prof, lab, gov und life: Die neuen Pfeiler der CeBIT

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Wie soll es anders sein? Die größte Computermesse der Welt kommt eben auch nicht am Thema Cloud Computing vorbei und so stellt sich die Frage nach dem Messe-Schwerpunkt erst gar nicht. Dienstleistungen, die aus den ‘Wolken’ fallen, sind auf dem Branchentreffen also tonangebend. Das erklärte auch August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbands Bitkom.

Und daher plant der Verband auch eine eigene Sonderausstellung. Die Cloud Computing World soll, so Scheer, auch wieder Unternehmen auf die Messe locken, die in den vergangenen Jahren dem Branchentreffen den Rücken zugekehrt haben.

“Es gibt derzeit kein Thema, das ähnliche Bedeutung für Anbieter und professionelle wie private Anwender hätte wie Cloud Computing”. Daher sollen vom 1. bis zum 5. März wieder mehr Verbraucher nach Laatzen auf das Messegelände gelockt werden. Dazu könnte auch die Tatsache beitragen, dass Besucher, die bereits den neuen Personalausweis in der Tasche haben, freien Eintritt haben.

Zurück zum Cloud Computing: Accenture, Alcatel Lucent, Atos Origin, BioID, CA Technologies, Ciena, Cisco, Computacenter, Coresystems, CSC, Dell, Deutsche Telekom, T-Systems, EMC, Equinix, Ernst & Young, Forschungszentrum Informatik, Fraunhofer SIT, Fujitsu, Google, Hewlett Packard, IBM, Intel, ITENOS, Lufthansa Systems, Microsoft, NetApp, Novell, Oracle, PricewaterhouseCoopers, Salesforce, SAP, Siemens Enterprise Communications, Siemens IT Solutions and Services, Theseus-Konsortium, visionapp und VMware zeigen auf dem Gemeinschaftsstand des Bitkom auf rund 1500 Quadratmetern ihre Ansätze für die neue Technologie.

Von “Work and Life with the Cloud” erhofft sich nicht nur die Deutsche Messe Impulse, sondern auch in der Industrie will man das Thema nach vorne bringen. Denn in Deutschland entwickelt sich der Markt für Cloud Computing noch sehr zaghaft. Viele Unternehmen scheuen nach wie vor den Schritt in die Cloud. Der Großteil der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als hundert Millionen Euro verzichtet bislang vollständig auf die neuen Möglichkeiten, wie eine gemeinsame Mitgliederbefragung von Deloitte und Bitkom zeigt.

Auch wenn das Thema offenbar noch nicht wirklich in der Realität angekommen ist, herrscht doch großes Interesse: Laut der Studie ist für die ITK-Unternehmen “Cloud Computing mit deutlichem Abstand der IT-Trend des Jahres 2011. 62 Prozent der befragten Anbieter nannten diese Technologie als das Top-Thema 2011”.

August-Wilhelm Scheer, Bild: Bitkom
August-Wilhelm Scheer, Bild: Bitkom

Wenn Unternehmen Cloud-Lösungen einsetzen, dann eher konservative Varianten, wie etwa Software as a Service, so die Studie. “Neben der Integrationsfähigkeit zu vorhandenen IT-Systemen sind es vor allem Vertragsrecht, Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance, die den Unternehmen Bauchschmerzen bereiten”, weiß Bitkom-Päsident Scheer. Das Cloud Computing stelle vor allem auch die IT- Dienstleister vor neue Aufgaben. Auch die Entwicklung von Software verändere sich. Anwendungen würden immer häufiger vom Nutzer mitbestimmt.

Doch die Cloud alleine kann natürlich nicht die Hallen füllen. So kümmert sich die CeBIT auch um “vernachlässigte” Bereiche, wie zum Beispiel das Output-Management. Auf dem “Managed Print Services Park” zeigen Anbieter professionelle Lösungen. Begleitet wird der Print Park von Roundtables, Vorträgen und Diskussionsrunden. Der Print Park könnte auch die Ursache dafür sein, dass 2011 Xerox, Epson, Brother, Canon und Océ wieder mit einem Stand auf der Messe vertreten sind.

Mit “Smart Home” zieht ein eher verbraucherlastiges Thema ein. Hier sind das vernetzte Zuhause, intelligente Netzwerke, Verbrauchsmanagement sowie Sicherheitsthemen zu bestaunen.

