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Der Verdacht, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seine Dissertation abgeschrieben haben soll, rückt unbekanntere Nischen der IT-Branche in den Vordergrund. Im Zeitalter von Copy & Paste blüht das Geschäft mit Plagiats-Software und Hausarbeiten-Outsourcing.

Vor allem die deutsche Plagiatsforscherin Professorin Debora Weber-Wulffist seit dem Bekanntwerden des “Fall Guttenberg” eine vielgefragte Expertin. Regelmäßig nimmt sie im Abstand von einigen Jahren Software zur Plagiatserkennung unter die Lupe – die jüngsten Ergebnisse wurden im Januar dieses Jahres veröffentlicht.

Auch silicon.de hatte damals darüber berichtet, ohne natürlich zu ahnen, welche Sprengkraft das Thema wenige Wochen später bekommen sollte.

Im Test 2010 nahm Weber-Wulff 26 Plagiat-Erkennungssysteme unter die Lupe. Für die Prüfung wurden neue Testfälle in Englisch und Japanisch entwickelt und jedes System mit 42 kurzen Essays geprüft. Darüber hinaus wurden die Benutzerfreundlichkeit der Systeme und die Professionalität der Unternehmen bewertet. Die Plagiat-Erkennungssysteme lassen sich demnach drei Kategorien zuordnen: teilweise nützlich, kaum brauchbar und nutzlos.

Debora Weber-Wulff
Professor Debora Weber-Wullf: “Das hat mit dem Internet nichts zu tun.”
Foto: HTW Berlin

“Teilweise nützlich” seien fünf Programme, “kaum nützlich” neun, nutzlos sogar 12 Tools. “Auch die besten Systeme finden maximal 60 Prozent der Plagiatsfälle”, kritisiert die Professorin – zu wenig für den Einsatz in der Hochschule. Sinnvoll sei die Software allenfalls, wenn man einen konkreten Verdacht habe, aber anderweitig nicht fündig werde. Grundsätzlich könne sie keines der Systeme für die generelle Benutzung empfehlen. Am besten fährt die Wissenschaft nach ihren Worten immer noch mit Google.

“Bei Verdacht muss man ein paar spezifische, seltene Wörter, die im Text nahe beieinander stehen, in die Suchmaschine eingeben”, sagt Weber-Wulff nun der Nachrichtenagentur dpa. Das hätte auch im Fall Guttenberg geholfen. Wer etwa die Wörter “säkularer laizistischer” und “multireligiösen” googelt, stößt schnell auf den Artikel, aus dem der Verteidigungsminister abgeschrieben haben soll.

Die Suchmaschinen finden durchaus Texte, die nicht offen im Netz zugänglich sind. Denn viele wissenschaftliche Zeitschriften erlauben Google und Co, die Artikel zu indizieren. Wenn man dem Link folgt, landet man auf einer Seite, auf der Nutzer sich anmelden müssen – in der Regel gegen Gebühr.

Weber-Wulff verweist außerdem auf ein generelles Problem. Software könne Kopien finden, aber nicht alle Arten von Ideenklau. “Wenn ich einen Gedanken von anderen nehme und überarbeite, kann das ein Plagiat sein”, betont die Professorin.
“Das hat mit dem Internet nichts zu tun”, sagt sie auch. Trotzdem klagen nicht nur Universitäten sondern auch Schulen zunehmend über Web-Diebstahl: Kopien von Wikipedia-Artikeln oder anderen Internet-Quellen werden als Hausarbeiten eingereicht, Aufsätze bei Hausarbeiten-Börsen gekauft und als eigene Werke ausgegeben.

Ein Programm, das unter anderem von Schulen genutzt wird, ist die Software Plagiarism Finder der Paderborner Firma Mediaphor. Vorstand Gunter Wielage erklärt gegenüber dem Online-Portal Standard.at wie das Tool funktioniert. Die Software durchsucht das Internet nach bestimmten Wortfolgen und zeigt anschließend die duplizierten Fundstellen an.

