Siemens testet E-Car-Sharing

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Siemens erweitert mit einem E-Car-Sharing-System die Elektroautoflotte, die der Konzern im November 2010 in Berlin in Betrieb genommen hat. Im Car-Sharing-Verfahren werden zwölf Elektrofahrzeuge eingesetzt.

Die Elektrofahrzeuge können von mehr als 100 Mitarbeitern über einen Zeitraum von zwölf Monaten für Dienstfahrten zwischen den Berliner Siemens-Standorten genutzt werden. Die Elektroautos, Siemens-intern “movE” genannt, wurden auf der Basis des Opel Agila vom Systemintegrator German E-Cars geliefert und von Sixt Leasing betreut und gewartet.

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Das E-Car-Sharing erprobt das Unternehmen im Rahmen des Projekts 4-S (For Sustain-electromobility). In diesem Projekt sollen Technologien wie Ladeinfrastruktur, Antriebstechnik und Kommunikationssysteme zu einem ganzheitlichen System zusammengeführt werden. Hierfür hat Siemens im November 2010 in der so genannten ‘Phase 1’ an den Siemens-Standorten in München und Erlangen 20 Mitarbeitern einen movE übergeben. In der nun in Berlin beginnenden ‘Phase 2’ wird das Konzept durch das Car-Sharing-Prinzip erweitert.

Für das Projekt wird jedes Auto mit einem mobilen Bordcomputer (Onboard-Unit) ausgerüstet. Damit lassen sich Informationen zur Reservierungsdauer, zum Ladezustand oder zur verbleibenden Reichweite abrufen. Mittels GPS und der Kommunikation mit einer Leitzentrale kann dem Fahrer auch der Weg zum nächsten freien Parkplatz mit Lademöglichkeit angezeigt werden. Parkgebühren, Miete und Ladekosten können mit Hilfe einer sicheren Datenübertragung via Onboard-Unit zudem automatisch abgerechnet werden.

Bei dem Car-Sharing-Flottenversuch werden zwei unterschiedliche Ladeszenarien getestet: Im ersten Szenario setzt Siemens Ladesäulen ein, die an ein zentrales Reservierungssystem angebunden sind und die Parkplatzbelegung aktiv überwachen und disponieren. Das zweite Szenario ermöglicht das Ad-hoc-Laden, indem der Fahrer eine freie Ladesäule anfahren und das Elektroauto ohne Reservierung laden kann.

Mit dem System geht Siemens einen Schritt Richtung vernetzter Mobilitätslösungen, der so genannten “Complete Mobility“. Künftig sollen die Menschen nicht nur ein Verkehrsmittel nutzen, sondern mit Hilfe intelligenter Technologien die Verfügbarkeit von Elektroautos mit den Fahrinformationen von U-Bahn, Bus und Tram verknüpfen. An einem so genannten Multitouch-Tisch simulierte Siemens in Berlin die Vorteile eines solch vernetzten Verkehrs.

Öffentliche Parkplätze mit Lademöglichkeiten für Elektroautos könnten in Zukunft das Stadtbild mit prägen. Elektroautos könnten im intelligenten Stromnetz (Smart Grid) auch als Zwischenspeicher für Strom dienen und kurzfristige Engpässe bei der Erzeugung erneuerbarer Energien ausgleichen. Auch im Privathaus könnte das Smart Grid künftig für die Integration eines höheren Anteils erneuerbarer Energien sorgen. Elektroautos könnten über Nacht mit Windkraftüberschüssen geladen werden.