SAP Influencer Summit: HANA soll Oracle DB ablösen

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Neue Energie bei der In-Memory-Technologie HANA, der Kauf von SuccessFactors und eine neue Tibco-Partnerschaft bestimmten den Bostoner “Influencer Summit” von SAP.

Dass SAP große Stücke auf HANA hält, scheint sich mittlerweile herumgesprochen zu haben. Auf dem Influencer Summit hat SAP noch einmal bekräftigt, dass HANA nicht nur eine neue Technologie ist, sondern dass SAP auf dieser Basis die gesamte Software-Architektur sämtlicher Produkte neu ausrichten wird.

Schon bei der ersten Ankündigung von HANA erklärte SAP, dass diese Technologie, die ein geistiges Kind von Hasso Plattner und CTO Vishal Sikka ist, eines Tages große Oracle-Installationen überflüssig machen könnte. Die Appliance HANA lädt Daten in den Arbeitsspeicher eines Servers und analysiert auf diese Weise auch große Datenmengen mit sehr kurzen Latenzzeiten.

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Das beschleunigt nicht nur Datenbank-Abfragen, sondern könnte auch zum Beispiel transaktionale Workloads aus ERP-Systemen verarbeiten. “Wir haben hier eine wirklich äußerst aufregende Möglichkeit vor uns, völlig neue Anwendungen zu bauen”, erklärte Sikka auf einer Keynote.

Sikka stellt sich diese Entwicklung etwa so vor: Auf HANA und den damit verbundenen Infrastruktur-Services setzen Application Services auf, die wiederum die Grundlage für Java- und ABAP-Plattformen bilden. Entwicklungsumgebungen sollen schließlich auf diesen Java- und ABAP-Plattformen aufsetzen und mit Hilfe dieser Entwicklungsumgebung werden SAP und auch unabhängige Software-Hersteller Anwendungen schreiben.

Dass SAP in dieser Frage schon einen großen Schritt vorangekommen ist, zeigen auch die zahlreichen Ankündigungen über Kooperationen mit dem Middleware- und Analytics-Spezialisten Tibco, dem ERP-Hersteller UFIDA, dem Enterprise-Sozial-Network-Anbieter Jive Software und mit dem Visualierungs-Anbieter Tableau. SAP weiß, dass es mit einem alleinstehenden Produkt auf dem Markt kaum eine Chance haben wird. Daher soll rund um HANA ein vollständig “offenes Ökosystem entstehen”, wie Sikka es nennt.

Murray Rode, COO bei TIBCO erklärt dazu gegenüber CNET: “Spotfire und HANA richten sich an das Big-Data-Problem. Was SAP hier anbietet, ist in vielerlei Hinsicht traditionelles BI, doch was Kunden brauchen, ist eine 3D-Visualiserung und genau das bringen wir auf den Tisch.” Dabei könne auch die Tibco-Social-Media-Lösung Tibbr eine tragende Rolle spielen.

Tibcos Enterprise-taugliche Antwort auf Facebook. Screenshot: Martin Schindler/silicon.de
Tibcos Enterprise-taugliche Antwort auf Facebook. Screenshot: Martin Schindler/silicon.de

Darüber hinaus will SAP mit unabhängigen Software-Herstellern Partnerschaften eingehen, damit diese HANA in ihre Produkte integrieren können, erklärt Steve Lucas, General Manager Business Analytics bei SAP. “2015”, so setzt er das ehrgeizige Ziel, “wird SAP die Nummer zwei auf dem Datenbankmarkt sein.” Und Lucas sei sich durchaus bewusst, was das bedeute. “Es wird uns Jahre kosten und eine Menge Entwicklung, aber wir werden das schaffen.”

Doch bevor SAP mit Außenstehenden arbeitet, muss der Hersteller zunächst die eigenen Produkte mit der neuen Technologie verbinden. Derzeit arbeite SAP daran, HANA-Support für die Business Suite umzusetzen. Gerade bei der Business Suite ist der Hauptkonkurrent Oracle sehr häufig anzutreffen. Auf der nächsten Sapphire wird es dazu voraussichtlich Neues geben. Ein konkretes Datum nannte SAP jedoch nicht. Unklar ist auch weiterhin, ob HANA als eigenständige Datenbank angeboten wird. Bislang hat SAP, wie es in Boston mitteilt, für 100 Millionen Dollar HANA in Form einer Appliance verkauft. Diese 100 Millionen Dollar jedoch seien lediglich Software-Lizenzen.

Eine kleine Erfolgsmeldung gibt es auch rund um Business ByDesign. SAP wird voraussichtlich noch 2011 den 1000ten Anwender vermelden können. Für das erste Jahr der uneingeschränkten Marktverfügbarkeit ist das sicherlich ganz ordentlich. Rund 80 Prozent dieser Neuabschlüsse, heißt es von SAP, kommen über Partner; eine gute Nachricht für SAP-Partner.

Über die SuccessFactors-Übernahme, gibt sich SAP noch recht bedeckt. Die Übernahme soll Ende Januar abgeschlossen werden. Co-CEO Jim Hageman-Snabe erklärte, dass dieser Zukauf neue DNA in SAP bringen wird. Nicht nur Human-Resource-Management ist ein Wachstumsmarkt, auch bei On-Demand hat SAP noch Nachholbedarf. In beiden Bereichen kann SAP den Input von SuccessFactors gut gebrauchen. Mit konkreten Ankündigungen zu SuccessFactors wird man sich wohl noch einige Wochen gedulden müssen. 2012 wird für SAP und SAP-Anwender sicherlich ein spannendes Jahr.



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