Wielage räumt ein, dass die Software nicht lückenlos alle Plagiate finden kann und “nicht in wissenschaftlich Tiefe geht”. Erfolge werden trotzdem gemeldet. “Gerade viele Lehrer berichten uns, dass die Plagiatsfälle stark zurückgehen, wenn die Schüler wissen, dass ihre Arbeiten überprüft werden.”

Outsourcing-Destination Indien hat hier bereits ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Allen voran Schüler und Studenten in Australien haben das Outsourcing für sich entdeckt. Sie vergeben ihre Hausaufgaben an Online-Dienste in Indien oder Pakistan. Eine komplizierte Mathe-Aufgabe wird dort schon für 2 Dollar fremdgelöst. Für Aufsätze, Thesenpapiere oder Seminararbeiten muss man tiefer in die Tasche greifen. Auch wer es eilig hat, muss mehr zahlen. Webseiten wie Dissertation India bieten die Erledigung von Hausaufgaben zu Festpreisen an.

Auch Professorin Weber-Wulff kennt das Problem. Erst kürzlich habe ihr ein Kollege erzählt, “dass einer seiner Studenten seine Aufgabe als Jobangebot bei einer indischen Jobbörse gepostet hatte und um die 25 Euro für eine Lösung bot.” Zwar bieten die indischen Ghostwriter ihre Diensten nur auf Englisch an. “Aber es gibt Fächer, in denen es nicht auf Prosa ankommt, sondern auf Programmcodes oder chemische Ableitungen”, so die Expertin.

Im Gegensatz zu wahllosem Copy & Paste auf dem World Wide Web haben Hausarbeiten ‘made in India’ zudem einen entscheidenden Vorteil: Sie sind maßgeschneidert und damit immun gegen Plagiats-Software.

Fotogalerie: Einblicke in die IT-Nation Indien


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22 Kommentare zu Abgeschrieben: Diese Software entdeckt Plagiate

  • 17.2.2011 um 19:44 von Peter Huszmann

    Guttenberg-Plagiat
    Wieso überprüft die Uni-Bayreuth nach der Abgabe schriftlichen Doktorarbeit von Herrn Guttenberg nicht das Dokument auf vorhandene Plagiate und erst 2011.
    Es gibt ja z.B. eine spezielle Software mit dem Namen Turnitin, die an der Uni-Bielefeld seit Jahren erfolgreich zum Auffinden von Plagiaten eingesetzt wird.
    Dies ist wieder ein Beweis für das marode Bildungssystem in Deutschland.

  • 18.2.2011 um 09:05 von slobo

    Tja, …
    Warum die Uni Bayreuth nicht geprüft hat?
    Ganz klar: Wenn so einer wie Herr Baron kommt und einen Doktor braucht,
    werden alle Türen geöffnet. Ohne Fragen und anderen Unahnnehmlichkeiten.
    Schliesslich ist da ja ein Herr von und zu Baron bei uns. Hat man ja nicht immer.
    Da ist der Fehler nicht im Schulsystem, sondern der Fehler liegt in ein paar älteren Gehirnen, die nicht mehr richtig Ticken.Wenn ich dort meinen Doktor machen würde, müsste ich alle Hürden nehmen und würde nicht bevorzugt werden.

