ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Japan erlebt nach Worten von Ministerpräsident Naoto Kan derzeit “die schlimmste Katastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg”. Satellitenbilder zeigen eine Apokalypse. Glück im Unglück: Einige Kühlsysteme von Kernreaktoren haben Erdbeben und Tsunami nicht standgehalten, aber die Internetverbindungen.

Das Wort Tsunami stammt aus dem Japanischen und bedeutet “Hafenwelle”. Es geht auf Fischer zurück. Diese kehrten vom Fang in den Hafen zurück – und fanden alles zertrümmert vor. Wellen waren unter den Booten hindurch gerollt und hatte sich vor der japanischen Steilküste zu einer zerstörerischen Kraft aufgebaut.

Fotogalerie: Apokalyptische Bilder aus Japan


» Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Am 11. März wurde Japan von einem Erdbeben der Stärke 9,0, Nachbeben und einem Tsunami mit bis zu zehn Meter hohen Wellen getroffen. Dem haben einige Kühlsysteme von Kernreaktoren nicht standgehalten – aber die Internetverbindungen. Das berichtet Jim Cowie, Chief Technology Officer bei Renesys, in seinem Blog. Zum selben Ergebnis kommen die Tester von Keynote, die VentureBeat zitiert: “Im großen Maßstab hat das Internet das getan, was es tun soll. Es hat nicht einmal gezuckt.”

Cowie schreibt: “Es steht fest, dass die Internetverbindungen diese Katastrophe besser überstanden haben, als es irgendjemand vermutet hätte. Die Ingenieure, die Japans Internet aufgebaut haben, haben ein dichtes Netz von nationalen und internationalen Verbindungen konstruiert, das zu den mächtigsten und vielfältigsten weltweit gehört – so wie es sich für ein wichtiges Gateway für Verbindungen zwischen Ostasien und dem Rest der Welt gehört.”

“So wie es jetzt aussieht, konnte das Internet dank ihrer Arbeit das tun, was es am besten kann: Daten um Katastrophenorte herumleiten und den Paketfluss trotz des entsetzlichen Chaos und der Ungewissheit aufrechterhalten”, erklärt Cowie.

Laut den Logdateien von Internet Multifeed, einem japanischen Internetunternehmen, gab es beim Traffic an ihren Netzwerkzugängen lediglich eine kleine Delle von zehn Prozent im Vergleich zum Alltag vor der Katastrophe.

Natürlich blieb das japanische Internet nicht komplett verschont. Pacific Crossing, ein Unternehmen für Internetinfrastruktur, die Japan mit den USA verbindet, berichtet von zwei Kabeln im Pazifik, “die zur Zeit wegen des Erdbebens in Japan defekt sind”. “Die Anschlussstation für Unterseekabel in Ajigaura wurde wegen des Tsunami an der japanischen Ostküste evakuiert. Gegenwärtig gibt es keine Informationen über Reparaturarbeiten und einen möglichen Termin für deren Abschluss.”

Zusätzlich sollen zwei Segmente von Pacnets EAC Kabelsystem zerstört worden sein. Cowie berichtet aber in seinem Blog: “Von rund 6000 japanischen Subnetzen im weltweiten Routing-System wurden nur rund 100 zwischenzeitlich vom Netz genommen. Diese Zahl ist in den Stunden nach der Katastrophe gesunken. Provider in der Nachbarschaft der Region berichteten von Datenstaus und Ausfällen beim Traffic als Nachwirkungen des Erdbebens. Trotzdem sind die meisten Websites online und funktionieren auch. Das Internet steht für lebenswichtige Kommunikationsaufgaben zur Verfügung.”

Bereits kurz nach dem Erdbeben hatte Google sein Online-Tool ‘Person Finder’ angeboten. Die Site soll Verwandten und Freunden von Vermissten helfen, mit Opfern sobald möglich in Kontakt zu treten. Das Angebot steht in englischer und japanischer Sprache zur Verfügung. Nutzer können Namen von Vermissten registrieren oder Informationen zu verzeichneten Personen eingeben, wenn sie Informationen zu ihrem Verbleib haben.

Für Blogger und Websitebetreiber besteht außerdem die Möglichkeit, den Person Finder in eigene HTML-Seiten einzubetten. Außerdem hat Google eine Krisenseite eingerichtet, die Informationsmöglichkeiten zur Katastrophe im Pazifik auflistet.

silicon für mobile Geräte
Android-App Google Currents App for iOS

avast! Antivirus

Mehr als 200 Millionen Nutzer vertrauen avast! beim Schutz Ihrer Geräte - mehr als jedem anderen Antiviren-Programm. Und jetzt ist avast! noch besser. Jetzt herunterladen!

