Wissenschaftler erforschen Online-Dating

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Wer nutzt den Partnermarkt Internet, wie lernen sich Paare online kennen und welche Muster der Paarbildung bringt das Internet hervor? Diese Fragen sind Gegenstand des von der DFG geförderten Forschungsprojektes Prozesse der Partnerwahl bei Online-Kontaktbörsen, das an der Universität Bamberg durchgeführt wird.

Training: Im PC-Spiel 'Sailor Moon Dating Simulator 3' muss man die Liebe von Aino Minako gewinnen. Bild: CNET
Training: Im Spiel ‘Sailor Moon Dating Simulator 3’ muss man die Liebe des Mädchens Aino Minako gewinnen. Bild: CNET

Im Online-Dating entsteht der erste Kontakt mit dem Schreiben einer E-Mail, führen die Forscher in einem Beitrag für das ‘DMR-Magazin’ der ITK-und Management-Beratung Detecon aus. Dabei habe sich gezeigt, dass sich im Internet zumindest in Bezug auf das Bildungsniveau das Prinzip “Gleich und gleich gesellt sich gern” durchsetze.

Männer und Frauen wählen demnach meist “bildungsähnliche” Partner; mit steigendem Bildungsniveau verstärkt sich diese Tendenz. Frauen zeigten dabei eine generelle Abneigung, sich “bildungsmäßig nach unten” zu orientieren, hieß es. Wenn Frauen vom Ähnlichkeitsprinzip abwichen, wendeten sie ihr Interesse Männern zu, die ein höheres Bildungsniveau als sie selbst haben.

Für die Online-Dater sei es zudem entscheidend, sich auf ihren Profilseiten attraktiv und interessant darzustellen. Nicht selten griffen sie dabei auf Mittel der “strategischen Selbstdarstellung” zurück. Männer beispielsweise machten sich etwa ein paar Zentimeter größer oder verschwiegen ihren Bierbauch. Dahinter steckt oft das Prinzip “Wenn sie erst einmal meinen Humor zu schätzen gelernt hat, kann sie auch mit dem Bauch leben”, so die Forscher.

In vielen Fällen wichen die Online-Dater nicht allzu sehr von den Tatsachen ab, zielten die virtuellen Kontakte doch darauf ab, eine Partnerschaft “im realen Leben” zu etablieren. Wie groß das Ausmaß der Täuschungen jedoch tatsächlich ist und bei welchen Merkmalen am häufigsten gemogelt wird, sind Fragen, die die Bamberger Forscher noch untersuchen wollen.