  • 18.2.2011 um 10:48 von caro-wehenkel

    Guttenberg diskusion
    Was sind wqir deutsche doch für Kleingeister, es gibt so viele falsche Aussagen, so viele Neider die diesem netten, gebiledetem vor allem aber
    aufstrebendem Politiker nicht die Butter auf dem Brot gönnt. Diese ganzen Politiker die sich in die Diskusion einschalten um endlich auch mal wieder
    etwas sagen zu können. GIBT ES NICHTS WICHTIGERES FÜR DIE ANDEREN POLITIKER
    als die Frage echt oder unecht? Keiner von den Herren fordert den Rücktritt von
    BER-LUST-KONI der sex mit einer Minderjährigen hat darf noch immer frei herumlaufen und auch noch ein ganzes LAND REGIEREN….er läuft noch immer frei herum und kann machen was er will und bei uns ist es ein Staatsakt wegen einmal
    abschreiben hat er es wirklich, warum hat man das damals nicht gleich gesehen warum erst jetzt wer hat das aufgestöbert wer hat was gegen Herren Guttenberg.
    Das ist doch wohl der Hohn wer versucht ihn anzuschwärzen?
    Wenn er es war dann um himmels willen soll er den doc nochmal schreiben aber bitte NOCHT AUFGEBEN ODER UNTERKRIEGEN LASSEN ES GIBT VIELE DIE ZU IHNEN HALLTEN; ICH BIN STOLZ DAS HERR GUTTENBERG so käpft und ich hoffe er wird eines Tages unser BUNDESKANZLER.
    Viel Glück und Ausdauer
    Grüße aus Nürnberg c.wehenkel

  • 18.2.2011 um 11:14 von Gerd Wildenfels

    zu Guttenberg Doktorarbeit Plagiat
    Es ist eine sehr üble Kampagne,um den beim Volk beliebten und geschätzten,
    Dr. zu Guttenberg, zu Fall zu bringen.

    Schon seit längerer Zeit wird versucht,ihn fertig zu machen.Als beliebtester Politiker, Strahlemann und eventuell Kandidat für die Wahl zum nächsten Bundeskanzler, ist er Manchen ein Dorn im Auge.

    Das beweist auch wieder die gegenwärtige Aktion um seine Doktorarbeit.
    Sollten nicht die Prüfer der Doktorarbeit von Herrn zu Guttenberg angeklagt werden,die so dumm waren und ihm vor 5 Jahren ein "summa cumlaude" gaben ohne scheinbar exakt diese Doktorarbeit zu prüfen. Normalerweise hätten sie die Originalzitate kennen sollen, da sie vermutlich zeitgemäß waren.
    In diesem Sinne unterstütze ich auch die Feststellung des Kommentators Herrn
    Huszmann.
    Ich selbst habe promoviert und weiß, das es einen "Doktorvater" gibt, der den Doktoranden betreut,sowie unabhängige Gutachter die die Arbeit prüfen und bewerten sowie zur Verteidigung zulassen. Die können doch nicht alle mit Blindheit geschlagen gewesen sein. Sie hätten die notwendigen Hinweise auf korrekte Einhaltung der Forderungen an eine Doktorarbeit geben und kontrollieren müssen.

    Wo man sich doch heute einen Titel käuflich besorgen kann, ist es doch ehrenwert, wenn Herr zu Guttenberg sich die Mühe gemacht hat, seine Arbeit selbst zu schreiben.
    Es könnte ja sein,das viele in den "Höheren Ebenen" Angst vor einem Minister mit gutem Benehmen, gutem Aussehen und Auftreten sowie einer bildhübschen und noch dazu intelligenten Ehefrau haben.
    Mein Kommentar sollte zum Nachdenken anregen.
    Ich gehöre keiner Partei an und mir geht es hier um den Menschen zu Guttenberg.

  • 18.2.2011 um 12:16 von Claudia M.

    Also…
    Wo hier alle so schön ihre Meinung äußern, möchte ich mich doch mal auf eine recht neutrale Seite schlagen…

    Doch zuerst möchte ich etwas persönliches loswerden: Ich kann Herrn zu Guttenberg nicht leiden. Er ist für mich alles andere als ein sympathischer Strahlemann, etc. Ich empfinde ihn persönlich als ZU glatt und auf mich macht er einen fast schon hinterlistigen Eindruck. Über solche Dinge wie den Afghanistan Besuch mit seiner Frau und einer Reporterriege muss man hier jetzt nicht diskutieren; sie tragen aber auch nicht grade zu einer Verbesserung meines Bildes von ihm bei.

    Ich gehöre ebenfalls keiner Partei an und befinde mich grade im Studium, habe jedoch noch nicht promoviert.

