Im Inneren des iPad 2

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Kaum verkauft, landet Apples neues iPad schon unterm Schraubenzieher. Der Teardown, der Blick unter die Haube, ist inzwischen ein fester Bestandteil der Markteinführung der Apple-Produkte. Und diesmal lohnt sich der Blick genauso wie das traditionelle Anstehen vor den Apple-Shops.

Um den zweikernigen 1GHz Prozessor A5 hat Apple nicht wirklich ein Geheimnis gemacht. Gegenüber dem einkernigen A4 des ersten iPad, soll das neue Gerät um bis zu neun Mal schneller sein. Das gilt laut Apple für die Grafik-Leistung. Alles in allem ist das iPad 2, wie der Benchmark-Spezialist Anandtech in einem Labortest zeigt – auch Dank der ARM Cortex A9-basierten CPU – etwa doppel so schnell wie der Vorgänger.

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Grund genug offenbar für viele US-Amerikaner, um sich in die zahlreichen und ziemlich langen Schlangen vor den Apple-Stores einzufinden. Analysten schätzen, dass in den ersten Tagen zwischen 400.000 und 500.000 Geräte verkauft wurden, deutlich mehr als noch beim ersten Expemplar.

Das US-Blog Iosnoops erklärt, dass zwar die Zahl der Kerne verdoppelt wurde, dass aber die Kerne jeweils langsamer getaktet sind. So habe sich bei den Tests gezeigt, dass der A5 nicht wie der A4 meist mit 1 GHz läuft, sondern häufig nur eine Frequenz von 890 MHz hat. “Die Geschwindigkeit des A5 scheint nicht konstant zu sein und variiert je nachdem welche Apps auf dem iPad 2 laufen”, heißt es in dem Iosnoops-Bericht.

Laut Fragment lit Triangle Test gibt es derzeit kein vergleichbares Gerät am Markt. Quelle: Anandtech
Laut Fragment lit Triangle Test gibt es derzeit kein vergleichbares Gerät am Markt. Quelle: Anandtech

Dennoch sehen die Tester über mehrere Benchmarks hinweg, eine deutliche Leistungsverbesserung mit dem neuen Gerät: “Das iPad 2 ist viel schneller. Web-Seiten laden schneller, das Betriebssystem antwortet schneller und auch Anwendungen starten schneller”, so Anand Shimpi, Chef von Anandtech gegenüber CBS Interactive. Shimpi betont jedoch auch, dass das Xoom dank Nvidia-Prozessor und Grafik, in einigen Benchmarks das iPad 2 hinter sich lässt.

Bei der Grafik-Leistung scheint das neue iPad jedoch ungeschlagen. Die Grafikkomponente ist der PowerVR SGX 543MP2 von Imagination Technologies. In einem Benchmark testete das Labor mit dem dem “Fragment Lit Triangle Test” die neue Hardware. Und hier spielt das Apple-Gerät alle Stärken aus. Ein Leistungszuwachs um den Faktor 3 bis 5 machen die Tester aus: “Der PowerVR SGX 535 im A4 (dem ersten iPad) konnte nur rund 4 Million Dreiecke pro Sekunde berechnen; der PowerVR SGX 543MP2 des A5 schafft knapp 20 Millionen.”

Die ersten, die in New York eines iPads habhaft werden konnten. Quelle: Cnet
So warten Profis in New York auf das iPad 2. Quelle: Cnet

Der A5 Processor steht nicht für sich, sondern wird zwischen insgesamt 512 MB Memory gepackt. UMB TechInsights urteilt daher, dass der A5 “definitiv” von Samsung im 45-Nanometer-Prozess gefertigt wird. Das erste iPad hatte nur 256 MB Memory.
Während sich iFixit bei den Teardowns mehr auf die technologische Seite beschränkt, konzentriert sich der Marktbeobachter iSuppli vor allem auf die Kosten für die einzelnen Komponenten des Gerätes.

Die so genannte Bill of Materials schätzen die iSuppli-Experten auf bis zu 326,6 Dollar. Die Halbleiterexptern von UBM Techinsights hingegen kommen auf Hardware-Kosten in Höhe von 270 Dollar. Apple verkauft das Gerät mit 3G-Support und 32 Gigabyte in den USA für 729 Dollar. In der Bill of Materials sind aber wie gesagt lediglich die Hardware-Kosten aufgeführt.

Der A5 soll Schätzungen zufolge pro Stück 14 Dollar kosten. Das teuerste Bauteil ist jedoch der Touchscreen mit 127 Dollar. Das LCD soll angeblich von LG stammen. Möglicherweise könnte Apple das Display noch teurer kommen, denn zusammen mit dem neuen Gerät hat der Hersteller auch ein dünneres Gorilla-Glas eingeführt, bei dem jetzt ein kostspieligerer Klebstoff zum Einsatz kommen soll. Für NAND und DRAM und die entsprechenden Mikrocontroller soll Apple insgesamt 65,7 Dollar bezahlen. Der Bewegungssensor von STMicroelectronics ist offenbar der gleiche geblieben. Dasselbe gilt für den Kompass, der von AKM Semiconductors stammt.

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