Cloud-Computing: Die nächste Dekade

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Heute setzt die Industrie rund 40,7 Milliarden Dollar pro Jahr mit Cloud-Computing um. In den nächsten zehn Jahren wird diese Zahl auf 240 Milliarden Dollar anwachsen. Dennoch wird die Gewinnspanne der Anbieter zurückgehen, eine gute Nachricht für die Anwender.

“Die Definitionen von Cloud-Computing stellen noch immer eine Herausforderung dar”, stellt der Forrester-Analyst Stefan Ried fest. Virtualisierungstechnologien, Verwaltungstools und die Industrialisierung der Service Provider hätten sich in den vergangenen fünf Jahren mit beieindruckender Geschwindigkeit entwickelt. Und diese Entwicklung werde auch nicht stehen bleiben.

Forrester Research hat nun zum ersten Mal versucht, die Entwicklung des Marktes in den nächsten zehn Jahren zu prognostizieren. “Jedes Jahr wird es schwieriger, wirklich scharfe Unterscheidungen zu treffen, die auf Technologie basieren”, so Ried weiter, der einer der Autoren des Reports “Seizing the Cloud” ist. Die Unterscheidung, was ein Cloud-Service ist und was einfach nur ein virtualisiertes Datenzentrum ist, werde immer schwieriger.

Daher habe Forrester sich auch dazu entschieden, sich auf die Folgen dieser Technologie zu konzentrieren. Der Fokus liege daher auf der “Veränderung, die nicht auf der Technologie basiert, sondern auf dem Geschäftsmodell, auf dem die IT läuft”.

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2014, so glauben die Forrester-Experten vorhersagen zu können, werde sich eine Wende vollziehen. 2014 wird der Markt für Infrastrukture as a Service (IaaS) auf einen weltweiten Umsatz von 5,9 Milliarden Dollar anwachsen. Commoditization, Preisdruck und sinkende Margen der Anbieter werden mit diesem Peak einhergehen. Das sind für die Anwender gute Nachrichten, denn damit sinken auch die Gewinn-Margen der Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Rackspace.

Software as a service, SaaS, wird von Unternehmen aller Größen verwendet werden. In den Jahren von 2011 bis 2016 wird der SaaS-Markt von 21,2 Milliarden auf 92,8 Milliarden Dollar wachsen. Mehr als ein Viertel der gesamten Umsätze mit gepackter Software werden 2016 auf SaaS-Angebote zurückgehen. Damit wird diese Technologie sich auch langsam einem gewissen Sättigungsgrad nähern. Diesen Sättigungsgrad werden die Cloud-Spielarten Plattform as a Service und Infrastructure as a Service bereits 2014 erreichen.

IaaS werde sich, wie Stefan Ried erklärt, von der Public Cloud in die Virtual Private Cloud verschieben. Zusätzlich werden sinkende Preise das Wachstum dieses Marktes verlangsamen. Dynamische Infrastrukture-Services, “die sozusagen das Gegenstück der Virtual Private Cloud von IaaS sind, kombinieren reine Infrastruktur-Angebote mit hochwertigen Services und einer engen Integration von existierenden On-Premises-Landschaften”. Hier erwartet Forrester deutlich mehr Wachstum und langfristig werden demnach diese Services auch IaaS überflügeln. Plattform as a Service wird über standardisierte und vereinfachte Plattformen eine beliebte und verbreitete Grundlage für Geschäftsanwendungen werden.

Nicht alle Segmente des Cloud-Computings wachsen gleich schnell. Den größten Anteil hält der Bereich SaaS. Quelle: Forrester Research
Nicht alle Segmente des Cloud-Computings wachsen gleich schnell. Den größten Anteil hält der Bereich SaaS. Quelle: Forrester Research

Der Report legt nahe, dass Anwender die unterschiedlichen Reifegrade verschiedener Technologien in Betracht ziehen. Laut Studie stehe zum Beispiel der Bereich Business Process as a Service, BPaaS, noch am Anfang. So beschränken sich diese Dienste derzeit noch auf einfachere Beispiele, wie etwa die Rechnungsstellung über das Internet. Allerdings sieht Forrester hier enormes Innovationspotential. Erst in einigen Jahren werde man hier aber auch von einem nennenswerten Wachstum sprechen können. Bis dahin geht der Löwenanteil des Umsatzwachstums auf SaaS-Angebote, vor allem rund um CRM zurück. Andere Bereiche wie zum Beispiel ERP-Software werden sehr viel langsamer in die Cloud gehen.

Interessant ist aus Sicht von Forrester die Nischentechnologie Cloud-basierte Integration, wo derzeit rund 315 Millionen Dollar umgesetzt werden. Dieser Umsatz könnte bis 2020 auf 1,3 Milliarden Dollar wachsen. Alles in allem wird das auf absehbare Zeit wohl ein übersichtlicher Markt bleiben. Dennoch starten hier gerade die Dell-Tochter Boomi und HubSpan mit vielversprechenden Technologien. Das könnte die Traditionellen B2B-Player inspirieren, ihre Angebote zu überdenken. Informatica habe es mit eigenen Cloud-Services bereits vorgemacht.

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