    Was ich dazu zu sagen habe ist Folgendes:
    1. Hätten diese Plagiatsvorwürfe nicht eher auffallen müssen?
    2. Stimmen sie überhaupt? Es ist ja durchaus möglich, dass eigene Gedankengänge einer anderen, bereits publizierten Theorie oder Meinung gleichen und man daher schon Gefahr läuft, ein Plagiat niederzuschreiben.
    3. Stimmen diese Vorwürfe, sollte Herr zu Guttenberg umgehend zurücktreten; denn einen Politiker, der sich mit einer Doktorwürde schmückt, die ihm nicht zusteht, ist nun alles andere als repräsentativ.

    In jedem Fall steht für mich jedoch fest, dass ich – sollte dieser Mann tatsächlich Bundeskanzler der BRD werden – so bald wie möglich auswandere.

  • 18.2.2011 um 12:16 von Andreas Krause

    Guttenberg
    Guttenberg eine Witzfigur!!!
    Seine Stellungnahme in der Tagesschau um 12 Uhr war der absolute Witz dieses unfähigen Politikers. Wenn man diesen Menschen fragen würde, was Politik bedeutet würde er selst darauf keine Antwort wissen. Einfach nur unfähig, wie fast alle Politiker in der heutigen Zeit. Eine gezüchtete Generation der Verlogenheit Die Interessen dieser Leute gilt nur noch dem eigenen Ego, auf deutsch gesagt: Kein ARSCH in der Hose!

    Andreas Krause

  • 18.2.2011 um 12:25 von Holger Barth

    Plagiate von zu Guttenberg
    Der Fall hat mit dem Verteidigungsminister gar nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr unabhängig von dem Verfasser der Arbeit um einen hochnotpeinlichen Wissenschaftsskandal, wenn eine (zumal rechtswissenschaftliche) Dissertation mit summa cum laude bewertet und in dem renommierten Verlag "duncker & humblot" veröffentlicht wird, die derart dreiste Plagiate beinhaltet. Mit "vergessenen" Fußnoten sind die einkopierten Stellen schon deshalb nicht zu erklären, weil der betreffende Text jeweils als eigener erscheint und offensichtlich auch erscheinen soll! Wollte man nachträglich Anführungszeichen und Fußnoten ergänzen, wäre die zahlreichen "eigenen" Textpassagen schlicht verschwunden. Die von dem Verfasser gewählte Methodik darf man nicht einmal Schülern oder Studenten in schriftlichen Arbeiten durchgehen lassen. Der Doktortitel ist wegen des Täuschungsversuchs zweifelsohne abzuerkennen.
    Holger Barth
    Rechtsanwalt

  • 18.2.2011 um 15:50 von NWJ

    zu Guttenberg
    Dieser Eiertanz kann einem schon Sorgen bereiten. Wie schon hier festgestellt worden ist, liegt das Dilemma erst mal innerhaöb der Universität. Dort wurde mit dreister Dummheit oder absichtlichem Wegschauen geprüft. Das Verfahren kann also nicht sauber gelaufen sein. An Universitäten außerhalb Bayern wäre das niemals gelaufen, dank "TURNITIN" und ähnlicher Software. Wenn jetzt eine Nachprüfung in Bayern stattfindet, dann wird danach der Dr.-Titel niemals aberkannt, dafür wird die CSU sorgen und der zuständige FDP-Minister wird schön die Füße stillhalten. Eines dürfte uns aber dieser Fall gezeigt haben, die hochgelobten Abiturnoten dort entstehen eben auf eine bestimmte Art und Weise.

