Die weibliche Seite von Microsoft

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Im Management-Team von Microsofts Deutschlandchef Ralph Haupter sitzen sechs Männer und sechs Frauen. Warum klappt bei dem Konzern, womit sich andere Unternehmen in Deutschland so schwer tun? Dr. Marianne Jannik beschreibt, warum es sich deutschen Firmenzentrale in Unterschleißheim bei München keine “typischen Männer-Diskussionen” gibt.

Die Managerin verantwortet seit einigen Wochen als Director Public Sector die Geschäftsbereiche Öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen sowie Forschung und Lehre. Bevor sie im Juli zu Microsoft kam, war sie in anderen Unternehmen in führender Position tätig – und damit als Frau oft auch “exotisch”, wie sie sagt. Nicht immer sei die Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen einfach gewesen, bei Microsoft sei das anders.

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Der Konzern macht sich seit Jahren dafür stark, auch die Karriere von Frauen zu fördern – unter anderem, in dem er sich bemüht Rahmenbedingungen zu schaffen, die es erleichtern Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

“Im Laufe der Jahre ist neben dieser Selbstverpflichtung und dieser Überzeugung auch mehr und mehr der Nutzen in der Vordergrund getreten”, so Janik. Wir sehen, dass das Arbeiten in gemischten Teams auch deutliche Vorteile für das Team mit sich bringt.”

So habe sie auch in ihrem eigenen Team festgestellt, dass die Diskussion vielleicht etwas länger dauern, aber mehr Tiefgang haben. “Das heißt, wenn Entscheidungen anstehen, mehr Argumente auf den Tisch kommen und ein Sachverhalt von vielen Seiten beleuchtet wird – das hilft uns bei der Entscheidungsfindung.”

Im Laufe ihrer Karriere habe sie das auch anders erlebt. Gerade wenn man die ersten Stufen auf der Karriereleiter erklimme, müsse man sehr viel Disziplin an den Tag legen und sich “gegenüber den männlichen Kollegen sehr deutlich zeigen”.

Im Laufe der Jahre hat sie unterschiedliche Verhaltensmuster bei Diskussionen ausgemacht. Eine typisch männliche Diskussion ist nach ihren Worten “von Machtkämpfen dominiert”, den Teilnehmern gehe es oft darum, ihre Stärke zu demonstrieren. Frauen hingegen würden dazu neigen, in Sachdiskussionen Emotionen einzubringen.

Als Mitglied des Management-Teams bei Microsoft hat sie sich für ihre Geschäftsbereiche vorgenommen, Technologie “erlebbar” zu machen. Auf die Frage, was sich in Behörden und Schulen ihrer Meinung nach ändern muss, sagt sie: “Das dringendste ist, das Gefühl für den Nutzen von moderner Technologie zu wecken und auch, positive Emotionen damit zu verbinden.” Eine weibliche Antwort.

Fotogalerie: Führende Frauen der ITK-Branche

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