Das iPhone über die iCloud verwalten

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Mit dem Betriebssystem-Upgrade iOS 5 hat Apple auch den Online-Speicher iCloud offiziell gestartet. Mit Hilfe der Apple-ID können sich ab sofort auch iPhone- und iPad-Benutzer bei der iCloud anmelden und dort ein Online-Backup ablegen, Musik, Videos und Bilder speichern oder ihre Dokumente sichern. Wir zeigen, wie sich der iCloud-Account im Web verwalten lässt.

Apples neuer Online-Speicher iCloud bietet Besitzern mobiler Apple-Geräte eine komfortable Möglichkeit, Musik, Bilder, Videos oder Dokumente in einem Online-Backup abzulegen. Auf Wunsch werden Dateien, Nachrichten, Einstellungen und Anwendungsdaten täglich gesichert. Dadurch kann man schnell seine gewohnte Arbeitsumgebung inklusive Apps und Daten wiederherstellen, wenn man beispielsweise sein bisheriges iOS-Gerät durch ein neues ersetzt. Zudem lassen sich so die Inhalte in der iCloud Web-Oberfläche verwalten. Wir zeigen wie das funktioniert, was geht – und was (noch) nicht.

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So lassen sich mit Hilfe der iCloud etwa Kontakte, E-Mails und Kalendereinträge sowie Lesezeichen, Erinnerungen und Notizen zwischen iOS-Geräten, Macs und PCs nicht nur synchronisieren sondern auch einrichten. Blickt man sich die einzelnen Applikationen näher an, steht meist nur ein Bruchteil der Features zur Verfügung, die ein vollwertiger Desktop-Client bietet. Die grundlegenden Funktionalitäten hat Apple jedoch in eine intuitive Oberfläche gepackt.

Das gilt auch für die E-Mail-Applikation der iCloud. Dort ist es beispielsweise möglich auszuwählen, von welcher E-Mail-Adresse aus, man eine Nachricht verschicken möchte. Die Möglichkeit, andere Accounts zu integrieren, wäre allerdings wünschenswert. Abwesenheitsnotizen können erstellt werden, das Feature reicht, um die Absender der Mail zu informieren. Ein Timer wie in vielen Desktop-Versionen fehlt.

Auch die Kalender-Funktionen in der iCloud sind sehr reduziert. Immerhin ist es möglich Terminerinnerungen anzulegen, die automatisch mit allen iOS5-Geräten synchronisiert werden. Viele weitere Features fehlen, als Entschädigung gibt es eine intuitive Benutzeroberfläche.

Ein weiterer Kritikpunkt vieler Erstanwender: Standardmäßig stehen iCloud-Nutzern 5 GByte kostenlos zur Verfügung. Wer sein Apple-Gerät intensiv nutzt, kommt damit nicht aus, muss also Zusatzgebühren zahlen. Zusätzliche 10 GByte kosten 16 Euro pro Jahr. Für 20 GByte verlangt Apple 32 Euro pro Jahr, für 50 GByte 80 Euro pro Jahr.

Die Speichererweiterung wird als Abonnement angeboten, das sich automatisch um ein Jahr verlängert. Wer innerhalb von 45 Tagen nach einer Verlängerung sein Abo kündigt, erhält die Jahresgebühr ebenfalls vollständig zurück.

Um sich für die iCloud anzumelden reicht die Apple ID. Innerhalb der Cloud wird nur an einer Stelle erneut nach dem Passwort gefragt – nämlich dann, wenn der Nutzer auf den sicherheitssensiblen Ortungsdienst zugreifen will. Er ermöglicht es, iPhone, iPad, iPod Touch und MacBook auf einer Karte suchen zu lassen. Im Fall eines Verlusts oder Diebstahls kann eine Nachricht verschickt und ein Signalton ausgelöst werden. Hilft das alle nichts, ist es möglich, die Geräte auch per Fernzugriff zu sperren oder zu löschen.

Für Apples Textverarbeitungsprogramm Pages gibt es die iCloud noch nicht. Wenn die Anwendung kommt, wird sie es ermöglichen, Dokumente von Geräten mit iOS 5 mit der iCloud zu synchronisieren. Dort können sie dann über die Web-Oberfläche weiter bearbeitet werden. Ein Art Antwort von Apple auf Microsofts Office Web Apps.

Unterdessen melden Nutzer Probleme beim Update auf iOS 5. Auf Twitter und in Apples Support-Forum häufen sich entsprechende Berichte. Wie The Next Web meldet, sind die Apple-Server offenbar überlastet. Nur die Hälfte der Anfragen würden verarbeitet. Erneutes Probieren sollte aber irgendwann zum Erfolg führen.