Cloud Computing bringt Kraut und Rüben

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Forscher und Unternehmen wollen im Projekt Field2Factory die Zuckerrübenernte per Satellit koordinieren – und die dazu nötigen IT-Ressourcen kommen aus der Cloud. Field2Factory wird von der EU und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Bild: MarkusHagenlocher / Wikimedia Commons
Bild: Markus Hagenlocher / Wikimedia Commons

Das Forschungsprojekt entwickelt IT-Systeme, die mit Hilfe von Satellitennavigation und RFID-Funkchips die Abläufe bei der Rübenernte zwischen Landwirten, Transportunternehmen und Zuckerfabriken beschleunigen sollen. Mit Hilfe von GPS werden Zuckerrübenflächen erfasst, Wege für Logistikdienstleister berechnet sowie die am Feldrand lagernden Zuckerrüben bei der Abholung den Anbauern zugeordnet.

Für den Einsatz von Cloud Computing entschieden sich die Beteiligten aufgrund des schwankenden Bedarfs an Rechen- und Speicherleistung. “Zum einen aufgrund der typischen Leistungsspitzen zur Erntezeit”, sagt Rainer Emmerich, Logistik-Manager beim Spediteur Zutra. “Zum anderen kommt der flexible IT-Bezug aus der Wolke den Arbeitsbedingungen bei einem Forschungsprojekt entgegen.” Viele Parameter müssten sich erst in der Praxis als belastbar erweisen.

Die benötigten Datenbank- und Applikationsserver betreibt der IT-Dienstleister Pironet NDH auf einer virtualisierten Infrastruktur in Hochsicherheits-Rechenzentren. “Die virtuelle Serverinfrastruktur ist so konzipiert, dass sich die verfügbare Leistung in kurzer Zeit skalieren und über weitere Betriebsinstanzen verteilen lässt”, so Dr. Clemens Plieth, Geschäftsführer Service Delivery bei Pironet NDH.

Den Bedarf nach Leistungsreserven erklärt Plieth mit den großen Datenmengen, die die Logistik- und Navigationssysteme im späteren Regelbetrieb bewältigen müssen. Die Systeme errechneten zum Beispiel aus 300.000 Datensätzen mit den GPS-Koordinaten der Zuckerrübenflächen die Transportwege für die Frachtabrechnung.

“Für die Echtzeitberechnung benötigen wir Hochleistungs-Server, deren Eigenbetrieb das Budget sprengen würde”, sagt Zutra-Manager Emmerich. Zum Start des Pilotbetriebs sollen 100 bis 150 Landwirte den Service nutzen. Nach Abschluss der Probephase können dann 5000 Landwirte auf den Dienst zugreifen.

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