BTC: “Wir wollen in die Top Ten”

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Der Oldenburger IT-Dienstleister BTC AG wurde im November 2000 gegründet und ist vor allem für Energieversorger tätig. Wie Vorstandsvorsitzender Bülent Uzuner gegenüber silicon.de ankündigte, will das Unternehmen künftig zu den zehn größten IT-Dienstleistern Deutschlands gehören. Gegenwärtig liegt BTC in der Lünendonk-Liste auf Platz 14.

silicon.de: Herr Uzuner, die BTC AG ist zehn Jahre alt und hat mittlerweile rund 1600 Mitarbeiter. Wie ist das Unternehmen damals entstanden?

Uzuner: Die BTC AG entstand aus der Fusion der Unternehmen Uzuner Management Consulting GmbH, CC Consulting GmbH, NETplus GmbH und einer Mehrheitsbeteiligung der EWE Aktiengesellschaft.

silicon.de: Welche Zielsetzung hatten Sie damals?

Bülent Uzuner
Bülent Uzuner

Uzuner: Das Ziel zu wachsen, war von Anfang an gegeben. Wir hatten zunächst die Vision, unter die Top 25 zu kommen – was uns 2006 gelang. Aktuell hat die BTC AG 1620 Mitarbeiter und ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen – teils mit 30 Prozent jährlicher Steigerungsrate. Mehr als zwanzig Unternehmen haben wir in diesen Jahren integriert. Jetzt möchten wir unter die zehn größten IT-Dienstleister Deutschlands aufsteigen.

silicon.de: Wie wollen Sie das erreichen?

Uzuner: Unser Slogan lautet “Menschen beraten”. Das klingt einfach, stellt aber die wichtigste Herausforderung für ein Dienstleistungsunternehmen dar. Jeder Mitarbeiter in der Beratung ist im Prinzip ein kleines Profitcenter und an jedem Einzelnen hängt das Vertrauen unserer Kunden. Deshalb sind ein gutes Klima und eine nachhaltige Personalentwicklung so essentiell. Die BTC hat auch in der Krise keine Kurzarbeit oder gar Entlassungen veranlasst. Darauf sind wir stolz.

silicon.de: Dennoch: IT Consultants gibt es einige. Worin unterscheiden Sie sich?

Uzuner: Durch eine umfassende Branchen-Expertise und das Vertrauen unserer Kunden. Die BTC ist in der Branche der Energieversorger der führende IT-Dienstleister. Hier bieten wir das gesamte IT-Spektrum – von Abrechnungssystemen, CRM- und ERP-Systemen, GIS, SCADA bis zur intelligenten Netzsteuerung in einem Windpark. Die Kunden schätzen uns für unsere tiefe und ganzheitliche Systemintegration. Auch als SAP-Partner sind wir nicht die Lizenzverkäufer, sondern die Berater für Prozesse und IT.

silicon.de: Die IT hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Wie hat sich das in der Arbeit der BTC AG wiedergespiegelt?

Uzuner: Die Kunden wollen immer mehr Komplettangebote aus einer Hand. Deshalb bieten wir seit unserer Gründung Consulting, Systemintegration und System-Management an und sind bei IT wie bei Prozessberatung gut positioniert. Dem Trend zur ganzheitlichen Dienstleistung wollen wir gerecht werden, indem wir für spezielle IT-Themen Competence Center aufbauen. Wir haben trotz der großen Welle zur Standardisierung immer auch Software-Lösungen entwickelt, die wir sukzessive als Produkte stärker vermarkten.

silicon.de: Was sind Ihre kurzfristigen Ziele?

Uzuner: Bis 2013 will BTC auf rund 2000 Mitarbeiter und 200 Millionen Euro Umsatz anwachsen. Das ist unser nächstes Etappenziel. Dabei wollen wir weiterhin – wie alle Jahre zuvor in der Unternehmensgeschichte – profitabel bleiben.

silicon.de: Wie wollen Sie das erreichen?

Uzuner: Die Gründung von Competence Centern für ECM, CRM und BI ist eine zentrale Maßnahme. Zweitens bauen wir kontinuierlich unser Produktgeschäft mit einem stärkeren Vertrieb aus. Im Ausland sehen wir gute Markt- und auch Nearshore-Chancen in der Türkei und in Polen. Aber alles steht und fällt mit einer nachhaltigen Personalentwicklung, der wir jeher hohe Aufmerksamkeit widmen. Die BTC pflegt Kontakte zu vielen Hochschulen und hat ein erfolgreiches Young-Talents-Programm. Daher sind wir in der glücklichen Lage, dass wir keinen signifikanten Mangel an Fachkräften oder gutem Nachwuchs haben.

silicon.de: Was halten Sie denn von der Diskussion um den Fachkräftemangel beziehungsweise vom Zuzug ausländischer Fachkräfte?

Uzuner: Das Potenzial ausländischer Fachkräfte wird leider unterschätzt. An deutschen Hochschulen gibt es viele junge Menschen aus Osteuropa und aus zugewanderten Familien, die sich neuen Herausforderungen am deutschen Markt stellen wollen und können. BTC ist sehr daran interessiert, diesen jungen Talenten eine Perspektive im Anschluss an ihre Ausbildung zu bieten. Wir haben in der Region Nord-West-Deutschland eine sehr gute Hochschullandschaft und können uns über das Angebot nicht beklagen.

silicon.de: Wo sehen Sie BTC in zehn Jahren?

Uzuner: Die BTC AG wird es auch 2020 noch als stabiles, innovatives und starkes Unternehmen geben. Ich sehe beste Chancen, dass wir im IT-Markt der Energieversorger die Nummer eins bleiben und den Anteil bei den anderen Branchenschwerpunkten Industrie, Handel, Öffentlicher Sektor und Telekommunikation deutlich gesteigert haben.