Was läuft unter Tim Cook bei Apple anders?

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Er ist noch kaum zwei Monate als neuer CEO im Amt bei Apple, doch es zeichnen sich bereits jetzt einige deutliche Veränderungen ab: Beförderungen, neue Verantwortlichkeiten und eine neue Kommunikationskultur.

Tim Cook will Kontinuität und macht dennoch einiges anders als sein Vorgänger Steve Jobs. Quelle: CNET
Tim Cook will Kontinuität und macht dennoch einiges anders als sein Vorgänger Steve Jobs. Quelle: CNET

Anlässlich seines Antritts als CEO bei Apple hatte Tim Cook in einer Mail an seine Mitarbeiter erklärt: “Ich möchte, dass Sie zuversichtlich sind, dass sich Apple nicht verändern wird. Ich schätze und würdige Apples einzigartige Prinzipen und Werte. Steve hat ein Unternehmen und eine Kultur geschaffen, die mit keiner anderen zu vergleichen ist und wir werden auch weiterhin dran festhalten.”

Doch auch wenn Apple nach wie vor “die besten Produkte der Welt baut und auch nach wie vor die Kunden entzückt und auch die Mitarbeiter bei Apple unglaublich stolz auf ihre Arbeit sind”, hat sich doch in den zurückliegenden acht Wochen, in denen Cook jetzt im Amt ist, einiges geändert.

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Das Wall Street Journal nennt (Registrierung erforderlich) zum Beispiel die Neuorganisation des Bildungsbereichs bei Apple. Dieser soll jetzt besser zu den einzelnen Business-Units passen. Zudem habe der Bereich jetzt das Team für Marketing und Sales aufgeteilt und den einzelnen Produkten zugeordnet.

Damit ist jetzt auch die Organisation verändert. Der Vice President des Bereiches Education Marketing and Sales, John Couch, berichtet daher an den Senior Vice President Marketing Phil Schiller und nicht mehr an Cook. Auch die Rolle des Vice President John Brandons, der 2001 zu Apple kam, wurde gestärkt.

Eddy Cue ist jetzt Senior Vice President der Unternehmensgruppe Internet Software and Services. Damit ist Cue für den iTunes Store, iCloud, iAd und den Buchladen iBookstore verantwortlich. Cue, der seit 22 Jahren bei Apple arbeitet, wurde etwa eine Woche nach Cooks Amtsantritt befördert.

Laut Wall Street Journal hatte sich Jobs gegen Spenden ausgesprochen, wie eine anonyme Quelle von einem informellen Treffen im Jahr 2010 berichtet. Seit September gibt es jetzt ein Programm für so genannte Matched Donations. Bis zu 10.000 Dollar pro Jahr legt Apple auf eine Spende eines Mitarbeiters drauf.

Es scheint zudem der Fall zu sein, dass Cook das Wort deutlich öfter an seine Mitarbeiter richtet. Mehrere E-Mails aus Cooks Feder haben ja bereits ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden. In einer E-Mail etwa hat Cook das oben genannte Charity-Programm angekündigt. Eine andere betraf die Beförderung von Cue und eine weitere verriet das Datum der Trauerfeier für Steve Jobs im Apple-Hauptquartier in Cupertino.

Nicht nur der Kommunikationsstil oder der Umgang mit Spenden könnte sich unter Cook ändern. Auch der Umgang mit den enormen Cash-Reserven von 81,6 Milliarden Dollar könnte Cook nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Jobs war mit diesen Mitteln sehr sparsam und hat es für ganz gezielte Übernahmen wie Siri oder Quattro Wireless ausgegeben.

Cook hatte ja bereits Jobs im Krankheitsfall vertreten. Doch damals wusste man immer Jobs im Hintergrund. Seinen ersten öffentlichen Auftritt als CEO hatte Cook dann bei der Vorstellung des iPhone 4S. Doch die wurde nur wenig später vom Tod Jobs überschattet. Cook wird seit dem unter dem Mikroskop beobachtet. Doch Cook hat bei seiner Präsentation nicht den Fehler gemacht, zu versuchen, wie Steve Jobs zu sein, und er wird diesen Fehler vermutlich auch nicht in seiner weiteren Rolle als einer der mächtigsten Männer im Silicon Valley machen.

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