Möchten nicht auch Sie wissen, wie zufrieden andere Anwender mit der Nutzung ihrer CRM-Anwendung imSaaS-Modell sind, warum sie sich dagegen entschieden haben oder sich gar nicht damit beschäftigen wollen? Diesen und anderen Fragen geht Hassan Hosseini von The-Industry-Analyst.com in Kooperation mit dem Herausgeber von silicon.de in der aktuellen Umfrage zur CRM Nutzung als "Software as a Service" in Deutschland nach.

Jetzt teilnehmen!

Mehr zum Thema

Neuester Kommentar




8 Kommentare zu Japan: Die Spur der Verwüstung

  • 14.3.2011 um 17:10 von Martin Bartonitz

    Es gibt keine Sicherheit, weil wir nicht wissen …
    Frau Merkel sagte gestern mehrfach: “Nach Allem, was wir wissen, ist die Sicherheit unserer Kernkraftwerke gegeben.” Hier möchte ich Ihnen, Frau Merkel, entgegnen, dass uns genau aber das, was wir nicht wissen, solche Sorgen machen muss, dass wir uns eine solch Tot-bringende Technik nicht leisten können und wir Bürger auch nicht wollen. Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt und wollen sie ihnen heil übergeben!
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/13/kernkraftwerke-und-warum-es-ein-wiegen-in-sicherheit-nicht-geben-kann

  • 15.3.2011 um 08:30 von Ingrid Vos

    Italien: Kernkraftwerke & Erdbeben
    Vor allem Politiker sind bedacht, ihr "Gesicht zu wahren". Frau Merkel wird hier nur schwer zu einer totalen Kehrtwende zu bewegen sein.

    Die Debatte in Deutschland über Kraftwerke sollte Risiken durch die Politik im Bereich Kernkraft in Nachbarländern, vor allem Italien, mit einbeziehen. Erdbeben sind dort nicht unbekannt!

  • 15.3.2011 um 09:42 von Andreas Giese

    …und ein Moratorium…
    Und wieder sehen wir den üblichen Aktionismus:
    Drei Monate ein Moratorium ausrufen (es sind ja Wahlen, welche nicht ganz verloren werden dürfen!!! Der arme Mappus…)
    Und dann sind die Wahlen gelaufen, drei Monate sind um und die Energieriesen werden sich hinter den Türen wieder ihre Schäfchen ins trockene holen!

  • 15.3.2011 um 11:08 von Tom Weber

    Der neue Medienhype… nach Guttenberg ist es jetzt wieder einmal die Atomkraft dran und die Zerstörung Kachelmanns ist ja schon fast vergessen…
    In Japan geschieht eine schreckliche Tragödie durch Erdbeben und Tsunami und die Paranoiker der Welt haben nichts Besseres zu tun, als über ein Restrisiko bei den lokalen Kernkraftwerken zu klagen. Sicher gibt es Überprüfungen, in die die aktuellen Erkenntnisse einfließen.
    Ob es in Japan auch noch zu eine atomaren Katastrophe kommt, werden erst die nächsten Tage zeigen. Das passierte aber in Japan, nach einem Erdbeben der Stärke 9.0!!
    Momentan gibt es dort nicht mehr Strahlung, als die, die man auf einem Urlaubsflug nach Thailand oder in die Karibik in 10.000 m Höhe abbekommt.
    Die Medien konstruieren den Hype und alles springt auf den Zug auf. Oft respektlos und sehr oft scheinbar ohne über Anstand und Moral auch nur kurz nachzudenken. Die Informationsplattform Internet mutiert zum Kneipenstammtisch.
    In Libyen passiert momentan nicht so viel, nur wenig Tote? , es ist schon nicht mehr in allen Nachrichtensendungen zu finden. Kachelmann und Guttenberg wurden nach allen Möglichkeiten der ?Medienkunst? fertig gemacht, ihr Berufsleben zerstört. (einen Richterspruch hat es nicht gegeben!). Ironie des Schicksals: wäre die Katastrophe in Japan früher geschehen, wäre Guttenberg vermutlich noch im Amt.
    ?und da Japan weit weg ist, wir das Thema Tsunami ja schon kennen, wird jetzt der nächste Medienhype um die Kernkraft konstruiert. Zur Zeit sind es noch erstaunlich wenig Demonstranten, aber die Medien werden das schon zur Kampagne machen.
    Dabei gibt es ein Restrisiko fast überall und immer. Schon für die Neandertaler gab es Restrisiken.
    Warum geht ihr morgens aus dem Haus? Es gibt ca. 5.000 Verkehrstote im Jahr. Das sind 50.000 in 10 Jahren ! Sollte wegen diesem Risiko der gesamte Straßenverkehr verboten werden? Hier lassen sich sicher noch weitere ?Restrisiken? konstruieren z.B. bei den Gefahrguttransporten ? und ein Verkehrsflugzeug ist auch schon mal in ein Haus gestürzt (Niederlande).
    M.E. ist es auch scheinheilig, einen neuen Medienhype zu etablieren um die wenigen deutschen Kernkraftwerke herum deren Laufzeit begrenzt ist und die höchsten Sicherheitsstandards entsprechen … und dann den Atomstrom bei den Nachbarn zu kaufen, weil er dort ja so günstig ist.

