Galileo fast doppelt so teuer wie geplant

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Schon seit längerem ist klar, dass das europäische Satellitennavigationssystem Galileo nicht nur mit großer Verspätung kommt, sondern sich auch nicht im anfänglich gesteckten Kostenrahmen bewegen wird. Nun gibt es neue Zahlen aus dem Bundesverkehrsministerium.

Staatssekretär Prof. Klaus-Dieter Scheuerle. Quelle: Prof. Klaus-Dieter Scheuerle
Staatssekretär Prof. Klaus-Dieter Scheuerle. Quelle: Prof. Klaus-Dieter Scheuerle

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts sollen Bau und Betrieb von Galileo 7 Milliarden Euro kosten, sagte jetzt Klaus-Dieter Scheuerle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel. In den Jahren von 2014 bis 2020 wolle EU- Industriekommissar Antonio Tajani die Kosten bei dieser Summe deckeln. Ursprünglich war für den Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems 3,4 Milliarden Euro eingeplant.

Zwar seien die Kosten für den Aufbau von 1,9 auf 1,4 Milliarden Euro gesenkt worden, so Scheuerle. Bei den Gesamtkosten schlage aber vor allem der Betrieb des Systems zu Buche. Zwischen 2014 und 2020 seien dafür pro Jahr 800 Millionen Euro eingeplant. Deutschland steht nach den Worten des Staatssekretärs hinter dem Projekt, erwarte aber, dass die Deckelung eingehalten werde.

Die ersten Dienste sollen ab dem Jahr 2015 zur Verfügung stehen, bis dahin sollen sich 18 Satelliten des GPS-Konkurrenzsystems im All befinden. Voll installiert wird das System laut EU 2019 sein, wenn – wie ursprünglich geplant – alle 30 Satelliten zur Verfügung stehen.

Die ersten Galileo-Satelliten waren mit fünf Jahren Verspätung am 21. Oktober dieses Jahres ins All gestartet. Der Aufbau des Satellitennetzes geht im August 2012 weiter – dann werden erneut zwei Galileo-Satelliten gestartet. Mit den insgesamt vier Satelliten und ihren Signalen kann dann zum ersten Mal eine Ortung auf Basis der Galileo-Daten durchgeführt werden.

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