  • 18.2.2011 um 16:55 von Felix von der Nehrung

    Guttenberg Plagiat
    Besser wär es gewesen, Herr Guttenberg hätte doch den Titel (und die Haltung) " Verfassung und verfass es recht" für seine Dissertation zu wählen.
    Felix von der Nehrung

  • 18.2.2011 um 17:14 von Ihr Heuchler

    Ihr Heuchler
    wer noch nie "gekupfert" hat soll den ersten Stein "schmeisen"

  • 18.2.2011 um 17:47 von Roland Zwätz

    Müßiggang ist aller Zaster Anfang
    Ein so gebildeter Mensch wie Herr von und zu Guttenberg schien offenbar noch nicht einmal erkannt zu haben, selbst solch banale Dinge zu nutzen, wie das Umformulieren von Zitaten, es damit allen "Googlern" unmöglich gemacht hätte, sein Abschreiben überhaupt zu entdecken. Jemand, der in das Rampenlicht der Öffentlichkeit rücken will und sich zur Elite der Nation zählen möchte
    hätte wissen müssen, dass im Zeitalter des Internets Viele ein Interesse daran haben, ihm auf diese Weise Steine in den Weg zu legen. Das ist schlicht und ergreifend eine Torheit von ihm.
    Wenn ich daran denke, als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, auf jedes "Gänsefüßchen" geachtet zu haben oder Passagen ohne Zitat entsprechend umzuformulierte und welch großer Arbeitsaufwand darin bestand, dafür "nur" die Note "Gut" erhalten habe, kann ich nur sagen: "Müßiggang ist aller Zaster Anfang".
    Ich scheine wohl einen großen Fehler begangen zu haben, mir den Arsch aufzureißen.

  • 18.2.2011 um 18:04 von Claudia M.

    Heuchler?
    Würde meine Universität feststellen, dass ich als Hausarbeit ein (Teil-)Plagiat abgegeben habe, würde ich exmatrikuliert. So einfach ist das.

    Wie der Herr Rechtsanwalt bereits treffend bemerkt hat, waren das keine einfachen Fehler, sondern eine schlichte Unterschlagung.

    Amüsant, dass die Süddeutsche bereits auf den Zug aufspringt und damit wirbt, dass ihre Artikel "summa cum laude" sind und man sie beruhigt lesen kann!

    Es geht hier nicht um eine Klassenarbeit, bei der man vor Nervosität mal zum Nachbarn schielt, sondern um einen Doktortitel, an dem man beliebig lange schreiben kann (manche tun das ja ein ganzes Leben weil sie sich in Details verlieren). Daher ist der obrige Kommentar völlig unsachlich.

  • 18.2.2011 um 19:35 von Joana

    Summa cum????????????
    DAS ist ja vielleicht ein abartiges Argument, dass NEIDER ihm seinen Titel nicht gönnen?

    Hat er abgeschrieben, ja oder nein? JA! Und seit wann ist sowas zulässig? Schon in der Schule kann ich nicht ungestraft vom Nachbarn abschreiben und auch ein Herr von und zu hat sich daran zu halten. Und für so einen Schmus aus anderer Leute Feder gab es "summa cum laude"? Da gebe ich meinem "Vorschreiber" Recht, das war sicher vorauseilender Gehorsam seiner Prüfer. Die sollte man auch mal unter die Lupe nehmen!

  • 18.2.2011 um 20:02 von Wattwurm

    … und jetzt auch alle Weiteren prüfen?
    Geschummelt? Gemogelt? Ge…?
    Nicht festgestellt. Nicht bemerkt. Nicht geprüft.
    Verjährt dieses Versäumnis irgendwann?
    Doktor – oder nicht – er kann doch, was von ihm erwartet wird.
    Was kommt als Nächstes: Ein als Anerkennung geadelter Urahn aus dem Jahr wasweißich 1241 a. D., dessen Heldentum nicht zweifelsfrei nachzuweisen ist?
    Ich würde ihn in Ruhe arbeiten lassen – schwierig genug – vielleicht schafft er den Ausstieg aus Afganistan.

  • 18.2.2011 um 20:21 von Ralf

    Akademikergeschwafel……
    Da hat also einer nicht gekennzeichnet zitiert und bis heute fällt es keinem auf, uuuups…..

