Facebooks größte Fettnäpfchen

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Die Erfolgsgeschichte von Facebook ist ohne Zweifel beeindrucken – doch der Weg der Plattform in den Social-Network-Olymp ist gesäumt von Patzern. Manche sind zum schmunzeln, andere haben das Potential, den Ruf der Plattform nachhaltig zu schädigen. Ganz aktuell sorgt ein neuer Vorschlag von Mark Zuckerberg für Diskussionen.

Er hat angeregt, Facebook auch für Kinder unter 13 Jahren freizugeben. Derzeit ist eine Anmeldung offiziell erst ab dem dreizehnten Lebensjahr erlaubt. In der Praxis umgehen viele Jugendliche aber diese Beschränkung, indem sie falsche Altersangaben machen. Zuckerberg argumentiert nun, eine Ausgrenzung von Kindern aus Social Networks würde ihnen eine gute Bildungsmöglichkeit verbauen. Gleichzeitig versprach er die notwendige Sensibilität für die in diesem Fall besonderen Datenschutzanforderungen. Ein Thema, über das Facebook schon öfter gestolpert ist.

Unterdessen hat sich ein US-Unternehmen namens Reppler die Mühe gemacht, die Einträge zu durchforsten, die Facebook-Nutzer anderen Nutzern an die Pinnwandschreiben. Immerhin 30.000 Pinnwände wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Einträge sind Obszönitäten. 47 Prozent der Anwender haben Schimpf- und Schmutzwörter auf ihrer Pinnwand.

 Welche Kraftausdrücke wohl auf dieser überdimensionalen Facebook-Pinnwand stehen? Quelle: CC Mari Smith/Flickr
Welche Kraftausdrücke wohl auf dieser überdimensionalen Facebook-Pinnwand stehen? Quelle: CC Mari Smith/Flickr

56 Prozent der Schmutzwörter werden der Studie zufolge von den eigenen Facebook-Freunden gepostet. Besonders beliebt ist dabei das F-Wort. Das Wörtchen mit Sch…folgt an zweiter Stelle, Platz drei wird von B*tch belegt.

Reppler weist darauf hin, dass die Schimpfwort-Flut unangenehme Folgen haben kann. Immerhin sind Arbeitgeber bei der Personalsuche immer mehr in sozialen Netzwerken unterwegs, um herauszufinden, welche Vorlieben ein Bewerbungskandidat wirklich hat. Dazu muss man allerdings wissen, dass Reppler einen virtuellen “Putz-Service” für Facebook-Profile anbietet – der bei dieser Gelegenheit vermutlich ins rechte Licht gerückt werden soll. Statt zum Tool eines Drittanbieters zu greifen, kann es aber auch helfen, die Datenschutzeinstellungen des eigenen Facebook-Profils zu überprüfen. So kann beispielsweise eingestellt werden, wer die Pinnwandeinträge sehen darf.

Bemerkenswert ist an dieser Stelle noch ein anderes Detail. 2010 hatte Facebook verboten, Bilder stillender Mütter auf der Seite hochzuladen. Als Grund wurde auf den “Anstandskodex” des Social Networks verwiesen. Bei Schimpfwörtern greift dieser offenbar nicht.