Keiner will Nokia Siemens Networks

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Nokia und Siemens haben weiter offenbar nichts als Ärger mit dem schwächelnden Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN). Wie der Netzwerksausrüster mitteilte, wurden die Gespräche mit interessierten Finanzinvestoren ohne Ergebnis beendet. Nokia und Siemens sollen nun weitere Zukunftsoptionen abwägen – inklusive Börsengang.

Zwar hatte Siemens Finanzchef Joe Kaeser noch im Januar einen Börsengang ausgeschlossen. Möglicherweise erwägt man bei Siemens und Nokia angesichts der aktuellen Lage nun einen Strategiewechsel. Die Financial Times auf alle Fälle berichtet in ihrer Donnerstagsausgabe, dass es aktuell Überlegungen zu einem Börsengag gibt. Das Blatt beruft sich dabei auf mit der Sache vertraute Kreise.

Demnach sollen die beiden Eigentümer-Konzerne bereit sein, weiteres Geld in NSN zu stecken. Konkrete Umbaupläne würden für die nächsten Monate erwartet. Tatsächlich scheinen Siemens und Nokia nach der Absage potentieller Investoren kaum noch andere Optionen zu haben – entweder sie investieren selbst noch einmal Geld in NSN oder sie verschenken das Joint Venture. Dadurch würden allerdings milliardenschwere Abschreibungen ins Haus stehen.

Ein Börsengang gilt deshalb als wahrscheinlicher. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Kaeser das Thema kürzlich wieder ins Gespräch brachte. Sie zitiert zudem NSN-Verwaltungsratschef Olli-Pekka Kallasvuo mit den Worten: “Wir glauben, dass die bestehenden Eigentümer in der besten Position sind, den Wert des Unternehmens weiter zu steigern.” Ein Siemenssprecher ergänzte zudem, “dass jede neue Inhaberstruktur einen langfristigen Nutzen für NSN bringen muss.”

2007 hatten Nokia und Siemens ihre jeweiligen Netzwerkssparten in dem Joint Venture gebündelt und halten seitdem daran jeweils 50 Prozent. Nokia allerdings hat vier der sieben Aufsichtsratssitze und damit die Kontrolle.