Mittelstand legt Verschnaufpause ein

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Der Marktforscher techconsult und Fujitsu haben den ‘IT Mittelstandsindex’ für Juni 2011 veröffentlicht. In der monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen aufgezeichnet.

Grafik: techconsult
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Die beginnende Ferienzeit hinterlässt erste Spuren, die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen Unternehmen ließ im Juni gegenüber Mai spürbar nach. Der Index der realisierten Umsätze sank um 14 Punkte und erreichte 111 Zähler. Da der aktuelle Rückgang der wirtschaftlichen Dynamik von einem hohen Stand der ökonomischen Aktivität aus erfolgte, fiel er nicht ganz so stark ins Gewicht und es überwogen weiterhin deutlich die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen. Die wirtschaftlichen Perspektiven sind für die kommenden drei Monate weiterhin positiv und lassen, trotz Urlaubszeit, auf Umsatzwachstum hoffen. Der Erwartungsindex stieg geringfügig um einen Punkt auf insgesamt 123 Zähler.

Im Jahresvergleich kann der Lageindex der wirtschaftlichen Entwicklung das Vorjahresniveau nicht erreichen und bleibt mit 11 Punkten hinter dem Indexwert vom Juni 2010 zurück. Der Erwartungsindikator spiegelt nach wie vor den Optimismus der deutschen Mittelständler wider, er liegt niveaugleich mit dem Vorjahreswert.

Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung waren Industrie, Dienstleistungen und im besonderen Maße das Finanzgewerbe. Die Öffentliche Verwaltung lag im Branchenschnitt. Die übrigen Wirtschaftszweige, Handel und Versorger, bewegten sich deutlich unter dem Durchschnitt.

Der Mittelstand blickt zuversichtlich auf die nächsten drei Monate. Trotz Urlaubszeit wird von allen Wirtschaftszweigen eine positive Umsatzentwicklung erwartet. In der Industrie und im Finanzgewerbe ist die Stimmung überdurchschnittlich optimistisch. In allen anderen Branchen liegen die Umsatzerwartungen zwar unter dem Durchschnittswert, dennoch überwiegen die Unternehmen mit steigenden Umsatzerwartungen deutlich.

Die Dynamik der IT-/TK-Ausgaben hielt sich im Juni auf gutem Niveau, wenn auch gegenüber Mai etwas abgeschwächt. Der Index der realisierten Ausgaben ging gegenüber dem Vormonat um drei Punkte zurück und liegt aktuell bei einem Stand von 108 Zählern. Damit überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen annähernd so stark wie im Vormonat. Ähnlich zeigt sich die Entwicklung der Ausgabenplanungen, der entsprechende Index ließ um sechs Punkte nach, liegt jedoch mit 120 Punkten auf noch immer hohem Niveau, so dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten weiterhin deutlich dominieren.

Mit 108 Punkten liegt der Lageindex zwei Punkte unter dem Vorjahresniveau von 110 Punkten. Auf ungefähr gleichem Niveau wie im Juni 2010 befinden sich die Investitionsplanungen, die nur geringfügig – um einen Punkt – niedriger liegen als im Vorjahr.

Bis auf die Industrie, tätigten alle Wirtschaftszweige im Juni überwiegend steigende IT-/TK-Ausgaben. Treibende Kräfte der Nachfrage waren Versorgungsunternehmen und das Finanzgewerbe. Im Branchendurchschnitt lagen die Dienstleistungen. Im Handel waren Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen IT-Budgets ausgeglichen.

Der Blick auf die kommenden drei Monate zeigt ein homogenes Bild: Alle Wirtschaftszweige zeigen sich ausgabefreudig, allen voran die Versorger, deren Planungsindex bei 134 Punkten und damit weit über dem Durchschnittswert liegt. Bis auf die Öffentliche Verwaltung, die deutlich unter dem Gesamtschnitt liegt, bewegen sich alle übrigen Branchen im Marktdurchschnitt.

Grafik: techconsult
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Die Ausgaben-Dynamik hinsichtlich Hardware war im Juni nicht mehr ganz so stark wie in den zwei Monaten zuvor. Der Index der realisierten Ausgaben ließ gegenüber Mai um vier Zähler nach, liegt jedoch bei immer noch positiven 107 Punkten. Damit waren weiter die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben in der Überzahl. Die Investitionsplanungen liegen auf hohem Level, allerdings mit 114 Punkten drei Zähler unter dem Wert des Vormonates. Der Erwartungsindex zeigt, dass auch in den Sommermonaten die Unternehmen mit expansiven Investitionsabsichten deutlich überwiegen werden.

