Gescheiterte Web-Projekte 2010

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Auch im Jahr 2010 wurden Web-Projekte, die mit vielen Hoffnungen und großem Aufsehen begannen, wieder eingestellt. Einige Seiten hielten sich nur wenige Monate, andere verschwanden Schritt für Schritt und über Monate in der Bedeutungslosigkeit. Wir erinnern an sieben Services, die in diesem Jahr scheiterten – darunter von Google, Microsoft und Yahoo.

Google lancierte das Echtzeit-Collaboration-Tool Wave Anfang 2009. Entwickler hatten jedoch Mühe zu verstehen, was Wave wirklich ausgezeichnet. Als ‘Google Mail’ Funktionen für den sozialen Austausch erhielt, ging das auf Kosten von Wave. Google hat die Entwicklung mittlerweile eingestellt – Wave soll jetzt als Projekt bei der Apache Software Foundation weiterexistieren.

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Der Suchprimus stellte zudem den US-Dienst GOOG-411 ein – einen der ersten Versuche, Suche per Stimmeingabe zu ermöglichen. GOOG-411 war 2007 gestartet. Nutzer konnten den Namen einer Firma nennen. Der Dienst ermittelte Adresse und Telefonnummer, die er dem Nutzer per SMS zusandte. Seither hat sich die Spracherkennung weiterentwickelt – auch bei Google. Heute gibt es Such-Apps mit Spracheingabe für die meisten Smartphones. Und ein Dienst wie GOOG-411 besitzt kaum Bedeutung für Anwender, die das Internet in der Tasche mit sich herumtragen.

Cuil wurde im Sommer 2008 noch als Google-Rivale gehandelt. Im Cuil-Index seien über 120 Milliarden Dateien erfasst, hieß es. Dann wurde es um Cuil ruhig, Mitte September schloss die Seite ihre Pforten.

Fotogalerie: Schwarz statt weiß - ist Cuil cooler als Google?

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Facebook Lite wurde im September 2009 gestartet. Die abgespeckte Variante des Social Network stand ausschließlich Anwendern aus den USA und Indien zur Verfügung. Für Facebook war das Lite-Projekt von Anfang an ein Test für Länder, “in denen wir viele Kunden haben, die zum ersten Mal bei Facebook sind und mit einer einfacheren Oberfläche arbeiten wollen.” Gründe für die Abschaltung nannte das Netzwerk nicht.

Yahoos Entwickler-Plattform SearchMonkey wurde im August eingestellt. Yahoo begann zudem damit, seine Suchmaschine auf Microsofts ‘Bing’ umzuziehen. Der Hintergrund: Im Juli 2009 hatten Microsoft und Yahoo ein Abkommen geschlossen. Es sieht vor, dass Microsoft die Yahoo-Suche antreibt, während Yahoo den weltweiten exklusiven Verkauf von Werbung an Anzeigenkunden beider Unternehmen übernimmt

Zum 31. Mai schloss Apple den vor fünf Monaten übernommenen Internet-Musikdienst Lala. Der Streaming-Dienst bot Songs für einen Preis von 0,10 Dollar je Stück an. Kunden konnten zudem eigene Musik auf den Servern des Unternehmens speichern. Apples Ankündigung kam nicht überraschend. Lala war es nie gelungen, als eigenständiger Musikdienst Fuß zu fassen. Apples Interesse bei der Übernahme des Unternehmens galt voraussichtlich in erster Linie Lalas Streaming-Technologien.

Im September kündigte Microsoft zudem an, den Blogging-Dienst Windows Live Spaces zu schließen. WordPress soll ihn als Standard-Blogging-Option für Windows Live ersetzen. Microsoft hatte Windows Live Spaces im August 2006 als Nachfolger von ‘MSN Spaces’ offiziell vorgestellt. Er sollte die Integration mit anderen Windows-Live-Diensten verbessern und enthielt Tools zum Schutz der Privatsphäre. Doch schon zum Start hatte der Blogging-Dienst mit Performance-Problemen zu kämpfen.