Apple für Egomanen – Microsoft für das Familientier

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Jedes Produkt hat ein Image und mit diesem Image verbunden, ist auch die Vorstellung eines typischen Nutzers.

Apple hat eine große Produkt-Familie und jeder kennt jedes Familienmitglied; aber in den Augen der Menschen ist der Apple-Nutzer wohl eher der Typus kreativer, erfolgreicher Einzelgänger. Auch Microsoft hat eine große Produktfamilie, aber bislang hat es Microsoft nicht geschafft, auch die Xbox 360 und Kinect mit in diese Familie zu integrieren, oder als einheitliche Plattform wahrgenommen zu werden.

Jetzt versucht Microsoft nicht nur seine eigene Produktfamilie als solche erkennbar zu machen, sondern richtet sich auch ganz gezielt an die ‘klassische’ Familie, die aus einem verheirateten Paar und Kindern unter 18 Jahren besteht.

Den Anfang macht ein Familienernährer, der im Kreise der Lieben “Dance Central 2” auf seiner Xbos 360 mit Kinect spielt. Die jugendlichen Kinder haben nichts Besseres zu tun, als das mit einem Windows-Phone zu filmen und dann nach der Bearbeitung durch Windows Movie Maker auf einem Windows-PC auf Youtube hochzuladen. Papa ist erst schockiert, aber dann doch amüsiert. So viel Spaß haben Apple-User leider nicht, scheint der Spot zu suggerieren.

In einem zweiten Werbefilm hält ein kleiner neunjähriger Nerd mit Brille einen PowerPoint-Vortrag vor seinen Eltern, warum er einen Hund braucht. Sehr nett. Daddy will das Vorgehen abkupfern und seine Frau – wieder mit einer Präsentation – davon überzeugen, dass er sonntags zum Golfen gehen muss.

So weit so gut. Nur hat diese Kampagne genau zwei Haken: erstens kommt sie (für einige Microsoft-Produkte) etwas spät und zweitens richtet sie sich an eine Zielgruppe, die leider seit Jahrzehnten auf dem Rückzug ist. Nur noch 22 Prozent der amerikanischen Haushalte entsprechen der klassischen Familie. 1957 waren es noch 45 Prozent.

Damit ist die klassische Familie lediglich die drittwichtigste Form einer Lebensgemeinschaft in den USA. Verheiratete ohne Kinder und Menschen, die alleine Leben, machen jeweils 27 Prozent der Haushalte aus. Also adressiert Apple nicht nur die größere, sondern auch noch eine wachsende Zielgruppe. Der durchschnittliche iPad-Nutzer ist laut einer Studie nämlich männlich und etwa 40 Jahre alt und ist aller Wahrscheinlichkeit nach alleinstehend oder kinderlos.

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