“Kinder meist ohne Aufsicht im Internet”

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Wie man Kinder am besten vor den Gefahren des Internets schützen kann, ist ein bislang ungelöstes Problem. “Die Gefahr ist hoch, dass Kinder dort zu Opfern, aber auch zu Tätern werden”, sagt Dr. Gisbert Voigt, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen.

Aus diesem Grund hat sich Voigt dafür eingesetzt, dass die Ärztekammer Niedersachen – als bisher einzige ärztliche Organisation – Mitglied im Bündnis White IT ist. “Die allermeisten Kinder sind ohne Aufsicht im Internet unterwegs und auch ohne einen Browser, der bestimmte Webseiten blockt”, sagt Voigt im Gespräch mit silicon.de.

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Dadurch sei nicht nur die Gefahr sehr groß, dass Kinder und Jugendliche auf problematische Inhalte stoßen. “Zudem muss man wissen, dass die vielen Chats, die auch durch das Web 2.0 entstanden sind, systematisch von potentiellen Tätern aufgesucht werden, um dort den Kontakt mit Minderjährigen zu suchen.” Diese Gefahr sei den Eltern nicht bewusst. Deshalb ist es nach Voigts Worten ein Anliegen der Ärztekammer, die Eltern für das Thema zu sensibilisieren.

Kinder die auf Webseiten mit pornographischen Inhalten geraten, sind zutiefst traumatisiert, weil sie mit diesen Inhalten überfordert sind und diese nicht einordnen können. “Daraus können sich womöglich psychische Störungen der Kinder entwickeln, bis hin zu schweren Essstörungen und schweren depressiven Reaktionen oder auch Aggressionen.” Wie Kinder auf eine solche Erfahrung reagieren, sei sehr unterschiedlich, jedoch immer ein Zeichen dafür, dass sie “zutiefst psychisch verunsichert sind”.