    Sicherlich ein wissenschaftlicher Skandal oder aber ein Doktorvater der den Namen nicht verdient. Vielleicht einer der Professoren die vor lauter gut dotierten privatwirtschaftlichen Beraterverträgen keine Zeit mehr für die wissenschaftliche Lehre hat und seine Aufgaben als Hochschulprofessor vernachlässigt??

    Vielleicht aber auch ein Versuch der inneren Bundeswehrmischpoke die ihre Besitzstände wahren wollen? Lassen vielleicht sogar die Schlapphüte vom MAD grüßen??

    Ok, Verschwörungstheorien!! Ich frage mich nur, warum wird das gerade jetzt alles publik?? Schlagt doch mal bei Edgar J Hoover nach!!

  • 18.2.2011 um 20:26 von mlohse

    Plagiat
    Oh diese Kleingeister! Wenn ich promoviert werde, hat die Hochschule die Pflicht, meine Arbeit zu BEWERTEN! Und dazu gehört wohl auch der Test auf Autentizität. Wenn ich mich mit einem Thema konsequent beschäftige, geschieht es naturgemäß, dass ich mich auch identifiziere; das kann bedeuten, mir Gedanken zu eigen zu machen, was dazu führen kann, diese Gedanken als meine eigenen Gedanken zu betrachten und zu kommunizieren! Jeder Schriftsteller macht das, jeder Priester zitiert mehr oder weniger autentisch die Bibel! Wollt ihr Hermann Hesse des Plagiats anklagen, weil er sich die Gedanken des Hinduismus zu eigen gemacht hat, um sie in Siddharta zu kommunizieren?

    Was habt Ihr Plagiatsjäger eigentlich sonst noch zu tun? Wie wäre es mit nützlicher gemeindienlicher Arbeit? Es gibt soziale Einrichtungen, die händeringend nach engagierten Mitarbeitern suchen. Stellt Eure Energie den Menschen zur Verfügung, welche dieser Energie bedürfen…

  • 18.2.2011 um 20:26 von Alexandra von Weiss-Leder

    Neiddebatte zu Guttenberg
    Es ist geradezu ungeheuerlich mit welchem Zeitaufwand und mit welcher Akribie sich die Medien mit dieser "causa" beschäftigen. So gibt es gerade ein "ZDF Spezial" hierüber. Das ist geradezu absurd und ungeheuerlich. Wer ausser der Opposition hat hieran ein Interesse? Allenfalls unsere massenhaft existierenden mittelmäßigen z.Teil ungebildeten Politiker, aus Neid um die zugegebenermaßen nicht nur politisch vorhandenen Qualitäten des Ministers, Qualitäten deren Ausmaß sich das "gros" nur wünschen könnte. Hinzu kommt die Unbeholfenheit Deutschen, mit dem "Adel" umzugehen und letztendlich die Scheu vor ihm. Im übrigen ist es bei uns ein Makel, aus der Masse hervorzuragen, bzw. anders zu sein, als die Masse.

    Primär ist die Dissertation die Privatsache eines Einzelnen, so dass auch die Forderung von Journalisten vom heutigen Tag ins Leere geht, von zu Guttenberg eine Stellungnahme zu erwarten. In Anbetracht der Tatsache, dass das "Abpinseln" bei Prüfungen, akademischen Arbeiten generell, leider üblich ist, erscheint mir der Fall zu Guttenberg nicht der Rede wert. Dass der Minister es nicht nötig hat "Abzupinseln", steht sicher ausser Frage. Fehler , die der Minister einräumt, besagen noch lange nichts darüber, ob die gesamte Dissertation dadurch als keine ihm mehr zuzurechnende geistige Arbeit anzusehen ist. Nur darauf kommt es an. Und wenn: was besagt das schon???? Dass er als Politiker wegen etwaiger privater Verfehlungen, die wie gesagt üblich sind, nicht mehr tragbar wäre? Wie ist ein Kanzler tragbar, der in dritter Ehe verheiratet ist? Wie kann es sein, dass jmd. in Bayern Wirtschaftsminister wird, der alkoholisiert einen tödl. Verkehrsunfall verursacht? Ich denke, das ist ein anderes Kaliber als die causa zu Guttenberg.

