Cloud: CIOs müssen ihre IT-Strategie überdenken

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Auch wenn der Begriff “Cloud” relativ schwammig ist, besteht kein Zweifel daran, dass über kurz oder lang diese Technologie maßgeblich sein wird. Mit traditionellen IT-Strategien stößt man hier bald an Grenzen.

Cloud ist keine neue Technologie, Cloud ist ein Delivery Modell, so nannte es Dr. Joseph Reger, CTO von Fujitsu. Jeder Hersteller hat eine eigene Sichtweise auf dieses Phänomen, aber auch jeder Anwender scheint in irgendeiner Weise davon profitieren zu wollen, oder tut es bereits.

Forrester Research hat erhoben, dass rund 29 Prozent aller CIOs derzeit das Einrichten einer Private Cloud als kritisch ansehen. Weitere 28 Prozent wollen zudem auf Dienste aus der Public Cloud zurückgreifen. Und diese Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Wie die Experten von Gartner prognostizieren, stehen dem CIO jedoch schwierige Jahre bevor.

Der Forrester-Analyst Brian Hopkins berichtet aus Gesprächen mit Anwendern. Er habe in den vergangenen Monaten keinen einzigen Anwender getroffen, der nicht in der einen oder anderen Form strategisch auf das Thema Cloud zugehen würde.

Anhand zahlreicher Gespräche hat er nun sechs Punkte umrissen, auf die es seiner Meinung nach, bei Überlegungen und Planungen für eine Zukunft in der Cloud ankommt. Zunächst sollten die Infrastrukturverantwortlichen jedoch prüfen, inwieweit der Status quo schon für die Cloud bereit ist.

Die nächste Phase der IT-Industrialisierung: Es zeigt sich, dass das derzeitige IT-Delivery-Modell schlecht auf die neuen technologischen Veränderungen vorbereitet ist. Gleichzeitig ist das aber auch der Grund dafür, warum die neuen Cloud-Technologien so attraktiv erscheinen. Denn Anwenderunternehmen können auf diese Weise sehr viel schneller neue Technologien aufgreifen. Aber ist das Unternehmen und ist auch das aktuelle IT-Modell in der Lage, das auch umzusetzen?

Die Cloud erhöht den ökonomischen Druck auf die IT-Wirtschaftssysteme: Es zeigt sich, dass Cloud nicht automatisch billiger bedeutet. Daher müssen die Charakteristika von Cloud-Anwendungen verstanden werden. Für eine Betrachtung sollten daher immer die Gesamtkosten erwogen werden. Zudem ist zu prüfen, ob die Business-Case-Methodologie im Unternehmen auf diese Besonderheiten abgestimmt ist. Vor allem sollte geprüft werden, ob auch die Kosten realistisch in der Planung abgebildet werden.

Elastische Anwendungsplattformen können variabel skalieren und das Portfolio ausbalancieren: Damit ist eigentlich erst eine Cloud-optimierte Architektur umrissen, eine Architektur die sich an den Bedarf anpasst. Daher müssen künftige Anwendungen auch in der Lage sein, elastisch zu skalieren und auch für das Abrechnungsmodell Pay-per-Use optimiert werden. Andernfalls lassen sich diese Anwendungen nicht effektiv in der Cloud betreiben.

Platform-as-a-Service hat sich etabliert: PaaS ist eine Technologie wie man eine elastische, Cloud-fähige und skalierbare Anwendung baut. Doch viele Anwender sind hier noch eher in einer Beobachterposition. Das gilt es für einen Anwender zu ändern.

Verbesserte Virtualisierung ist der erste Schritt in eine private Cloud: Viele Unternehmen müssen zunächst den Schritt zu einer besseren Virtualisierung umsetzen, bevor sie den Schritt in die Cloud wagen können. Hier sollte man sich fragen, ob das Unternehmen tatsächlich aus Sicht des I/O-Prozesses und des Reifegrades der Virtualisierung bereit ist.

Die Netzwerkarchitektur entwickelt sich, um besser mit den Anforderungen der Cloud Schritt zu halten: Das Netzwerk stellt die Eingeweide einer Cloud-Architektur dar. Moderne Netzwerkarchitekturen werden immer flacher und werden virtuell, weil diese Netze eben auch neue Service-Level erreichen müssen. Auch hier sollte man sich fragen, wie weit die eigene Infrastruktur für die neuen Anforderungen ausgelegt ist.

Viele Anwender werden die meisten dieser Fragen mit Nein beantworten. Aber eine weitere wichtige Frage bleibt dennoch: ist das aktuelle IT-Team auf die neuen Anforderungen vorbereitet? Welche Form muss die IT-Abteilung haben? Es wird sich herausstellen, so glaubt Hopkins, dass die IT-Abteilung weniger die Rolle einer Service-Organisation haben wird. Vielmehr wird die IT-Abteilung zum Broker gewisser Dienstleistungen werden. Auch das ist ein Punkt, den es für die künftigen Planungen zu beachten gilt.

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