Intels USB-Konkurrent heißt Thunderbolt

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Was Intel in den vergangenen Jahren unter Light Peak entwickelte, soll jetzt unter der Marke Thunderbolt vertrieben werden. Mit Apples neuen Macbooks Pro ist die Verbindungstechnologie bereits verfügbar.

Wie im Vorfeld angekündigt, trumpft Thunderbolt mit Bandbreiten von bis zu 10 GBit/s auf. Mit Thunderbolt will Intel nicht nur Drucker, externe Festplatten oder Laufwerke, sondern auch Monitore verbinden. Damit wäre nur noch ein Stecker für die meisten Anwender nötig.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Konkurrenten USB ist auch die Tatsache, dass sich dabei zum Beispiel HD-Video-Übertragungen und auch große Downloads über ein Kabel realisieren lassen, und das gleichzeitig in beide Richtungen.

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Zudem kann Thunderbolt dank eines Controller-Chips von Intel die Protokolle PCI Express und DisplayPort simultan verarbeiten. Über PCI Express ließen sich bereits heute die meisten Peripheriegeräte anschließen, heißt es von Intel. Dank PCI Express, so Intel Manager Jason Ziller, fühlen sich Peripheriegeräte so an, als seien sie “im Computer”. PCIe oder PCI Express wird heute meist verwendet, um zum Beispiel Video-Karten mit dem Motherboard eines Rechners zu verbinden.

Und über die Unterstützung von DisplayPort könnten nicht nur Monitore mit Auflösungen jenseits der 1080p, sondern auch bis zu 8 Audiokanäle gleichzeitig angesteuert werden. Thunderbolt passt in die bestehenden DisplayPort-Monitore und -Adapter.

So funktioniert Thunderbolt: Zwischen den Controllern werden bidirektional Daten übertragen. Die Controller übersetzen diese dann in die beiden Protokolle. Quelle: Intel
So funktioniert Thunderbolt: Zwischen den Controllern werden bidirektional Daten übertragen. Die Controller übersetzen diese dann in die beiden Protokolle. Quelle: Intel

Zunächst war ‘Light Peak’ als Glasfasertechnologie geplant. Doch 2010 hatte sich Intel entschlossen, die Übertragung über Kupferkabel zu realisieren, um die Technologie schneller auf den Markt bringen zu können. Nach wie vor arbeite Intel daran, Thunderbolt auch in einer optischen Übertragung zu implementieren. Doch liegt dafür derzeit kein Zeitplan vor. Durch die optische Übertragung würde sich auf jeden Fall die ‘Reichweite’ von Thunderbolt erheblich verbessern. Mehrere Zehn Meter könnten sich so überbrücken lassen, so Intel bei der Vorstellung in New York. Möglicherweise könnte Intel aber noch in diesem Jahr eine entsprechende Weiterentwicklung vorstellen.

Thunderbolt-Geräte setzen auf einen gemeinsamen Konnektor über ein Kupferkabel. So ist die Verkettung (Daisy-Chain) von bis zu sieben Geräten hintereinander möglich. Aufgrund der Tatsache, dass Anwender nur noch einen Anschluss brauchen, seien beispielsweise bei Laptops auch deutlich kleinere Formfaktoren möglich, heißt es von Intel.

Noch preist Intel den neuen Standard als Ergänzung zu Standards wie USB 3.0 an. Andere Schnittstellentechnologien wolle Intel natürlich auch weiterhin unterstützen. Wie Ziller erklärte, werde es beide Plattformen auf dem Markt geben. Hilfreich ist Thunderbolt immer dann, wenn besonders große Datenmengen schnell übertragen werden. Zum Beispiel bei der Echtzeitübertragung von Videos, bei der Bearbeitung von Filmen, oder beim Speichern großer Datenmengen.

Neben Apple wollen nun auch die Hersteller Aja, Apogee, Avid, Blackmagic, LaCie, Promise und Western Digital nachziehen und in den nächsten Monaten kompatible Geräte veröffentlichen.

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Die Namen der großen Hersteller wie Dell, HP, Fujitsu, Lenovo oder Toshiba sucht man in der Mitteilung allerdings vergeblich. Diese Zurückhaltung könnte vielleicht darauf zurückzuführen sein, dass Intel offenbar sehr eng mit Apple an dem Standard gearbeitet hat. Das könnte andere Hersteller abschrecken. Derzeit scheint Thunderbolt nur auf dem PC eine Rolle zu spielen. Ob die Technologie auch in anderen Anwendungsgebieten Einzug halten wird, ist derzeit noch offen.

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