Ein Plausch mit Siri: clever, verwirrt, souverän

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Weltweit reißen die Anwender Apple das neue Smartphone iPhone 4S quasi aus den Händen. Weil es sich “nur” um ein Update des Vorgängermodells handelt, werden viele Käufer der ersten Stunde vor allem mit der Sprachsteuerung Siri experimentieren. Sie gilt als größte Innovation. Wir zeigen, wie clever Siri ist – und warum sie sich ausgerechnet von der Schweiz verwirren lässt.

In den vergangenen Tagen haben viele Tester vor allem versucht herauszufinden, wie viel Humor Siri hat. Der Sprachsteuerung wurden reihenweise Heiratsanträge gemacht, mehr oder weniger sinnvolle Fragen zu Kult-Filmen gestellt und auch zu ihren religiösen Ansichten musste sie Stellung beziehen. Dass sich Siri nicht aus der Ruhe bringen lässt und immer eine – manchmal nicht ganz ernst gemeinte – Antwort parat hat, spricht für die entsprechende Entwickler-Crew bei Apple.

Beim Geplauder mit Siri wird schnell klar, dass sich Missverständnisse nur dann vermeiden lassen, wenn klar formuliert wird. “Welche Sprache wird in der Schweiz gesprochen?” ist nicht exakt genug. Verwirrt wie selten gibt Siri hier eine konfuse Antwort über Treffer zum Stichwort “Language” in der Nähe der Gemeinde Switzerland in Florida. Lautet die Frage dagegen: “Wie lautet die Nationalsprache der Schweiz?” kommt die Antwort schnell und auf den Prozentpunkt präzise.

Apples Siri-Team hat offenbar vorausgesehen, dass die Innovation zu Anfang mit jeder Menge unsinniger Fragen bombardiert werden wird. Die Entwickler haben viel Weitsicht bewiesen und so kommt es, dass Siri auch bei Liebesgeständnissen nicht um eine diplomatische Antwort verlegen ist, Heiratsanträge freundlich ablehnt, sich bei der Frage nach Gott für die eigene Dummheit entschuldigt und auf den Befehl “Beam me up” lapidar antwortet: “OK. Steh still.”

Darüber hinaus ist Siri ein nützlicher Assistent für Privat- und Business-Alltag. Die besten Sushi-Lokale in der Nähe findet sie ebenso problemlos wie den die schnellste Route zum nächsten Termin. Die Einbindung von Google Maps und Wikipedia funktioniert in der Regel reibungslos und wenn Siri mit einer – ernstgemeinten – Frage überfordert ist, bietet sie an, eine Websuche zu starten.

Für die originellsten Siri-Antworten gibt es inzwischen eine eigene Webseite. Wer selbst mit ihr plaudern möchte, kann das derzeit auf Englisch, Französisch und Deutsch. Interessant dabei: In der britischen und der französischen Version hat Siri eine männliche Stimme. In den USA, Australien und Deutschland ist es eine weibliche Stimme.