CIO-Prioritäten 2011

Management

Viele Unternehmen haben die Schwierigkeiten der Jahre 2008 und 2009 inzwischen hinter sich; von 2010 auf 2011 geht es daher eher um Weiterentwicklung und weniger um radikale Veränderungen. Ein Artikel von Jürgen Brettel, Vorstandsvorsitzender der Experton Group AG.

In der jährlichen Befragung der Experton Group nach den Top 10 CIO-Business-Prioritäten nahm das Thema ‘Verbesserung der Geschäftsprozesse’ wieder den ersten Platz ein. 2010 war der Abstand zu anderen Prioritäten allerdings noch größer. Priorität Nummer zwei ist der ‘bessere Kundenservice’, danach kommen ‘Kostensenkungen’, auch das nach wie vor ein wichtiges Thema, aber weniger wichtig als in den vergangenen Jahren. Auf dem nächsten Platz folgen ‘neue Produkt-/Service-Innovationen’, was IT-getriebene beziehungsweise durch die IT ermöglichte Innovationen wieder in den Blickpunkt rückt. Viele IT-Organisationen haben inzwischen einen stärkeren Fokus auf Innovationen; in manchen Fällen wurde bereits ein neues Innovations-Team ins Leben gerufen, das eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeitet, um Innovationen stärker voranzutreiben.

Grafik: Experton Group
Grafik: Experton Group

Bei der Frage nach den Top 10 CIO-Management-Prioritäten wurden erneut die Prioritäten von 2010 genannt: ‘Bessere Abstimmung auf die Unternehmensziele’ ist Priorität Nummer eins, gefolgt von ‘besseren Möglichkeiten der Applikations- entwicklung’ auf dem zweiten Platz. Das heißt nicht unbedingt, dass mehr Entwickler eingestellt bzw. entsprechende Ressourcen aufgebaut werden, denn die meisten Unternehmen bauen ihre Möglichkeiten durch externe beziehungsweise Offshore-Kapazitäten aus. Globales Sourcing ist in größeren Unternehmen bereits die Realität, wobei einige Länder noch hinterherhinken. Priorität Nummer drei stellt, verglichen zu 2010, eine große Veränderung dar: ‘Bessere Führungskräfte- und Managemententwicklung.’

In Sachen Top 10 CIO-Technologie-Prioritäten steht der ‘Aufbau/die Verbesserung strategischer Applikationen’ auf Platz eins, gefolgt von ‘niedrigeren Gesamtbetriebskosten’ und dem ‘Ausbau der IT-Infrastruktur’. Im Bereich Virtualisierung gab es eine große Veränderung: Der Wechsel von der Servervirtualisierung (2010) hin zur Client-Virtualisierung (2011) ist bereits in vollem Gang.

Hierzu muss gesagt werden, dass diese Prioritäten von Befragten in hochentwickelten Ländern mit einem hohen Reifegrad genannt wurden und deshalb der Business-Fokus stark ausgeprägt ist. In den Schwellenländern geht es verstärkt um die Entwicklung des organisatorischen und des Service-Reifegrades. Dass auch Führungs- und Management- qualitäten auf der Prioritätenliste weit oben angesiedelt sind, kann als sehr positives Zeichen gewertet werden, denn es ist ein Hinweis darauf, dass die Verantwortlichen verstanden haben, wie wichtig ein gutes Team und ein ausgereiftes Management sind.