Bestätigt: Milliardendeal zwischen Microsoft und Skype

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Seit einigen Tagen kursiert das Gerücht, dass Microsoft ernsthaft am VoIP-Anbieter Skype interessiert sein soll. Jetzt ist der Deal in trockenen Tüchern. 8,5 Milliarden Dollar lässt sich Microsoft den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld kosten – es ist der teuerste Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Nicht nur Analysten bleibt die Luft weg.

Bereits am Dienstagmorgen hatte das für gewöhnlich blendend informierte Wall Street Journal gemeldet, dass der Deal so gut wie in trockenen Tüchern ist. Einige Stunden später, am Dienstagnachmittag, kam dann von beiden Unternehmen die offizielle Bestätigung.

Mit einem Kaufpreis von 8,5 Milliarden Dollar ist die Akquisition von Skype die größte Übernahmen in der Geschichte von Microsoft. Die alles entscheidende Frage ist nun: Lohnt sich das? Einerseits erhält Microsoft durch den Deal Zugriff auf über 600 Millionen Skype-Anwender, also eine massive Kundenbasis mit stark wachsendem Anteil an Business-Nutzern. Zudem könnte Windows Phone 7 von einer Integration der Skype-Software profitieren. Ein weiteres Argumente ist, dass mit Skype eine weitere Plattform für das Suchmaschinen-Geschäft unter das Microsoft-Dach kommt.

“Herausforderung für Microsoft wird es sein, die Skype-Services schnell und nahtlos in das eigene Portfolio zu integrieren. Nur eine schnelle
Vernetzung der Services, eine trennscharfe Abgrenzung von Leistungen und Preisen sowie die Integration in weitere Plattformen wie Facebook werden einen Erfolg bringen”, schreibt Experton-Analyst Axel Oppermann in einer ersten Stellungnahme.

Hintergrund für den hohen Preis, den Microsoft jetzt gezahlt hat, ist ein möglicher Bieterwettstreit. Vergangene Woche waren Berichte aufgetaucht, wonach Facebook und auch Google erwägen, Skype zu übernehmen. Der geplante Börsengang des VoIP-Anbieters sei deshalb verschoben worden, hatte Reuters berichtet.

Skype hat sich zuletzt stark auf Geschäftskunden ausgerichtet. Dazu wurden Vertriebswege etabliert, Partnerschaften geschlossen und Kunden akquiriert. Auch die zur Vorbereitung des Börsengangs eingereichten Unterlagen machen klar, dass Skype hier sein Geschäftsmodell sieht.