Motorola-Aktionäre segnen Google-Übernahme ab

E-GovernmentEnterpriseManagementMobileRegulierungÜbernahme

Mit einer “überwältigenden Mehrheit” haben die Aktionäre dem Verkauf von Motorola an Google zugestimmt. Für die Übernahme des Branchen-Urgesteins zahlt Google 12,5 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) .

Auf einer eigens einberufenen Hauptversammlung stimmten rund 99 Prozent der Aktionäre für den Zusammenschluss der beiden Firmen. Das entspricht rund 74 Prozent aller ausstehenden Aktien von Motorola Mobility.

“Wir sind glücklich und zufrieden mit der eindeutigen Unterstützung durch unsere Anteilseigner”, sagte Motorola-CEO Sanjay Jha. “Wir freuen uns auch auf die Zusammenarbeit mit Google, um den bedeutenden Wert, den die Kombination für unsere Aktionäre hat, umzusetzen, und auf die neuen Gelegenheiten, die sich für Mitarbeiter, Kunden und Partner ergeben.”

Im August hatte Google angekündigt, es wolle Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar übernehmen. Mit dem Kauf des Handyherstellers erhält der Suchriese auch Zugriff auf 17.000 Patente sowie 7500 Patentanträge. Die Zustimmung der zuständigen Regulierungsbehörden steht noch aus.

Ursprünglich war als Zeitrahmen für den Abschluss der Übernahme Ende 2011 oder Anfang 2012 genannt worden. Aufgrund von Terminen für Unterlagen, die bei Regulierungsbehörden eingereicht werden mussten, sei es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass die Kaufvereinbarung noch in diesem Jahr umgesetzt werden könne, so Motorola Mobility.

Eine weitere Verzögerung droht durch eine Klage des US-Netzwerkausrüsters Lemko. Er wirft Motorola den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Motorola soll einen Ingenieur von Lemko abgeworben haben, der Quellcode für eine Technik zur Positionsbestimmung von Mobiltelefonen mitentwickelt habe, die unter anderem von Google Maps und Foursquare genutzt wird.

“Lemko muss sich gegen den Diebstahl seiner Software wehren”, sagte ein Sprecher des Unternehmens. “Lemko wird seine geistigen Eigentumsrechte mit allen Mitteln verteidigen und seine juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, um den illegalen Verkauf von Motorola zu verhindern, der zu einer unrechtmäßigen Offenlegung unseres Quellcodes gegenüber Google führen würde.”

Wie die Chicago Tribune berichtet, ist die Klage Teil eines länger andauernden Rechtsstreits zwischen den beiden Firmen. Zuvor habe Motorola schon gegen Lemko geklagt, und zwar ebenfalls wegen des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. Derselbe Mitarbeiter habe nach seinem Wechsel zu Motorola weiter im Geheimen für Lemko gearbeitet und wertvolle Informationen von Motorola verraten, so der Vorwurf.