Folter des WikiLeak-Informanten?

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Die USA sollen den WikiLeaks-Informaten Bradley Manning foltern. Jetzt gehen die Vereinten Nationen verschiedenen Hinweisen nach.

Unterstützer des US-Obergefreiten Bradley Manning stufen die Haftbedingungen des Informanten als Folter ein. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak, teilte jetzt mit, dass er eine offizielle Beschwerde erhalten habe.

Manning müsse täglich mindestens 23 Stunden alleine in einer Zelle verbringen, wie ein Sprecher von Nowaks Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte. Zudem soll Manning weder über ein Bettlaken noch über ein Kissen verfügen.

Das US-Verteidigungsministerium hingegen weist die Vorwürfe über Misshandlung zurück. Seit Sommer steht Manning im Verdacht, der Enthüllungsplattform mehr als 250.000 geheime Botschaftsdepeschen zugespielt zu haben. Bislang hat sich Manning nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Selbst bei WikiLeaks weiß man nicht, von wem die Dokumente stammen, erklärt die Plattform. “Glauben wir diesen Vorwürfen”, so WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem Interview mit MSNBC, “dann hat dieser Mann aus politischen Motiven gehandelt. Damit ist er ein politischer Gefangener der USA, ohne Gericht und ohne Prozess und das seit sechs oder sieben Monaten.” Wegen Geheimnisverrats drohen Manning in den USA bis zu 50 Jahren Haft.

Manning könnte in einem offiziellen Prozess gegen Assange eine Schlüsselrolle zukommen. Der US-Justiz fehlt bislang eine Handhabe gegen Assange und seinem Projekt. Ließe sich jedoch nachweisen, dass Assange Manning zur Übergabe der Dokumente überredete, dann könnte Assange wegen Verschwörung angeklagt werden.

Nun fürchtet Assange, dass man daher die Haftbedingungen Mannings verschlechtere, um ihn unter Druck zu setzen und ihn so zu einer Aussage gegen Assange zu bewegen. “Das ist ein schweres Problem”, fügte Assange hinzu.

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