Immer mehr Telefon- und Internetanschlüsse werden überwacht

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Die Zahl der Telefon- und Internetanschlüsse, die in Deutschland überwacht werden, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Bundesjustizministerium veröffentlicht hat. Demnach wurden im vergangenen Jahr 2010 auf Antrag der Behörden 21.000 Telefon- und Internetanschlüsse überwacht worden.

Die meisten Anschlüsse wurden in Zusammenhang mit Drogendelikten überwacht (6204). Um Mord und Totschlag aufzuklären, klinkten sich Ermittler in 902 Anschlüsse ein. Auf Platz drei dieser Liste folgte die Aufklärung von Steuerhinterziehung (334).

Insgesamt ordneten die Behörden 5439 Überwachungsverfahren an. Die deutlich höhere der Gesamtzahl der Überwachungen ergibt sich aus der Tatsache, dass viele Verdächtige mehrere Telefon- und Internetanschlüsse gleichzeitig nutzen.

Wie bereits im Vorjahr wurden auch 2010 die meisten Telefon- und Internetanschlüsse in Bayern (1341) überwacht, gefolgt von Baden-Württemberg (639) und Niedersachsen (559). Die komplette Übersicht zur Telekommunikationsüberwachung ist über die Homepage des Bundesjustizministeriums einsehbar.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen zur Telekommunikationsüberwachung veröffentlicht das Bundesjustizministerium jedes Jahr. Vor dem Hintergrund der aktuellen und heftigen Diskussion zum Bundestrojaner bekommt die TKÜ-Bilanz in diesem Jahr möglicherweise besondere Aufmerksamkeit.

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