Tausende Südkoreaner klagen gegen Apple

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In Südkorea haben sich fast 27.000 iPhone-Anwender zusammengetan und eine Sammelklage gegen Apple eingereicht. Hintergrund ist, dass das Apple-Smartphone die Standortdaten seines Besitzers aufzeichnet und speichert – ohne, dass vorher das ausdrückliche Einverständnis des Besitzers abgefragt wird.

Detaillierte Standortdaten, gesammelt von iPhone und iPad 3G. Quelle: O'Reilly Radar
Detaillierte Standortdaten, gesammelt von iPhone und iPad 3G. Quelle: O’Reilly Radar

Jeder einzelne Kläger fordere Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 675 Euro, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den Anwalt der Kläger. Insgesamt ergibt sich dadurch eine Gesamtsumme von über 18 Millionen Euro, die Apple zahlen müsste, sollte die Sammelklage Erfolg haben.

Das könnte durchaus der Fall sein. Im Juni dieses Jahres hatte ein Gericht in Südkorea einem iPhone-Besitzer Recht gegeben und Apple zur Zahlung von 945 Dollar verurteilt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters war es das erste Mal, dass Apple wegen der von iPhone und iPad 3G gesammelten Bewegungsprofile verurteilt worden war.

Im April hatten Sicherheitsforscher festgestellt, dass iPhone und iPad 3G unter iOS 4 Bewegungsdaten ihrer Besitzer aufzeichneten. Darunter waren detaillierte Daten wie Uhrzeit und Standort-Koordinaten, die “unverschlüsselt und ungeschützt” in einer Datei auf jedem Computer abgelegt wurden, der via iTunes mit einem iOS-Gerät synchronisiert wurde.

Auch in den USA droht Apple deswegen Ärger. Eine in Florida eingereichte Klage wirft dem Unternehmen zudem Verstöße gegen das Datenschutzgesetz sowie den Computer Fraud and Abuse Act vor. “Nutzern von iPhone und iPad war nicht bekannt, dass ihre Positionsdaten aufgezeichnet werden”, heißt es in der Klage. Sie hätten auch nie ihre Zustimmung dazu erteilt. Apple soll die Informationen heimlich, in betrügerischer Absicht und unter Umgehung von Gesetzen gesammelt haben.

Apple zufolge wurden die Standortdaten versehentlich mitgeschnitten. Grund dafür sei ein Softwarefehler gewesen. Den hatte das Unternehmen Anfang Mai mit einem Update auf iOS 4.3.3 behoben. Seitdem speichert Apple die Bewegungsdaten standardmäßig nur eine Woche lang. Durch die Abschaltung der Ortungsdienste kann der Zwischenspeicher zudem vollständig gelöscht werden.