Handelsblatt: Bill Gates kritisiert Deutschland

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Microsoft-Gründer Bill Gates war an diesem Wochenende in Lindau am Bodensee zu Gast. Im Rahmen der 61. Tagung der Nobelpreisträger wurde er für sein wohltätiges Engagement ausgezeichnet. Gates war nach eigenen Worten “begeistert” über seinen Besuch in Deutschland – fand im Interview mit dem Handelsblatt aber auch kritische Worte.

“Die Bundesrepublik hat die gesündeste Wirtschaft von ganz Europa. Deshalb erwarte ich von diesem Land, dass es zu seinem Versprechen steht und den Anteil der Entwicklungshilfe an der Wirtschaftsleistung von derzeit 0,36 Prozent auf 0,7 Prozent erhöht”, zitiert das Blatt den 55-jährigen Microsoft-Gründer.

Gates drängt die Industrienationen schon seit Jahren, mehr Geld in die Entwicklungshilfe zu investieren. Im Rahmen der Bill & Melinda Gates Foundation steckt er jährlich Milliarden Dollar in Gesundheits- und Bildungsprogramme. Dies reiche jedoch nicht aus, das 0,7-Prozent-Ziel für Deutschland hat nach seinen Worten auch eine wichtige Signalwirkung für andere Regierungen.

“Sollte Deutschland das Ziel aus den Augen verlieren, dürfte der britische Premierminister innenpolitisch schwer unter Druck geraten”, so Gates. Großbritanniens Regierungschef David Cameron hatte jüngst angekündigt am 0,7-Prozent-Ziel für sein Land festzuhalten – obwohl die Wirtschaftskrise auch sein Land zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen hatte.

Milliardenhilfen für hochverschuldete Länder wie Griechenland sind nach Ansicht des Microsoft-Gründers kein Grund, bei der Entwicklungshilfe Gelder zu streichen. “Es geht nicht an, die Haushalte auf dem Rücken der Ärmsten zu sanieren.”

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