Chromebook: Googles Frontalangriff auf Microsoft

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Bereits im nächsten Monat wird Google gemeinsam mit Samsung und Acer als Hardware-Partner Notebooks mit dem eigenen Betriebssystem Chrome auf den Markt bringen. Google hat sich nicht weniger vorgenommen, als die Neuerfindung des Laptop-Marktes.

“Die Dinge, die Smartphone und Tablets so großartig machen, bringen wir auf Notebooks”, sagte Hugo Barra, Director Android Product Management, auf Googles Entwicklerkonferenz I/O. Dazu gehörten Cloud-basierte Apps, hohe Portabilität, 3G-Verbindung, Instant-on-Funktionaliät und einen ganzen Tag Akku-Laufzeit. Alles Kernmerkmale von Apples iPad und dem Motorola Xoom. In gewisser Weise seien Chromebooks Tablets mit Tastatur, sagt Barra. Die ersten Geräte kommen von Samsung und Acer.

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Google zielt mit den neuen Angebot auf zwei große Gruppen: Studenten und Unternehmen. Für 28 Dollar pro Nutzer und Monat bekommen Firmen ein Chromebook, inklusive automatischer Updates. Der entsprechende Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. In der Studenten-Variante wird das Angebot 20 Dollar pro Monat kosten. Für Privatkunden bleibt es beim klassischen Vertrieb. Die verschiedenen Chromebook-Modelle von Samsung und Acer werden ab dem 15. Juni für unter 400 Dollar in sieben Ländern verfügbar sein, darunter auch in Deutschland.

Speziell für Unternehmenskunden wird zudem eine Virtualisierungslösung zusammen mit Citrix getestet, bei der die benötigten Anwendungen über Citrix Receiver virtualisiert auf dem Chromebook ausgeführt werden. Noch befindet sich diese Lösung in der Betaphase, jedoch im Laufe des Sommers soll diese abgeschlossen werden.

Die Zielrichtung ist klar: Google zielt auf das Kerngeschäft von Microsoft und setzt den Hebel an einer Schwachstelle des Platzhirschen an. Viele Unternehmen haben sich noch immer nicht von dem zehn Jahre alten XP getrennt. Die meisten dieser Anwender könnten sofort auf ein Chromebook umsteigen und die Anwendungen nutzen, die sie gewohnt sind, heißt es auf dem Team rund um den Google Vice President Sundar Pichai, der für die Entwicklung des Betriebssystems Chrome OS verantwortlich ist.

Der neue Dateimanager unter Chrome OS. Quelle: CBS Interactive
Der neue Dateimanager unter Chrome OS. Quelle: CBS Interactive.

Getreu des Web-basierten Ansatzes werden Dateien und Programme aus dem Web geladen und dort gespeichert. Pichai kündigte darüber hinaus an, dass Chrome OS künftig auch den Offline-Zugriff auf Google Kalender, Google Mail und Googles Docs unterstützen wird. Etwas wozu Chrome Dank Google Gears früher schon einmal in der Lage war – bis der Konzern das Projekt auslaufen ließ. Für die Arbeit außerhalb der Reichweite von WLAN oder 3G – etwa im Flugzeug – ist die Funktionalität aber gerade im Unternehmensumfeld ein Muss. Der Dateimanager öffnet sich – getreu dem Chrome-Layout – in einem neuen Tab und schaut ähnlich aus, wie die entsprechenden Features unter Microsoft Windows und Mac OS. Mit ihm ist es auch möglich auf den internen Flash-Speicher sowie USB-Sticks zuzugreifen.

Für das erste Pilotprogramm von Chromebook hat Google nach eigenen Angaben bereits eine Million Bewerbungen bekommen. “Es ist ein großes Dilemma für uns, dass wir zwei so großartige Erfolge auf einmal haben”, sagte Google-Gründer Sergey Brin mit Blick auf das am Vortag präsentierte Android-Update. Ab dem 15.Juni kann das Chromebook beweisen, ob es diese Vorschusslorbeeren verdient hat.

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