Siemens baut Züge umweltfreundlich

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Auch in der Bahnindustrie spielen Ökobilanzen eine immer wichtigere Rolle. Siemens Rail Systems in Wien will hier als Vorreiter gelten und konstruiert Züge, Metros und Straßenbahnen so, dass sie bei der Herstellung und im Betrieb wenig Rohstoffe und Energie verbrauchen.

Die Wiederverwertung ausgedienter Bahnen rückt immer mehr in den Fokus. Durch eine geschickte Wahl der Materialien und der Herstellprozesse lassen sich die Bahnen laut Siemens so konstruieren, dass sie sich später leicht recyceln lassen. So erreicht Siemens Rail Systems nach eigenen Angaben Recyclingquoten von 95 Prozent.

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Demnach kalkulieren die Siemens-Ingenieure bereits bei der Konstruktion ein, dass sich die Züge später leicht zerlegen lassen. So wird etwa der Stahl wiederverwertet, der im Railjet der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) verbaut ist. Das Gerippe und der Führerstand des Railjet ist komplett aus Stahl, der sich nach dem Entfernen der Inneneinrichtung zu Bauteilen für neue Züge recyceln lässt. Die Betriebsdauer eines Railjet liegt bei rund 40 Jahren.

Der Boden des ÖBB Railjet muss besonders steif sein und hohe Belastungen aushalten. Um das Gewicht und damit den Energieverbrauch in Grenzen zu halten, haben die Ingenieure die Bodenpaneele als Wabe aus Aluminium konstruiert. Sie ist leicht und stabil – ähnlich wie ein Eierkarton. Recyclingfähigkeit ist hier besonders wichtig, denn Aluminium benötigt bei der Herstellung sehr viel Energie.

Was der Reisende nicht sieht: Die Bahnen stecken voller Kabelbäume zur elektrischen Steuerung. Diese werden bei Siemens so montiert, dass man sie später leicht wieder ausbauen kann. Kabel sind beim Recycling heiß begehrt, weil das darin enthaltene Kupfer ein wertvoller Rohstoff ist, aus dem neue Kabel hergestellt werden können.

Vorbild für eine neue Generation umweltfreundlicher Bahnfahrzeuge ist der ‘VAL Toulouse’ – ein “People Mover”, der am Flughafen Toulouse bereits seit den 80er Jahren Passagiere ohne Fahrer von Terminal zu Terminal bringt. Der VAL Toulouse wird aus möglichst wenigen leichten Bauteilen zusammengesetzt, die sich später wieder in reine Materialien zerlegen lassen.

Die Konstrukteure achten beim Entwurf zudem darauf, dass der Zusammenbau möglichst wenige Arbeitsschritte erfordert. So werden beim VAL Toulouse die Dämmplatten gegen Vibrationen einfach in die Aussparungen der Aluminiumkarosserie gesteckt. Das spart Produktionskosten und erleichtert später das Zerlegen.

Bei der Montage der Karosserie kommen außerdem Schraubverbindungen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Standard-Innensechskantschrauben, die sich leichter lösen lassen als Schweißverbindungen. Auch diese einfache modulare Bauweise macht das Recyceln später einfacher. Die Schrauben und weitere Bauteile lassen sich direkt wiederverwenden, andere Bauteile werden sortenrein getrennt und zu Komponenten für neue Züge aufgearbeitet.

Fotogalerie: "Fernverkehr der Zukunft" - Der ICx

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