CIA gründet WikiLeaks-Taskforce

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Der US-Geheimdienst hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich speziell mit den Folgen der WikiLeaks-Enthüllungen beschäftigen soll. Die Expertengruppe agiert offiziell unter dem Namen “WikiLeaks Task Force”, kurz WTF.

“Der Direktor hat die Task Force beauftragt, zu überprüfen, wie die letzte Veröffentlichung durch WikiLeaks die Kontakte der Organisation ins Ausland und ihre Operationen beeinträchtigt”, sagte CIA-Sprecher George Littel gegenüber der Washington Post. Konkret gehe es um eine Überprüfung möglicher Auswirkungen der WikiLeaks-Dokumente auf die Auslandsbeziehungen oder -einsätze der CIA. Einem weiteren CIA-Vertreter zufolge wird die Arbeitsgruppe von der Abteilung für Spionage-Abwehr geleitet.

Die CIA selbst ist von der Veröffentlichung der geheimen Dokumente nur in einem eher geringeren Umfang direkt betroffen. Seitens der CIA und der National Security Agency (NSA) wird allerdings befürchtet, dass es zumindest indirekt einen Einfluss auf die Arbeit des Geheim- und Militärdienstes geben könnte.

Vor zwei Jahren sollte die CIA interne Berichte im SIPRNET, dem globalen Intranet des US-Militärs, veröffentlichen. Der Geheimdienst lehnte dies jedoch ab, weil seiner Ansicht nach zu viele Menschen Zugang zu dem System hätten, aus dem nun zahlreiche der auf WikiLeaks veröffentlichten Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan stammen.

Die USA suchen derzeit nach Wegen, WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen Geheimnisverrats vor Gericht zu stellen. Seine Plattform hatte in den vergangenen Monaten US-Dokumente zu den Einsätzen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen aus US-Botschaften in aller Welt öffentlich gemacht. Assange steht derzeit in Großbritannien unter Hausarrest. Schweden fordert wegen des Verdachts auf Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs seine Auslieferung. Der 39-jährige Australier befürchtet, dass er letztlich an die USA ausgeliefert wird.

Fotogalerie: Umfrage: Fast 90 Prozent Zustimmung für WikiLeaks

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