Intels Atom-Chef wirft das Handtuch

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US-Halbleiter-Hersteller Intel hat einen seiner wichtigsten Manager verloren. In einer äußerst knappen Mitteilung heißt es, dass sich der Chef der ‘Ultra Mobility Group’, Anand Chandrasekher, “anderen Aufgaben zuwendet”. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat der Topmanager das Unternehmen bereits verlassen.

Chandrasekher war bei Intel vor allem für den bis dato wenig erfolgreichen Vorstoß in den Tablet- und Smartphone-Markt verantwortlich. Die Ultra Mobility Group entwickelt die Atom-Chips, die in diesen Geräten zum Einsatz kommen. Den Aufgabenbereich übernehmen ab sofort Mike Bell und Dave Whalen. Beide wechselten erst im vergangenen Jahr von Palm zu Intel und waren in Intels Architecture Group näher mit der Chipentwicklung beschäftigt als ihr Vorgänger.

Chandrasekher erklärte, nach 24 Jahren bei Intel wolle er sich anderen Herausforderungen stellen. “Ich habe bei Intel getan, was ich mir vorgenommen hatte und glaube, dass es jetzt Zeit ist, andere Möglichkeiten zu erkunden.” Unter Chandrasekhers Leitung waren in den vergangenen Jahren nach dem ersten Centrino-Chip mit integrierter Internet-Verbindung die Mobil-Chips der Atom-Serie entstanden.

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“Intel fühlt sich diesem Geschäftsbereich weiter verpflichtet”, betonte David Perlmutter, Executive Vice President und IAG General Manager. “Wir werden weiterhin die notwendigen Investitionen tätigen, um zu gewährleisten, dass Intel-Architekturen das beste Nutzererlebnis auf Smartphones und anderen Mobilgeräten liefern.” Perlmutter kündigte zudem für 2011 ein Intel-Handy an.

Zuletzt war Chandrasekher deutlich unter Druck geraten: es war ihm nicht gelungen, Intel ins mobile Zeitalter zu überführen. “Die Konkurrenz ist direkt an ihnen vorbeigezogen”, erklärt Ashok Kumar, Analyst bei Rodman & Renshaw. “Sie sind nur ein weiterer Mitspieler im Smartphone- und Tablet-Markt.” Unter Gleichrangigen gebe es keinen Ersten, sagte Kumar in Bezug auf das Geschäft mit ARM-Prozessoren, in dem auch Apple, Marvell, Nvidia, Qualcomm, Samsung und Texas Instruments mitmischen.

Dem weltgrößten Chipkonzern geht mit dem Topmanager ein potenzieller Kronprinz für den 60-jährigen Konzernchef Paul Otellini verloren. Nach einem Bericht des “Wall Street Journal” hatte Intel vergeblich um Todd Bradley geworben, den PC-Chef des weltgrößten Computerherstellers Hewlett-Packard (HP). Bradley war zuvor Chef des inzwischen von HP übernommenen Smartphone-Herstellers Palm und hätte damit die nötige Expertise für das mobile Geschäft einbringen können.

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