  • 18.2.2011 um 21:23 von Thomas Kesel

    Guttenberg Plagiatsvorwurf
    Schönen Adend,

    ich empfinde es als eine Unmöglichkeit, dass Studierende in Deutschland, die bei ihre Hausarbeit schummeln sofort exmatrikuliert werden, während ein solches Vergehen nicht direkt zu gleichwertigen Konsequenzen führt. Die Unterschrift zur Erklärung der Eigenverantwortlichkeit ist ein Rechtsbestand und muss auch als solcher behandelt werden. Sollte dies nicht geschehen, bringt man den ganzen Doktorenstand in MISSKREDIT!!! Auch andere haben ihre Doktorzeit arbeitenderweise finanziert und dennoch gewissenhaft gearbeitete. Glaubt Herr Verteidigungsminister denn wirklich er sei der einzige Doktorand gewesen, der so lange und viel gearbeitet habe? Der Leistung des Umfangs ist keinerlei Besonderheit zuzugestehen. Das ist doch gängig!

    Abgesehen davon bekommt jeder Autor mindestens einen Vorabdruck zur Korrektur: die Fahne!Und das wird wohl bei dem "Dunker und Humbolt" Verlag nicht anders gewesen sein.
    Somit müsste sich Herr von Guttenberg mindestens dreifach geirrt haben:
    a) bei der Verteidigund (Dissertation)
    b) bei der Druckfreigabe
    c) bei der Überarbeitung der Fahne

    Hallo???!!!???

    Dann bleibt uns nur zu hoffen, dass unser Hausarzt keinen Dr. hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Kessel

  • 18.2.2011 um 23:12 von Oliver H.

    Guttenberg Plagiat
    Nicht jede Dissertation wird automatisch durch irgendeinen elektronischen Filter o. ä. gejagt, das muss man wissen. Wäre ja auch ein Heidenaufwand. Schließlich erklärt man ja auch an Eides statt, dass man sich an die Regeln des Wissenschaftlichen Arbeitens gehalten hat. Bei so einer mehr oder weniger umfangreichen Arbeit kann es schon mal sein, dass man die eine oder andere Fußnote vergißt zu setzen o. a. Außerdem ist Vieles schon einmal irgendwo so oder ähnlich gesagt oder geschrieben worden, auch das kann natürlich vorkommen. Man kann nun mal nicht jedes Rad zweimal erfinden. Was natürlich nicht geht, ist absichtliche Täuschung usw. Wobei man sich in dem Fall schon fragen kann, was ist Politik und was ernsthaftes wissenschaftliches Interesse der diversen Kritiker? Sehr fadenscheinig das Ganze und ein wenig heuchlerisch. Ich denke, bei den meisten Dissertationen anderer Politiker oder auch sonstiger Promis macht man sich nicht per se die Mühe, nach Fehlern zu suchen. Dies geschah m. E. hier bewusst, man wollte was finden. Sicherlich wird er auch nicht der Einzige mit nicht kenntlich gemachten Zitaten in seiner Schrift sein und ähnlich unsauber gearbeitet bzw. recherchiert hat, soviel ist mal sicher. Und dann muss man ihm ja die Absicht noch nachweisen und nicht nur unterstellen. Zudem hat man auch eine bestimmte Frist, in dem man die Sache "nacharbeiten" könnte. Die Angelegenheit riecht alles in allem schon sehr faul und man sollte sich wirklich fragen, was ein Ministerposten mit der Doktorarbeit zu tun haben soll. Eigentlich erst einmal nicht viel, solange er den Job, für den er eingestellt wurde, gut macht. Und den hat er sicher nicht nur aufgrund des Titels erhalten.

