Hightech: Die Berghütte der Zukunft

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Die Neue Monte Rosa-Hütte des Schweizer Alpen-Clubs liegt 2883 Meter hoch, in Sichtweite des Matterhorns. Die Hütte gilt als die Berghütte der Zukunft – sie soll im Vergleich zur kleineren Vorgängerhütte nur noch ein Drittel der Schadstoffe erzeugen. Die Zwischenbilanz nach zwei Jahren Betrieb: Hütte und Technik haben sich bewährt.

Die Neue Monte Rosa-Hütte verkörpert zugleich ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich, das Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz erprobt. Der Betrieb der Berghütte läuft weitgehend automatisiert ab, auch wenn die Hütte außerhalb der Saison nicht oder kaum bewohnt ist. Rund 150 Datenpunkte der Monte Rosa-Hütte werden gemessen, gesteuert und geregelt. Die Daten werden permanent via Satellit nach Zürich übermittelt, wo sie zu Forschungszwecken ausgewertet werden.

Alles an der Neue Monte Rosa-Hütte ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: von den Baustoffen, der Energieerzeugung mittels Solaranlagen an den Außenflächen bis zur Speicherung und Mehrfachnutzung des Wassers. Wenn notwendig, springt ein mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk an. Somit versorgt sich die Hütte weitgehend selbst.

Zu den eingesetzten Technologien gehört auch die Gebäudeautomation von Siemens Building Technologies. Deren Mitarbeiter, Hobbybergsteiger und Ingenieur Ivan Loetscher, kontrolliert die Anlagen vor Ort und hält die Bedienstationen einsatzbereit. Die Software zur Gebäudeautomation steuert die Heizung und die Lüftung im Gebäude, sammelt Daten von der Fotovoltaikanlage und den Akkus, erfasst Daten von Wärmesensoren und Energiezählern.

Die eigenständige Energie- und Wasserversorgung, eine neuartige Fassade nach dem Thermoskannenprinzip sowie die gute Ökobilanz von Bau bis Entsorgung machen die Hütte zum ökologischen Vorreiter. Ein nächster Schritt soll das Einspeisen von Belegungszahlen und Wetterprognosen in das System sein. Künftig sollen die Betriebskosten der Hütte mit vorausschauenden Regelungskonzepten deutlicher reduziert werden.