Red Hat will eigene Cache-Technologie als Java-Standard

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Über die Frage, wie sich Java am besten mit einem verteilten Grid-Caching erweitern lässt, ist jetzt ein lebhafter Streit ausgebrochen. Den Anstoß lieferte Red Hat mit einem neuen Vorschlag.

Die Red-Hat-Technologie Infinispan hat der Linux-Distributor jetzt als Java EE-Standard (Enterprise Edition) im Java Community Process (JCP) vorgeschlagen.

Red Hats Infinispan steht in Konkurrenz mit anderen Technologien, die distribuiertes Caching in Java erlauben, wie zum Beispiel “Coherence” von Oracle, “GemStone” von VMware oder “Ehcache” von Terracotta. Sollte der JCP als Standard in Java angenommen werden, dann müssten Anwender nicht mehr auf diese eigenständigen Lösungen zurückgreifen.

Red Hats Vorschlag sei mit den oben genannten Produkten vergleichbar, sei dann aber in Java voll integriert. Red Hat hofft den Vorschlag bis zur Veröffentlichung von Java EE 7 im nächsten Jahr durch das Gremium bekommen zu haben. Infinispan basiert auf einer quelloffenen nach wie vor experimentellen Technologie, die dadurch Ressourcen in einem Grid einspart, indem Daten in den Arbeitsspeicher geladen werden. So müssen die Daten nicht ständig gelesen und zurückgeschrieben werden.

Vor allem in Cloud-Computing-Umgebungen werden solche Lösungen benötigt. Das klingt erst einmal gut. Allerdings gibt es mit dem Java Specification Request 107 bereits eine ähnlich Anfrage. Entwickler von Oracle, Red Hat und Terracotta arbeiten seit 2001 an JSR-107. Und auch erste Produkte wurden an diesen Standard angepasst.

Daher werfen Kritiker Red Hat jetzt vor, eigennützig zu handeln, in dem es im Bereich verteilter Java-Grid-Cache einen weiteren Vorschlag unterbreitet, der zudem noch über weite Strecken nicht erprobt ist. Red Hat hingegen argumentiert, dass JSR-107 nur eine Schnittstellen-Technologie sei, und zudem sei hier seit längerem nichts mehr geschehen. Die entsprechende Projekt-Seite weist JSR-107 als “inaktiv” aus.

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