Symantec: Pro Tag 85 gezielte Attacken

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Hacker nehmen immer häufiger einzelne Firmen gezielt ins Visier. Im April zählten die Sicherheitsforscher von Symantec pro Tag so viele zielgerichtete Attacken wie seit zwei Jahren nicht mehr. Hintergrund ist möglicherweise die Jahreszeit. Gleichzeitige geht die globale Spam-Belastung zurück.

Wie es im MessageLabs Intelligence Report für April 2011 heißt, stieg die Zahl der gezielten Attacken auf 85 pro Tag. Das ist der höchste Wert seit März 2009. Damals verzeichneten die Forscher täglich 107 derartige Angriffe – damals ein Vorbote des in jenem Jahr abgehaltenen G20-Gipfels in London. Symantec beruft sich bei der Erhebung auf die gezielten Attacken, die der Service Symantec.cloud – vormals MessageLabs – in dem entsprechenden Zeitraum abgefangen hat.

“Der aktuell zu beobachtende Trend bei gezielten Attacken legt den Schluss nahe, dass saisonbedingte Faktoren Einfluss darauf nehmen, wie häufig diese zu verzeichnen sind. Offenbar ist die Belastung mit dieser Art von Angriffen zu dieser Zeit des Jahres immer außergewöhnlich hoch”, sagt Paul Wood, Senior Analyst bei Symantec.

“In vielen Ländern neigt sich das Fiskaljahr derzeit dem Ende. Vor diesem Hintergrund ist es denkbar, dass dies der perfekte Zeitpunkt für Online-Kriminelle ist, um sich Zugriff auf die Geschäftsergebnisse von Unternehmen zu verschaffen. Und sorgfältig ausgearbeitete und ausgeführte Malware-Attacken bieten unter Umständen eine ideale Möglichkeit, um genau dies zu erreichen.”

Häufig würden solche gezielten Attacken – auch Advanced Persistant Threats (APT) genannt – per E-Mail durchgeführt. In der Regel seien sie darauf ausgerichtet, sich Zugang zum EDV-System eines ganz bestimmten Unternehmens zu verschaffen. Das Ziel sei meist Industriespionage.

Die klassische Spam-Mail hat dagegen anscheinend zunehmend ausgedient. Dieser Trend wurde durch die Abschaltung des Botnets Rustock noch weiter verstärkt. Der Anteil unerwünschter Werbe-Nachrichten am E-Mail-Verkehr sank laut Symantec im Vergleich zum März um 6,4 Prozentpunkte auf 72,9 Prozent im April.