Bill Gates, Steve Ballmer: “Verabscheuenswürdige Geldgier”

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Microsoft-Mitbegründer Paul Allen hat eine Autobiographie veröffentlicht und die Gelegenheit genutzt, um mit Bill Gates abzurechnen. Auch am aktuellen Microsoft-CEO Steve Ballmer lässt er kaum ein gutes Haar. Möglicherweise sei Allen verbittert, weil er immer im Schatten von Bill Gates gestanden haben, sagen Beobachter.

Eigentlich kommt Paul Allens Buch “Idea Man: A Memoir by the Co-founder of Microsoft” erst am 17. April auf den Markt. Ein erster Auszug aus dem Buch tauchte jedoch bereits vergangenen Mittwoch auf der Webseite von Vanity Fair auf, das Wall Street Journal entdeckte darin dann die persönlichen Details zu Bill Gates.

Laut Allen hat sein Kollege Bill Gates von Anfang an versucht, sich mit mehr Besitzanteilen des Unternehmens einzudecken als seine Mitstreiter. Gates soll erklärt haben, dass es nicht gerecht wäre, die Einnahmen 50- 50 zu teilen. Stattdessen sollte das Verhältnis 60-40 sein, da Gates schließlich die gesamte Programmierarbeit in BASIC erledigt haben soll. Später soll er mehrfach versucht haben, die Anteile noch weiter zu seinen Gunsten auszuhandeln.

Gates Allen
Ein Bild aus besseren Tagen: 1981 waren Bill Gates und Paul Allen noch Kumpel.
Foto: CBS Interactive

Schwer wiegt auch Allens Vorwurf, dass Gates zusammen mit Steve Ballmer vor fast 30 Jahren versucht haben soll, Paul Allen aus dem gemeinsamen Unternehmen zu drängen, als bei Allen Krebs diagnostiziert wurde. Er habe damals zufällig mitbekommen, wie Gates mit Steve Ballmer diskutiert habe, Allens Anteile an Microsoft zu schmälern. Ballmer und weitere Anteilseigner sollten dazu zusätzliche Aktienoptionen bekommen. Allen bezeichnet dieses Verhalten wörtlich als “verabscheuungswürdig”. Und weiter: “Das war schlicht und einfach geldgierig.”

Das Wall Street Journal schreibt, dass Paul Allen in seinem Buch verbittert klinge, weil er stets im Schatten von Bill Gates gestanden habe. Allen meine nicht genug Anerkennung für seine Leistung bei Microsoft erhalten zu haben.

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Kritik kommt auch von Carl Stork, der im Jahre 1981 als technischer Assistent zu Microsoft stieß und dort rund 20 Jahre arbeitete. “Ich bin überrascht, dass Paul gedacht hat, es würde seinem Erbe zuträglich sein, seine Unzufriedenheit über die erhaltenen Microsoft-Anteile auszudrücken.”

Immerhin schlägt Allen auch versöhnliche Töne an: Bill Gates sei einer seiner “regelmäßigsten Besucher” gewesen, als sich dieser im Krankenhaus von der Chemotherapie erholte. Er habe alles erfüllt “was man sich von einem Freund erwartet”.

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Bill Gates selbst reagierte gelassen: “Obwohl meine Erinnerung an einige der Ereignisse von jener Pauls abweicht, schätze ich die Freundschaft zu ihm und seine wichtigen Beiträge in der Welt der Technologie und bei Microsoft”, sagte er in Bezug auf die bekannt gewordenen Buchauszüge.