VWs High-Tech-Labor in Kalifornien

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Eine Schlüsselfunktion in der Volkswagen-Forschung hat das ‘Electronics Research Laboratory’ (ERL) in Kalifornien, das 1998 eröffnet wurde und heute rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Forscher arbeiten unter anderem daran, Google Street View in Navigationssysteme einzubauen.

Mehr als fünf Milliarden Euro investiert der Volkswagen-Konzern nach eigenen Angaben jährlich in Forschung und Entwicklung, 23.000 Mitarbeiter sind für diesen Bereich weltweit tätig. Das ERL betreibt für den Konzern die Vorentwicklung, etwa zu Batteriesystemen und Leistungselektronik. Die Konzernforschung am Hauptsitz in Wolfsburg koordiniert die Forschungsaufträge und Ergebnisse. Neben dem ERL betreibt der Konzern noch das ‘Volkswagen Research Lab China’ (VRC) und das ‘Technical Representative Tokyo’ (VTT).

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Für das ERL spricht, dass es in der Nähe der Universitäten Stanford und UC Berkeley sowie der Zentralen vieler High-Tech-Firmen liegt. Das ERL war zunächst in Palo Alto angesiedelt, zog in diesem Jahr jedoch nach Belmont um. Belmont gilt als eine der Nichtraucher-freundlichsten US-Städte – so ist das Rauchen in öffentlichen Parks untersagt.

Eines der ERL-Projekte ist die Integration von Google Earth in Navigationssysteme. Diese wurde bereits für den Audi A7 realisiert. Jetzt geht es darum, Google Street View in Navigationssysteme einzubauen, so dass dem Autofahrer ein Foto des Fahrtziels angezeigt werden kann. Das ERL arbeitet zudem daran, die Apps und Funktionen eines Smartphones auf dem LCD-Display eines Autos zu reproduzieren. Dabei sollen die angezeigten Daten danach ausgerichtet werden, ob das Auto gerade fährt oder steht.

Volkswagen experimentiert desweiteren damit, die Instrumententafel mit runden LCDs zu versehen. Runde LCDs sind teurer als rechteckige LCDs. In den Experimenten geht es darum, herauszufinden, ob runde LCDs Vorteile gegenüber rechteckigen LCDs haben – und so die Mehrkosten rechtfertigen. Ein Simulator dient am ERL dazu, die Ablenkung des Fahrers zu prüfen. Im Auto werden unterschiedliche Infotainment-Angebote und Schnittstellen-Controller installiert. Über den Simulator können dann die Augen, das Gesicht und die Kopfbewegungen des Fahrers beobachtet werden.

Die Forscher arbeiten auch an einem Assistenz-System, das erkennen soll, wann eine Ampel rot, gelb oder grün geschaltet ist. Dieses könnte mit einem Bremssystem verbunden werden, das automatisch bremst, wenn der Fahrer bei Rot losfahren will. In Kalifornien wird zudem Sensor-Technik entwickelt, die den Fahrzeugen Daten über die Umgebung liefern soll.