Die Veranstaltung solle als ‘Melting Point’ fungieren. Schließlich umfasse die ITK-Branche ganz unterschiedliche und heterogene Interessensgruppen. Daher, so Scheer, sei es auch so wichtig, “jetzt wieder den Endverbraucher” anzusprechen.

Nach den deutlichen Einbrüchen in den Jahren zuvor, gibt sich die Messe in diesem Jahr wieder zuversichtlich. Zahlreiche Unternehmen konnten wieder gewonnen werden, so Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG. Dank einer Neuausrichtung und dank des wirtschaftlichen Aufschwungs kann sich die Traditionsveranstaltung wieder besser gegen konkurrierende Messen behaupten.

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Konkrete Zahlen gebe es bislang allerdings nicht, wie eine Sprecherin der Deutschen Messe erklärte. Noch immer gingen Anmeldungen ein. Bis die letzten Verträge unterzeichnet sind, werden wohl noch ein paar Wochen vergehen. Der Trend scheint aber nach oben zu zeigen.

Schließlich fußt die Messe jetzt auf den vier Säulen: prof, lab, gov und life. Neben professionellen Lösungen sollen Forschung, eGovernment sowie Verbraucher-Themen die Schwerpunkte bilden. Die Strategie, sich als reine Business-Messe zu positionieren, hat offenbar nicht den gewünschten Erfolg gebracht. So blieben im vergangenen Jahr ganze Hallen leer.

Zur alten ‘Größe’ aber wird sich die CeBIT – zumindest was die Fläche anbelangt – so schnell wohl nicht mehr aufschwingen können. “Für viele Unternehmen ist es inzwischen wichtiger, Präsenz zu zeigen, als mit einem Stand mit großer Grundfläche vor Ort zu sein”, erklärt Messe-Sprecherin Gabriele Dörries. Es setze sich auch der Trend der vergangenen Jahre fort, dass sich größere Unternehmen in verschiedenen Segmenten präsentierten.

Neben der Cloud Computing World hat der Branchenverband Bitkom mit der “Bitkom Broadband World” und der “Eco ICT Solutions” zwei weitere Veranstaltungen. Die Broadband World findet zum zweiten Mal statt und wird 2011 rund 3000 Quadratmeter umfassen. Die drei Hauptthemen in Halle 13 sind der Breitband-Ausbau im ländlichen Raum – insbesondere mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE – , Anwendungen für Breitband – etwa Videokonferenzen und Services im Public Sector – sowie umweltfreundliche Infrastruktur-Lösungen. Aussteller hier sind: Alcatel-Lucent, ASTRA-NET SES Multimedia S.A., Deutsche Telekom AG, Elcon Systemtechnik, Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, FTTH Council Europe, Huber + Suhner, Nokia Siemens Networks, RAD Data Communications, Siemens Enterprise Communications, Skylogic, Telefónica o2, Tieto, Versatel, Videoweb und Vodafone D2.

Eco ICT Solutions zeigt Lösungen rund um das Thema Green IT, also umweltfreundliche, ressourcen- und energieeffiziente Hardware-Lösungen und Dienstleistungen für Konsumenten und Unternehmen. Neben CO2-einsparenden Technologien widmet sich der Verband auch dem Althandy-Recycling und dem ‘Urban Mining’. Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand Eco ICT Solutions werden unter anderem sein: Active Power, bit, CASIO, Netviewer, Projectplace, TÜV Rheinland, das Garantiesystem Altgeräte, der Bitkom, das Green IT Beratungsbüro und Germanwatch.

Wenn auch die Ausstellerliste noch nicht final ist, steht immerhin schon das Keynote-Programm für die Veranstaltung fest: Gary Kovacs, der neue CEO von Mozilla, Hamid Akhavan Chef von Siemens Enterprise Communications, Alan Mulally, CEO von Ford, Parker Harris, Mitgründer von Salesforce oder “Mooly” Eden, Vice President & General Manager bei Intel werden neben der EU-Kommissarin Neelie Kroes sowie weiteren prominenten Sprechern auf der CeBIT das Wort ergreifen.

Eröffnen wird in diesem Jahr die CeBIT Bundeskanzerlin Angela Merkel zusammen mit dem Ministerpräsident des Partnerlandes Türkei, Recep Tayyip Erdogan. IBM-CEO Sam Palmisano, der auf der CeBIT 2011 das 100-jährige Bestehen IBMs feiert, wird ebenfalls bei der Eröffnung dabei sein.

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