Finanzmarkt: Microsoft-Deal kostet Nokia Milliarden

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Die Gruppe von Nokia-Aktionären, die die Partnerschaft mit Microsoft rückgängig machen wollte, hat aufgegeben. Unter anderem wollte die Vereinigung ‘Nokia Plan B’ den Rücktritt von CEO Stephen Elop durchsetzen. Die institutionellen Anleger haben offenbar nicht mitgespielt.

In den vergangenen Tagen waren die neun jugendlichen Aktionäre unter dem Namen ‘Nokia Plan B’ und einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gegangen. Darin hatten die rebellischen Aktionäre einen Plan vorgestellt, den sie auf der kommenden Jahreshauptversammlung Anfang Mai zur Abstimmung stellen wollen. Dieser umfasst unter anderem die sofortige Absetzung Elops und eine Aufkündigung der Verträge mit Microsoft.

Jetzt ist die Investoren-Gruppe zurückgerudert. “In den letzten 36 Stunden haben uns hunderte Aktionäre mit 10 bis 400.000 Anteilen kontaktiert und ihre Unterstützung angeboten. Doch die Reaktionen der institutionellen Anleger waren nicht ermutigend”, heißt es auf der Webseite von Nokia Plan B. Der Abschied ist kurz und bündig. “Das war es dann von uns.”

Die jungen Anleger wollten sich in den Aufsichtsrat des finnischen Konzerns wählen lassen, um mit einem neuerlichen Strategiewechsel das Linux-basierte Betriebssystem Meego zur wichtigsten Plattform für Nokia-Smartphones zu machen.

Immerhin ist ein gewisser Widerstand der Finanzmärkte gegen Nokias Mobilfunk-Partnerschaft mit Microsoft nicht von der Hand zu weisen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist Nokias Aktienkurs seit Bekanntwerden der Partnerschaft mit Microsoft um 18 Prozent gefallen. Der Marktwert des Unternehmens ging damit um 5,5 Milliarden Euro zurück.