  • 18.2.2011 um 23:52 von kamill haas

    Jagd auf politischen Gegner
    Hochbezahlte Professoren und weitere Persönlichkeiten aus dem "links-grünen Lager" machen plötzlich Jagd gegen einen beliebten Politiker unserer Regierung.

    Leider gibt es wenige Politiker, die von den Bürgern so geachtet werden, wie Herr von Guttenberg. Den meisten Wählern war nicht einmal bekannt, dass er einen Doktortitel hat, der auf sein Können keinen Einfluss hat.

    Wer bezahlt eigentlich diese Jäger? Offensichtlich die, die auch seinen Rücktritt fordern. Diese Jagd und Hetze gegen Guttenberg erinnert leider an frühere Zeiten der deutschen Geschichte.

    Hoffentlich gibt es seitens des Ministers keinen Rücktritt.

  • 19.2.2011 um 00:32 von aquatintus

    Der gute zu Guttenberg
    Mal grundsätzlich: Ich bin kein politischer Feind von Herrn zu Guttenberg, der CSU, Frau Merkel etc.. Aber ich habe für meinen eigenen Doktortitel vier lange Jahre mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten müssen, da ich mir nebenbei meinen Lebensunterhalt selbst verdienen musste. Sich ein derartiges Werk von anderen verfassen zu lassen oder Teile davon aus fremden Quellen zu übernehmen, ohne sie zu zitieren, widerspricht jeder Promotionsordnung, ist Verrat an der Wissenschaft, unehrenhaft, ist Betrug und entwertet die akademische Ausbildung. So etwas stellt eine Beleidigung all derer dar, die hart für den Erfolg ihrer Mühen kämpfen müssen. Meinem Doktorvater jedenfalls musste ich bei Einreichung meiner Dissertation die vollständigen Kopien aller von mir zitierten Textstellen vorlegen, damit er sie überprüfen konnte, bevor er meine Arbeit überhaupt angenommen hat.
    Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, die nun im Raum stehen, ist Herr zu Guttenberg in meinen Augen ein Betrüger, ein Dieb geistigen Eigentums und ein Blender. Als Dienstherr zweier Bundeswehrhochschulen, die jedem ihrer Absolventen, dem zu Recht ähnliche Vorwürfe gemacht werden könnten, entfernen würden, ist er nicht tragbar. Von einem solch eitlen Menschen regiert zu werden, der sich offenbar gern mit einem akademischen Grad schmücken möchte, dem aber das Arbeiten dafür zu mühselig war, der es trotz vor sich hergetragene hehrer Ansprüche bei sich persönlich mit dem anständigen Verhalten nicht so genau nimmt, halte ich für eine Zumutung.

    Die gegenwärtige "Schutzkampagne" ist nicht irgendwelchen links oder sonst wo stehenden Parteien vorzuwerfen, sondern die ist selbst eingebrockt – der Schmutz ist gewissermaßen selbstgemacht. Wenn die Universität Bayreuth ihren einigermaßen guten Ruf behalten möchte, sollte sie ohne Ansehen der Person diesen Fall schnell aufklären und dann auch die richtigen Konsequenzen ziehen. Wie ein ordentlicher Hochschulprofessor und die Juristische Fakultät dieser Hochschule dazu kommen, eine derartige Dissertation mit der Höchstnote "summa cum laude" zu bewerten, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen und verdient hochschulintern weitere Nachfragen..

  • 19.2.2011 um 04:18 von Erna von Hinten

    Guttenberg = Pappkamerad
    Ich muss schon sagen, verbatim ganze Passagen ohne Zitat zu uebernehmen ist grosse Scheisse. Mit ein bisschen Aufwand und Anfuehrungsstrichen haette der liebe (ex Dr. und wohl auch bald ex Minister) zu Guttenberg daraus eine, wenn auch schwache, RITE Dissertation hinbekommen. Was soll das?? Hier steht die Glaubwuerdigkeit einer Traditionsuni auf dem Spiel, wen scheren schon die Belange eines adligen Pappkameraden? Weg mit dem Clown…

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