Emissionshandel nach Hackerangriff ausgesetzt

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Nachdem eine Sicherheitslücke in der Plattform für den Handel mit Verschmutzungsrechten bekannt wurde, hat die EU den Handel weitgehend gestoppt.

In Tschechien sind nach einem Hackerangriff Verschmutzungsrechte entwendet worden. Jetzt hat die EU-Kommission den europäischen Emissionsrechtehandel fast vollständig ausgesetzt. Mindestens noch bis zum 26. Januar können derzeit nur Rechte zugeteilt oder abgetreten werden.

Entwendet wurden europäische Emissionsberechtigungen (EUA) in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Nach Bekanntwerden stellten Registrierstellen in Tschechien, Griechenland, Polen, Österreich und Estland ihren Betrieb ein. Zuletzt stoppte die Pariser CO2-Börse BlueNext den Handel. Daraufhin entschied sich auch die Kommission zu diesem Schritt.

Industrieanlagen und Kraftwerke bekommen eine gewisse Menge von EUAs. Wer dank moderner Produktionswege weniger Verschmutzungsrechte braucht, kann diese an Unternehmen verkaufen, die mit alten Anlagen größere Mengen CO2 als vorgeschrieben ausstoßen. Die Menge der ausgegebenen Zertifikate wird über die Jahre hin zurückgefahren, um den Unternehmen einen zusätzlichen Modernisierungsanreiz zu bieten.

Offenbar ist aber die Handelsplattform nicht besonders sicher. Schon im zurückliegenden März wurde der Handel in München gestoppt, nachdem auf anderen Plattformen gebrauchte Lizenzen aufgetaucht waren. Wenige Wochen zuvor hatten Unbekannte Handelskonten gekapert und Zertifikate im Wert von mehreren Millionen Euro entwendet.

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