Internet Explorer 9: Schneller und sicherer

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Microsoft hat die finale Version des Internet Explorer 9 (IE9) freigegeben. Fast zwei Jahre nach der Vorstellung des IE8 bietet der Hersteller nun einen zeitgemäßen Browser, der für die Anforderungen des Web 2.0 geeignet ist. Der Vorgänger war damit häufig überfordert.

Die Rendering-Engine ‘Trident’ des IE9 ist sehr schnell. Außerdem verwendet der Browser wie seine Konkurrenten eine kompilierende Javascript-Engine. Die Gesamtperformance kann mit der der Konkurrenz mithalten. Obwohl der Microsoft-Browser nicht immer der schnellste ist, sind die Unterschiede meist so gering, dass sie praktisch nicht relevant sind. Das war beim Vorgänger noch ganz anders.

Der Browser-Hersteller Mozilla hatte jüngst heftige Kritik Microsofts Aussagen geübt. “Microsoft, erzähl keinen Blödsinn über die Hardwarebeschleunigung von IE9”, schreibt Mozilla-Sprecher Asa Dotzler in seinem Blog. Er bezeichnet dort die Marketing-Aussagen des Konkurrenten auch als “fortgesetzte Lügen”.

So werde immer wieder behauptet, der IE9 sei der einzige Browser mit “vollständiger Hardwarebeschleunigung”. Abgesehen davon, dass so eine Floskel an sich keinen Sinn ergebe, da sich gar nicht alle Bereiche eines Browsers über die Grafikkarte beschleunigen lassen (das Scrollen auf einer Webseite beispielsweise nicht), sei sie auch faktisch falsch.

Der Firefox 4 benutze exakt dieselben APIs zur Umsetzung von Hardwarebeschleunigung wie der IE9, insofern sei es auch kein Wunder, dass die Performance in diesem Bereich nahezu deckungsgleich sei. Bei manchen Tests liege der eine Browser vorne, bei den restlichen eben der andere – und dies meist nur mit geringem Abstand.

Weitere technische Details zum Performance-Unterschied zwischen IE9 und Firefox 4 beschreibt Mozilla-Entwickler Robert O’Callahan in einem anderen Blogeintrag. Er hat zudem einen Scrolling-Test entwickelt, bei dem der Firefox zehnmal schneller sein soll als der IE9. Über die Entwickler des IE9 äußert sich Dotzler ausdrücklich positiv. Microsoft habe gute Arbeit geleistet und einen großartigen Browser entwickelt.

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Der IE9 ist nach Angaben von Microsoft beim Ressourcenverbrauch oft sparsamer als seine Mitbewerber. Die Unterstützung von Web-Standards ist ebenfalls ordentlich. Im Acid3-Test erreicht der neue Microsoft-Browser 95 von 100 Punkten. Zum Vergleich: IE8 erzielt bei diesem Test nur 20 Punkte.

Dank der integrierten Grafikbeschleunigung, die Firefox 4 und Google Chrome 10 in ähnlichem Umfang bieten, ist beispielsweise auf Basis von HTML-5-Canvas eine ganz neue Art von interaktiven Browser-Anwendungen möglich. Ein Beispiel dafür ist das Asteroids-Game, das es als spielfähige Version oder als Benchmark gibt.

Eine der großen Neuerungen des IE9 sind die im Dezember 2010 vorgestellten Tracking Protection Lists (TPL), die die Privatsphäre des Anwenders besser schützen sollen. Laut Microsoft schränkt der Tracking-Schutz Websites in ihren Möglichkeiten ein, Informationen zu sammeln und die Aktivitäten von Nutzern im Internet zu verfolgen, indem er Cookies und andere Tracking-Formen unterbindet. Standardmäßig ist die Funktion deaktiviert. Nutzer können auch eigene Listen erstellen und online verbreiten.

Ein weiteres Zusatz-Feature des IE9 ist der integrierte ActiveX-Filter. Damit können Nutzer festlegen, welche Teile von Websites ActiveX-Elemente laden dürfen. Die fertige Version trägt die Versionsnummer 9.0.8112.16421 (Zum Vergleich: RC1 9.00.8080.16413). Sie steht für Windows 7, Vista und Server 2008 zur Verfügung, Windows XP wird wegen der fehlenden Direct2D-Schnittstelle, die für die Hardwarebeschleunigung nötig ist, nicht unterstützt.