  • 15.3.2011 um 11:57 von Joachim Stephan

    Medienhype
    Was, Herr Weber, ist ein "Medienhype"? "Medienhype" ist m.E. ein Begriff, der selbst schon "hype" ist und vor allem gerne von denen benutzt wird, denen der Medienwind gerade ins Gesicht bläst.

    Sie schreiben von Restrisiko und bringen Beispiele, welche nichts aber auch gar nichts mit der Situation in Japan zu tun haben! Es geht hier nicht um einen Unfall an einer Straßenkreuzung von dem man hinter der nächsten Ecke nichts mehr mitbekommt. Hiervon sind ganze Landstriche betroffen, die u.U. auf ewig (auf Menschenleben bezogen) nicht mehr nutzbar sein werden.

    Ja, es gibt ein Lebensrisiko, das ist wohl jedem einigermaßen nachdenkenden Menschen klar. Bei einer Technologie wie der Kernkraft von einem "Restrisiko" zu sprechen ist Zynismus pur! Haben Sie Tschernobyl schon vergessen? Von den zig Zehntausenden, die damals unmittelbar an der Folgen der Katastrophe starben und den zahllosen, die in der Folge erkrankten wissen Sie auch nichts mehr? Befragen Sie doch mal diese Menschen zum Thema Restrisiko!

    Nun argumentieren Sie mit deutschen Sicherheitsstandards. Das war ja das beliebteste Totschlagargument in Bezug auf die russische Technologie. Dummerweise sind die Sicherheitsstandards in Japan sogar höher als bei uns. Und nun?

    Hier geht es nicht um einen Medienhype, wenn auch die Sachlichkeit sicherlich zu wüschen übrig lässt. Aber diese nehme ich gerne in Kauf, wenn dadurch ein breite Masse etwas darüber erfährt, welche Schweinereien von gewissen Zirkeln aus Politik und Wirtschaft aus reiner Geldgier veranstaltet werden.

  • 15.3.2011 um 12:18 von sausewind

    Kurzsichtige Argumente
    Und sie sind wieder auf der Strasse – die Schreihälse die immer schreien, egal worum es geht.
    1. Ein Restrisiko gibt es immer, und jedes Prozent die ich es verhindere kostet viel Geld. Egal ob im Strassenverkehr, beim Fliegen, bei der Arbeit oder bei der Atomkraft.
    2. Und es ist immer ein Abwägungssache wieviel ich investieren kann. Wenn ich ein absturzsicheres, feuersicheres, gegen interne und externe Explosionen geschütztes Flugzeug baue kann sich wahrscheinlich nur noch Bill Gates einen Flug leisten.
    3. Und genauso ist es mit der Energie. Entweder ich schaffe Atomstrom im eigenen Land ab und kaufe in Frankreich oder sonstwo ein. Damit schaffe ich keine zusätzliche Sicherheit sondern nur zusätzliche Kosten durch längere Kabel.
    4. Oder ich mache EU zur Atomstrom freien Zone und baue viele Kohle- und Ölkraftwerke als Ersatz. Und lebe mit den Schreihälsen die die nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen und auf die Umweltbelastung (zu Recht) hinweisen.
    5. Und lebe mit Stromkosten die mindestens 30% über dem derzeitigen Niveau liegen. Einer Abhängigkeit von Öllieferungen. Und dem Auswandern von vielen, vielen Arbeitsplätzen in Gegenden dieses Planeten in denen man günstiger Strom produziert. Das kostet uns alle mindestens 10% seines Bruttoeinkommens und in der Folge starke soziale Unruhen.
    6. Wie gesagt. Ich bedauere die Japaner und denke auch sie hätten noch ein paar Prozent in ihre Sicherheit investieren sollen. Ich denke auch wir sollten Sicherheitsrisiken ernst nehmen und wirklich Terroristen, Flugzeugabstürze oder eine Kombination aus Unfällen und Absicht einkalkulieren.
    Aber ich sehe nur zwei Möglichkeiten: Atomstrom weg aus ganz Europa und runter mit dem Lebensstandard – und bitte das mit Absicht und einer Tabelle in der Bild was das für jeden einzelnen bedeutet. Oder aber lernen sowohl aus den Vorfällen als auch lernen mit Risiken zu leben.
    Und Lybien einfach aus dem Gedächtnis zu streichen ist eine Schande. Die Rebellen dort werden einfach im Stich gelassen. Ich schäme mich für uns alle.

