Ubuntu Linux 11.10 poliert ‘Unity’ auf

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Das lange erwartete Ubuntu Linux 11.10, auch Oneiric Ocelot genannt, bringt kaum neue Features mit, behebt jedoch zahlreiche Probleme der Vorgängerversion.

Ubuntu 11.10 basiert auf dem Linux 3.0-Kernel, da die Kernel-Version 3.1 nach wie vor auf sich warten lässt. Ubuntu 11.04 führte die umstrittene Unity-Oberfläche ein. Und das jüngste Update Oneiric Ocelot soll vor allem für mehr Stabilität und weniger Abstürze sorgen.

Als Nutzerschnittstelle bringt Oneiric Ocelot GNOME 3.2, was natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Nutzerschnittstelle bleibt. Neu sind auch die Versionen einiger Programme wie etwa Firefox oder Thunderbird, die jetzt in der Version 7.0.1 enthalten sind. Chromium wurde auf 14.0.835.202 aktualisiert, LibreOffice hat den Release-Stand 3.4.3 und der Compiler gcc hat jetzt die Versionsnummer 4.6.1. Weitere Details und Änderungen sind in den Releasenotes zu finden.

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Als Mail-Programm nutzt das neue Ubuntu statt Evolution die Mozilla-Entwicklung Thunderbird. Wer dennoch gerne mit Evolution weiterarbeitet, kann den Mail Client jederzeit wieder installieren. So ist zwar Evolution besser auf Microsoft Exchange abgestimmt, allerdings zielt der ActiveSync-Support von Evolution eher auf mobile Clients. Bei großen Postfächern neigt Evolution zudem dazu, langsam zu werden. Allerdings lassen sich die Daten aus Evolution nicht in den Thunderbird exportieren.

Canonical tut auch viel, um den Cloud-Dienst Ubuntu One möglichst gut in das Betriebssystem zu integrieren. One ist sozusagen das Gegenstück zu Apples iCloud, ein Storage- und Backup-System in der Cloud mit 5 GB. Diese lassen sich allerdings nicht nur von Ubuntu aus erreichen, sondern auch von Windows-Rechner, iPhones oder Android-Smartphones. Wie auch Apple hat Canoical diese Cloud-Integration als Zukunft-Strategie für den Desktop erkannt. Der lokale PC verliert dabei ein Stück weit an Bedeutung.

Canonical versucht in Ubuntu den Brückenschlag zwischen Cloud und Desktop. Quelle: ZDNet.com
Canonical versucht in Ubuntu den Brückenschlag zwischen Cloud und Desktop. Quelle: ZDNet.com

Das neue Ubuntu Software Center, der “App-Store” der Distribution vereinfacht das Auswählen, Herunterladen und Installieren neuer Programme. Und hier findet man nicht nur kostenlose Programme, sondern auch kostenpflichtige Angebote und proprietäre Programme wie Flash, Skype oder MP3. Für Hersteller bietet sich hier also eine weitere Absatzmöglichkeit.

Hat man mehr als nur einen Ubuntu-PC, ist OneConf ein sehr schönes neues Feature. Damit kann man Einstellungen und Programme von einem auf den anderen PC synchronisieren. Auch das Deployment mehrer Ubuntu-Rechner etwa in einem Unternehmensnetzwerk lässt sich über OneConf vereinfachen. Mit dem “Déjà Dup-Backup-Tool” kann man auswählen, ob der Backup auf One, der lokalen Festplatte oder einem anderen Laufwerk gemacht werden soll.

Das neue Ubuntu ist vielleicht nicht der perfekte Desktop für einen Linux-Profi, aber er eignet sich äußerst gut für den Einsteiger. Auch wenn sich die Nutzerführung etwas an Apples Vorbild orientiert, so bringt doch das mit Natty Narwhal eingeführte Unity auch Ansätze mit, die man bei Microsoft oder Apple so noch nicht gesehen hat.

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