Analyst: 2016 endet die Evolution des Itanium

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Anfang kommenden Jahres will Intel mit Poulson die Itanium-Familie aktualisieren. Jetzt gibt es neue Details zur Highend-CPU.

Itanium-Anwender hatten es die vergangenen Monate sicherlich nicht einfach. Umso mehr dürften die neuen Ankündigungen Intels für ein leichtes Aufatmen sorgen, vor allem in den Reihen der HP-UX-Anwender. Doch möglicherweise rückt das Ende des Itanium tatsächlich in Sichtweite.

Poulson werde, wie Intel auf der “Hot Chips Conference” mitteilte, sowohl bei der Leistung wie auch bei RAS-Features (Reliability, Availability and Serviceability) Verbesserungen mit sich bringen.

Wie auch die aktuellen Highend-Xeon-CPUs, werde Poulson im 32 Nanometer-Verfahren hergestellt, dadurch wird die CPU leistungsfähiger. Zudem werde Poulson neben acht Kernen auch 54 MB On-Chip-Cache mitbringen. Zudem hat Intel die Multi-Issue-Instruction-Pipeline von 6 auf 12 Instructions verdoppelt.

Verbessert wird auch das Hyperthreading: doppelt so viele Cores und die Verdoppelung bei den Instructions sorgen für deutlich mehr ausgeführte Schritte bei jedem Taktschlag, was einen enormen Leistungsschub bedeutet.

Mit dem Feature “Instruction Replay” kann Intel jetzt fehlgeschlagene Instruktionen erneut abspielen. Somit kann im Fehler der Schritt einfach wiederholt werden, ohne dass der Chip noch einmal alle Daten lädt. Dieses Feature ist auf einem sehr tiefen Hardware-Level und für das Betriebssystem unsichtbar. Dadurch steigert sich zwar die Leistung nur geringfügig, doch die Verlässlichkeit der ohnehin sehr stabilen HP-UX-Systeme dürfte dadurch noch zunehmen.

Damit dürfte auch klar sein, dass Intel zusammen mit HP weiter an der Plattform festhält, anders als Oracle behauptet. Allerdings gibt es derzeit noch keine offiziellen Angaben von HP zu Poulson. Dennoch stehe es eigentlich außer Frage, dass die neue CPU auch mit der bestehenden Superdome-II-Architektur zurechtkommt.

Auf Poulson wird vermutlich ab 2014 “Kittson”, eine in 22 Nanometer gefertigte CPU, folgen. Jenseits von Kittson hingegen gibt es von Intel keine weiteren Angaben. Der Forrester Analyst Richard Fichera schließt daraus, dass Kittson, vermutlich das Ende der Itanium-Familie markieren wird. Er erwartet, dass es noch ein Modell geben wird, das die Performance von Kittson aufpeppt. “Das würde bedeuten, dass die Evolution des Itaniums etwa ab 2016 stoppt”, so Fichera.

Immerhin, Fichera glaubt, dass die Anwender damit Zeit genug haben, um ihre Systeme auf x86-Systeme umzuziehen. Systeme, die bis dahin voraussichtlich drei weitere Produktzyklen durchlaufen sind.

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