  • 15.3.2011 um 17:07 von Freddy Mercury

    Bumm…….
    Stimmt, lieber Sausewind, auch ich SCHÄME mich!
    Allerdings für solche Kommentare und Halbweisheiten!

    Nur (ganz) kurz zu Meister Gaddafi……
    Dort sterben Menschen, ganz ganz furchtbar. Jeder Einzelne ist einer zuviel !!!
    Aaaaber: das spielt sich in einem begrenzten Raum ab. Sorry, aber radioaktiver Fallout betrifft DIE GESAMTE MENSCHHEIT.

    Und damit bin ich beim eigentlichen Thema. :´-(((

    Bezüglich einer menschheitsvernichtenden Technologie, bei der mir weniger der Betrieb der Reaktoren (seien sie so sicher wie sie wollen, wie z.B. bei uns in Deutschland (JAA! Ich erkenne unsere Sicherheitsbemühungen durchaus an) oder so unbekannt sicher wie in Rußland) als viel mehr das was übrig bleibt, große Sorgen macht. Okay, das Tschernobyl und Umgebung für mindestens 10…..bis 20…..TAUSEND Jahre nicht betreten werden kann, ist möglicherweise…nadscha, sagen wir mal "Pech". Zumindest für die alle, die es dort getroffen hat. Die haben ünglicklicherweise das Restrisiko erwischt.
    …okay, ist makaber, ich hör schon auf.

    Aber wir produzieren täglich, wöchentlich, monatlich….. radioaktive Masse, die wir nicht mehr nutzen können UND von der wir nicht wissen, was wir damit tun sollen. Da das Material für die nächsten Jahrhunderte noch menschheitsbedrohend gefährlich bleibt, sollte und KANN man hier nicht von einem Restrisiko sprechen. Das ist ein vorprogrammiertes Risiko.
    Und JAA, dafür müssen wir Einschränkungen in Kauf nehmen, und JAA, auch unser achsogeliebtes Sozialprodukt herunterschrauben. Ich weiß nicht, wozu wir überhaupt Energie benötigen……..WENN WIR ALLE TOT SIND.

    Ach und eines noch, wiese kommt immer dieses Totschlag-Argument, wenn wir unsere Meiler abschalten, müssen wir Atomstrom bei unseren Nachbarn kaufen?
    Die Atomfrage ist keine Länder-Angelegenheit. Auch ein atomfreies Europa kann und IST keine Lösung. Nur eine atomfreie Welt ist die einzige Alternative. Und genau deshalb müssen wir BEI UNS anfangen und allen anderen Ländern zeigen, das und wie es geht!!!

  • 15.3.2011 um 17:17 von Joachim Stephan

    -
    Kurzsichtig?

    http://web.de/magazine/nachrichten/erdbeben/12374212-starkbeben-risiko-gefaehrdet-deutsche-akw.html

    Noch Fragen?

    Wie lange muss der radioaktive Abfall nochmal sicher gelagert werden? 1 Million Jahre? Wessen Denke ist nun kurzsichtig?

    Ohne AKW geht´s zurück in die Steinzeit: Das Argument ist fast so alt wie die AKW selbst und richtiger wird es durch ständiges Wiederholen auch nicht. In Deutschland beträgt der Anteil an der Stromerzeugung nur noch 22%. Ergo: es geht doch!

Hinterlasse eine Antwort

  • Erforderliche Felder sind markiert *,
    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>