IDS Scheer gehört Software AG endgültig

EnterpriseProjekteSoftwareSoftware-Hersteller

Rund anderthalb Jahre hat es gedauert, nun ist das Geschäft in trockenen Tüchern. Die Verschmelzung von Software AG und IDS Scheer ist im Handelsregister eingetragen – damit ist der letzte juristische Schritt im Verschmelzungsverfahren abgeschlossen.

Im Juli 2009 hatte die Software AG ein Übernahmeangebot für IDS Scheer abgegeben. Die Offerte belief sich auf rund 477 Millionen Euro. Sie war “freiwillig” – doch die meisten Aktionäre stimmten schnell zu. Denn zwei Großaktionäre hatten sich verpflichtet, zu verkaufen: die IDS-Scheer-Mitgründer August-Wilhelm Scheer und Alexander Pocsay. Beide hielten zusammen 48 Prozent der ausgegebenen Aktien der IDS Scheer AG. Im Dezember 2009 hielt die Software AG bereits 90 Prozent der IDS-Scheer-Aktien und schloss einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Fotogalerie: Software AG will IDS Scheer

Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Mit der Eintragung ins Handelsregister sei die Verschmelzung nun auch juristisch endgültig vollzogen, teilte die Software AG mit. Auch die operative Integration, die für die tägliche Arbeit weitaus wichtiger sei, sei bereits erfolgreich abgeschlossen, hatte Dr. Wolfram Jost, CTO Research & Development and Product Marketing bei der Software AG, im November 2010 gegenüber silicon.de betont.

Nach den Bestimmungen des Verschmelzungsvertrags erhalten die verbliebenen Aktionäre der IDS Scheer AG für je 33 Aktien vier Aktien der Software AG. Der Umtausch erfolgt demnach durch die Depotbanken am 22. Dezember 2010. Die für den Umtausch benötigten Aktien (zirka 130.000 Stück) hat die Software AG im Februar 2010 an der Börse erworben.

Arnd Zinnhardt, Bild: Software AG
Arnd Zinnhardt, Bild: Software AG

“Der Vollzug der Verschmelzung wird sich 2011 positiv auf unsere Profitabilität auswirken, da wir im kommenden Jahr direkte Kosteneinsparungen erwarten, schon allein durch die Tatsache, dass wir nur noch eine Börsennotierung brauchen”, sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt. “Dies ist ein wichtiger Schritt für die Harmonisierung der innerbetrieblichen Prozesse beider Unternehmen.” Die Software AG hat jetzt 6000 Mitarbeiter, die Umsatzprognose für 2010 liegt bei über 1 Milliarde Euro. Man verfüge über Know-how zu Middleware-Produkten, Finanzkraft und globale Präsenz, hieß es. Dies werde um die Stärken von IDS Scheer in Modellierung, Implementierung und Steuerung von Geschäftsprozessen ergänzt.