Der Jahresvergleich spiegelt eine konstant positive Entwicklung über zwölf Monate hinweg wider. Die realisierten Investitionen befinden sich auf dem Niveau des Vorjahres, sie liegen geringfügig einen Punkt höher. Die derzeitigen Ausgabenplanungen sind darüber hinaus noch optimistischer als vor einem Jahr; der entsprechende Index liegt um vier Punkte höher als im Juni 2010.

Mit Ausnahme des Handels, hier waren Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen Budgets ausgeglichen, überwogen im Juni in allen übrigen Wirtschaftszweigen die Unternehmen mit gestiegenen Hardware-Investitionen. Deutlich über dem Marktdurchschnitt lagen Banken und Versicherungen mit einem Ausgabenindex von 124 Punkten.

Auch mit Blick auf die kommenden drei Monate dominiert in allen Wirtschaftszweigen die Ausgabenfreude. Treibende Kraft ist in erster Linie der Versorgungsektor mit einem Indexwert von 130 Zählern. Unter dem Durchschnitt bleiben die Öffentlichen Verwaltungen und das Finanzgewerbe. Die sonstigen Branchen, Dienstleister, Industrie und Handel, liegen mit ihren Ausgabenabsichten im Gesamtschnitt.

Grafik: techconsult
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Der Ausgabenindex für Software lag im Juni niveaugleich mit dem Indexwert vom Vormonat Mai. Der Indikator der realisierten Softwareinvestitionen gab leicht um einen Punkt nach und liegt derzeit bei 107 Punkten. Somit überwogen weiterhin die Firmen mit gestiegenen Softwarebudgets.

Die positive Entwicklung und Investitionslaune des Mittelstandes soll auch über den Sommer hinweg anhalten, der entsprechende Index gab zwar um vier Punkte gegenüber dem Vormonat nach, mit aktuell 110 Zählern, überwiegen jedoch weiterhin deutlich die Unternehmen mit expansiven Investitionsplanungen.

Mit der gegenwärtigen Entwicklung liegen Investitionsneigung und –planungen auf ähnlichem Level wie vor einem Jahr. Die aktuelle Ausgabenbereitschaft liegt einen Punkt höher als im Juni 2010, die Planungen liegen zwei Punkte über dem Vorjahreswert.

Grafik: techconsult
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Der Markt für Kommunikationsprodukte hielt im Juni sein Niveau des Vormonates. Der Index der aktuellen Ausgaben lag wie im Mai bei 104 Punkten. Damit konnten sich weiterhin leicht die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen durchsetzen und bleiben, gegenüber denen mit rückläufigen Ausgaben, in der Überzahl.

Der Ausblick auf die kommenden drei Monate verspricht keinen allzu großen Optimismus, die Ausgabenbereitschaft für Kommunikationsprodukte ist im Mittelstand eher verhalten. Der Planungsindex gab um einen Punkt nach und liegt derzeit bei 103 Punkten. Demnach setzten sich die Firmen mit expansiven Ausgabenplanungen weniger stark durch als im vorangegangenen Monat Mai.

Der Jahresvergleich macht deutlich, dass sich sowohl der Ausgabenindex als auch die Investitionsplanungen für Kommunikationsprodukte auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr bewegen.

Grafik: techconsult
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Die Nachfrage nach IT- und TK-Dienstleistungen blieb im Juni gegenüber Mai konstant, der Indikator liegt unverändert bei 105 Punkten. Damit setzten sich die Firmen mit gestiegenen Service-Ausgaben weiterhin gegenüber denen mit rückläufigen Budgets durch. Der Index der Ausgabenplanungen konnte dagegen den Vormonatswert nicht ganz erreichen, es sind weniger Impulse für steigende Ausgaben in den nächsten drei Monaten zu erwarten. Der Index gab erneut um zwei Punkte nach und liegt aktuell bei 107 Zählern.

Im Jahresvergleich liegt der Index der realisierten Service-Ausgaben mit vier Punkten deutlich über dem Vorjahresniveau von 2010. Die zukünftige Nachfragebereitschaft gewann gegenüber dem Vorjahresmonat einen Punkt hinzu.


Der IT-Mittelstandsindex ist ein Projekt von Fujitsu und techconsult. Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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