Mehrheit für Alcolocks und PKW-Maut

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Der Branchenverband Bitkom hat sich in den vergangenen Tagen verstärkt mit den Wünschen der Autofahrer in Deutschland auseinandergesetzt. Demnach befürwortet die Mehrheit der Bevölkerung elektronische Wegfahrsperren für Alkoholsünder. Und auch zur PKW-Maut hat der Bitkom eine Befragung durchgeführt.

Hintergrund der ersten Bitkom-Umfrage sind die Pläne der Bundesregierung, elektronische Wegfahrsperren – so genannte Alcolocks – für Fahrer einzuführen, die bereits mit Alkohol am Steuer erwischt wurden. 37 Prozent der Bevölkerung würden diese Pläne unterstützen, so das Ergebnis der Untersuchung des Brancheverbands.

Jeder zweite würde sogar noch weiter gehen und habe sich für einen grundsätzlichen Alkoholtest ausgesprochen, für alle Fahrer vor jedem Fahrtantritt. Nur 4 Prozent würden jegliche Kontrolle ablehnen. Insgesamt sprachen sich etwas mehr Männer (52 Prozent) als Frauen (47 Prozent) für den automatisierten Promillecheck aus.

August-Wilhelm Scheer, Quelle: Bitkom
August-Wilhelm Scheer, Quelle: Bitkom

Ähnlich klar sind die Mehrheitsverhältnisse einer Bitkom-Umfrage zum Thema PKW-Maut. Die Ergebnisse stammen zwar bereits aus dem Jahr 2009, wurden jetzt aber vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion noch einmal veröffentlicht.

Demnach sprechen sich 36 Prozent der Bundesbürger für eine Einführung der PKW-Maut aus. Der Anteil der Befürworter ist unter den Autofahrer leicht höher (38 Prozent) als unter Nicht-Autofahrern (32 Prozent). “Die höhere Zustimmung zur Pkw-Maut bei Autofahrern ist nur auf den ersten Blick paradox. Wer häufig im Stau steht, sieht offensichtlich eher die Vorteile einer intelligenten Verkehrssteuerung”, sagte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

Mit 60 Prozent hat sich eine Mehrheit der Bundesbürger zudem für eine Lkw-Maut auf Land- und Bundesstraßen sowie in Innenstädten ausgesprochen. “Deutschland verfügt über die weltweit modernste Verkehrstelematik. Es sollte ernsthaft geprüft werden, wie das Potenzial dieser Technik künftig besser genutzt werden kann”, so Scheer.