Services (3,6 Milliarden Dollar). 17 Prozent Wachstum mit Datenbanken und Middleware (3,86 Milliarden Dollar), 12 Prozent legte Oracle mit Anwendungen zu, hier setzte Oracle 1,78 Milliarden Dollar um. Derzeit sind rund 106.000 Menschen bei Oracle angestellt.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen