SAP erneuert Business Objects mit In-Memory und Mobility

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Unternehmen sollen mit Business Objects 4.0 nicht nur in den Genuss von Echtzeitanalyse und mobilen Szenarien kommen, sondern auch Informationen aus ‘virtuellen Organisationen’ mit für ihre Entscheidungen heranziehen können.

Business Objects 4.0 verfügt nicht nur über Business Intelligence (BI)-Lösungen sondern bildet zudem ein Enterprise Information Management (EIM) mit ab. Derzeit arbeiten schon einige so genannte “Ramp-up-Anwender” mit dem Tool, spätestens im Mai soll die neue Version für den gesamten Markt zur Verfügung stehen, wie SAP bei einer Veranstaltung in New York mitteilte.

Ursprünglich war diese neue Version von Business Objects schon für das Jahr 2010 geplant. Doch wie ein SAP-Sprecher in New York erklärte, waren es keine technischen Schwierigkeiten, die zu der Verzögerung geführt hätten. Vielmehr sei durch neue Technologien der Funktionsumfang der neuen Business-Intelligence-Suite stärker als erwartet gewachsen. SAP hat dafür neben einigen mobilen Funktionen und anderen Technologien aus der Sybase-Übernahme zum Beispiel auch neue In-Memory Funktionen eingeführt sowie ein CEP, ein Complex Event Processing.

Für die In-Memory-Analyse setzt SAP derzeit stark auf HANA, die High Performance Analytic Appliance, über die sich Suchen und Abfragen in Datenbanken dramatisch beschleunigen lassen. Ein wichtiger Punkt für SAP ist in diesem Zusammenhang auch, dass durch diese In-Memory-Analyse klassische Datenbanken, wie man sie zum Beispiel von Oracle kennt, ihre zentrale Rolle etwas einbüßen.

“In-Memory zusammen mit Mobility, das ist die Killer-Applikation von SAP”, schwärmte Steve Lucas , Global Senior Executive von SAP in New York. Anwender können diese On-Premise, On-Demand oder in Hybrid-Installationen nutzen. Vor allem Mobility wird bei SAP großgeschrieben, wie die tausenden iPads beweisen, die derzeit bei SAP intern im Betrieb sind.

So sieht eine Echtzeitanalyse in Business Objects 4.0 aus.
So sieht eine Echtzeitanalyse in Business Objects 4.0 aus. Quelle: SAP

Das Thema Mobilität muss SAP aber auch an der Oberfläche angehen. Damit die SAP-Anwendungen auch auf Tablets laufen können, müssen die Nutzerschnittstellen besonders gestaltet werden. Die neuen BI- und EIM-Versionen basieren daher nicht nur auf einer gemeinsamen Infrastruktur, wie das Unternehmen mitteilt, sondern sollen in der Benutzerführung den Apps für soziale Netzwerke nachempfunden worden sein.

Mit BO 4.0 führt SAP laut eigenen Angaben aber auch strukturierte Unternehmensdaten und Informationen aus sozialen Netzen zusammen.

“In der Vergangenheit haben sich Unternehmen in der Regel nur innerhalb einzelner Projekte mit dem Thema Business Intelligence beschäftigt. Diese Projekte waren weder miteinander noch mit EIM-Initiativen innerhalb des Unternehmens verknüpft. Dadurch war es unmöglich, die jeweiligen Daten zusammenzuführen”, erklärt IDC-Analyst Carl W. Olofson. SAPs neue BI-und EIM-Lösungen könnten laut Olofson vor allem sehr große Datenmengen verarbeiten und zudem auch Daten aus sozialen Netzen einbeziehen.

 BO 4.0 kann auch strukturierte sowie unstrukturierte Daten wie etwa Facebook oder Twitter – hier im Bild – zusammenführen. Quelle: SAP
BO 4.0 kann auch strukturierte sowie unstrukturierte Daten wie etwa Facebook oder Twitter – hier im Bild – zusammenführen. Quelle: SAP

SAP jubelt diese neuen Technologien hoch, und das auch völlig zurecht. Allerdings wollen die meisten Anwender in den nächsten Monaten hier noch nicht investieren. Business Intelligence, Virtualisierung und Portallösungen, so heißen derzeit die dringenden Probleme der Anwender, wie eine Studie der DSAG vor einigen Wochen gezeigt hat. Die Entwicklung bei In-Memory, Mobility, Sozialen Netzwerken und On-Demand werden zwar mit Interesse beobachtet, doch offenbar muss sich hier der Nutzen der neuen Technologien erst beweisen, wie zum Beispiel bei dem Werkzeughersteller Hilti, der derzeit mit HANA experimentiert. Was aber, wie Analysten erklären auf jeden Fall mit der neuen Version verbessert wurde, ist eine vereinheitlichte Oberfläche über sämtliche Module hinweg.

Neu in der Version 4.0 ist auch eine neue Funktion für Complex-Event-Processing (CEP). Hier konkurriert SAP mit IBM, Microsoft und Oracle. Das Produkt ‘Event Insight’ ist ein weiterer Bestandteil der Sybase-Übernahme. Diese CEP-Lösung durchsucht Informationen aus transaktionalen Systemen und Sensoren nach bestimmten Mustern und Zusammenhängen. Stellt die Software einen solchen Zusammenhang fest, dann kann sie auch eine vordefinierte Reaktion darauf auslösen.

Als Anwender kann SAP das Bahnunternehmen Canadian National Railway (CN) präsentieren. “Wir haben Millionen von Wirtschaftsgütern in ganz Nordamerika – viele davon sind mobil”, erklärt Alan Cape, IT-Director bei CN. “Mit Complex-Event-Processing (CEP) werden wir Echtzeit-Telemetrie-Funktionen für diese Wirtschaftsgüter sowie die Betriebssysteme mit robusten Analysefunktionen in eine intuitive, kartenbasierte Benutzeroberfläche integrieren können.” Das Unternehmen will auf diese Weise komplexe Ereignisse besser verstehen und analysieren können und der Kundenservice soll so verbessert werden.

Neben Event Insight hat SAP in BO 4.0 auch das Datenintegrations- und Konsolidierungs-Tool ‘Data Services’ und den ‘Information Steward’ eingeführt, der für eine höhere Datenqualität sorgen soll. Mit Support für native 64-Bit-Unterstützung und Virtualisierung hat SAP für eine höhere Skalierbarkeit der Lösung gesorgt.

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