Spanien eröffnet Kartellverfahren gegen Microsoft

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Die spanische Wettbewerbsbehörde hat ein Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Microsoft habe den Verkauf von Lizenzen für PC-Software durch Drittanbieter blockiert. Bislang sind allerdings nur wenige Details zu dem Verfahren durchgesickert.

So berichtet das Wall Street Journal, Basis des Verfahrens seien die bisher gesammelten Informationen der Wettbewerbsbehörde Comisión Nacional de la Competencia (CNC). Das Material deute auf Verstöße gegen das spanische Wettbewerbsgesetz hin. Den Informationen des Blatts zufolge müssen die Ermittlungen innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen und eine Entscheidung gefallen sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft ins Visier europäischer Wettbewerbshüter gerät. Die EU-Kommission hatte das Unternehmen 2004 zur Zahlung von 497 Millionen Euro verurteilt. Grund war die Bündelung des Windows Media Player mit dem Betriebssystem Windows. Seitdem muss Microsoft in Europa Windows-Versionen ohne die Multimedia-Software anbieten.

Ein weiterer Streit drehte sich um die Bündelung des Internet Explorer mit Windows und deren Auswirkungen auf den Browsermarkt. Microsoft führte daraufhin die Browser-Auswahlbox ein, die Nutzern anbietet, Konkurrenzprodukte wie Google Chrome, Mozilla Firefox, Apple Safari oder Opera zu installieren.

Bitkom
Die EU schätzt, dass es rund 100 Millionen europäische Windows-Nutzer gibt und die können jetzt auch Browser wie Sleipnir oder SlimBrowser wählen.
Foto: CBS Interactive

Microsoft tritt in Europa aber auch als Beschwerdeführer auf: Im März schloss es sich einem Kartellverfahren der EU-Kommission gegen Google an. Der Internetkonzern soll auf dem Such- und Anzeigenmarkt sowie bei Smartphone-Software wettbewerbsfeindliches Verhalten zeigen.